24.03.2018 Es war wieder einmal Zeit für einen Ausflug, da das Wetter wieder mitspielte und die Sonne schien, entschieden wir uns endlich Mystic Beach zu erkunden. Ich füllte meinen Rucksack mit Wasser und Snacks, damit wir nicht verhungern. Patrick richtete noch schnell seine Haare und ab ging die Fahrt. 

Da wir die Strecke schon kannten, achteten wir diesmal mehr auf die Häuser die am Straßenrand erbaut wurden. Sie lagen versteckt hinter vielen Bäumen, kleinen Hügeln, teilweise mit eigenem Strand und definitiv mit dem atemberaubendsten Blick über den Pazifik und die Berge des Olympic Nationalparks der USA. Wie gern würden wir auch so ein Haus besitzen, jedoch waren wir uns einig, dass wir lieber in Deutschland wohnen wollen - alleine schon wegen den Arbeitsbedingungen, aber auch wegen unserer Freunde und Familie. Also wünschten wir uns die Natur nach Deutschland...kann doch nicht so schwer sein. 

 

90 Minuten später, sowie unzähligen wunderschönen Häusern, waren wir am Parkplatz angelangt. Die vielen Autos verrieten, dass es heute ziemlich voll sein muss, denn es war Ferienzeit. Yeah. Der Wanderweg zum Strand bestand aus einem sehr matschigen Naturpfad der durch einen sehr dicht bewachsenen Wald führte. Wobei wir zeitweise dachten wir wären vom Pfad abgekommen - aber MapsMe konnte uns beruhigen. Zum Glück waren noch mehr Menschen mit uns unterwegs, sonst wäre es ganz schön gruselig geworden - da der Frühling eingekehrt ist, werden wohl auch die wilden Tiere langsam aktiver, was unsere Angst beim Wandern auf welche zu stoßen nicht verringert. Aber solche Begegnungen sind wohl sehr sehr selten, laut den Kanadiern. Auch hier gab es eine Hängebrücke, die über eine Schlucht führte. Komischerweise lag mitten im Wald, das alte Stahlseil der Vorgängerbrücke. Die Kanadier haben es anscheinend nicht so mit dem Schutz der Umwelt.


Nach unserer 2km (45min) langen Wanderung bergauf und bergab (die uns wie eine Ewigkeit vor kam) hatten wir endlich den Strand erreicht. Links von uns befand sich der Wasserfall, der auf den Strand herabfiel und rechts war eine Schaukel an einem Baum befestigt. Der Strand an sich war ca. 750m lang und 20m breit und gehört zum Juan de Fuca Marine Trail, einem 47km langen wilden Wanderweg entlang der westlichen Küste von Vancouver Island. Wir hatten Glück, denn es war gerade Ebbe und somit konnten wir zum Wasserfall laufen. Denn bei Flut fällt der Wasserfall ins Meer und ist somit nicht erreichbar. 


Der Strand war ziemlich voll, vorrangig mit Pfadfindern, welche ihre Zelte für die Nacht aufbauten oder am Lagerfeuer saßen. Mystic Beach ist ein ziemlich idyllischer Ort. Das Beste war die Schaukel, damit fühlten wir uns wieder wie kleine Kinder und wir wären am liebsten ewig dort geblieben. Leider mussten wir nach kurzer Zeit schon wieder los, da wir am Abend noch mit einem Arbeitskollegen zu einem Eishockey-Spiel verabredet waren. Somit durften wir wieder zurück wandern....über Stock und Stein durch Matsch und Wald.  


Zurück in Victoria, entschieden wir uns noch vor dem Spiel etwas Essen zu gehen - unsere Wahl viel auf Indisch. Lag bestimmt an unseren beiden indischen Mitbewohnern. Jedenfalls war es ziemlich scharf, aber sehr sehr lecker. Gestärkt bewegten wir uns zum Spiel, um Mike, unseren Arbeitskollegen, zu treffen. Da wir erst einen Tag zuvor entschieden hatten zum Eishockey-Spiel zu gehen, saßen wir nicht neben Mike und seinem Kumpel Cody. Das Stadion war sehr gut besucht, handelte es sich doch um ein Playoff-Spiel in der WHL zwischen den Victoria Royals und den Vancouver Giants. Daher ging es auch ziemlich zur Sache. Zum Einen wurden sehr viele Tore erzielt von beiden Mannschaften. Zum Anderen flogen oft die Fäuste und Eishockeyschläger. Zu Beginn wurde, wie auch in den USA, überschwänglich die Nationalhymne zelebriert. Da wir selbstredend sattelfest beim Singen der Hymne waren, kamen wir gleich mit den hier ansässigen Lebewesen in Kontakt. Neben uns saß ein netter Kanadier Mitte fünfzig und sein chinesischer Schwager. Wir redeten über Hockey, unsere und seine Herkunft, Gott und die Welt und Bieber. Das Maskottchen der Victoria Capitals war nämlich in meinen Augen ein Bieber. Es handelte sich wohl aber um ein Murmeltier. Naja, wieder was gelernt. Sie gaben uns zwei Tücher der Capitals mit denen durch wildes rumwirbeln Freude und Erstaunen ausgedrückt wird. Nach drei spannenden Dritteln war das Spiel gelaufen, die Capitals hatten gewonnen und wir konnten nach Hause fahren. Mike und Cody trafen wir nicht nochmal an, was aber nicht so wild war, da man sich ja regelmäßig auf Arbeit über den Weg läuft. Zu Hause angekommen fielen wir ins Bett, denn der König musste am Folgetag ja wieder von 9:00 bis 17:30 arbeiten....


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