Veröffentlicht: 14.05.2025














Das Urlaubsjahr 2025 beginnen wir mit dem Besuch der bedeutenden minoischen Kulturstätten auf der griechischen Insel Kreta. Doch bevor wir die geschichtsträchtigen archäologischen Stätten besuchen können, gilt dem ersten eteokretischen Kampf der griechischen Infrastruktur, genauer dem Bussystem in Heraklion. Natürlich informiere ich mich im Vorfeld und bin beeindruckt von der engen Taktung des Busverkehrs. Auch die von der Europäischen Union geförderte App lade ich auf mein Smartphone und melde mich an. Allerdings funktioniert vor Urlaubsantritt der Ticketkauf in der App nicht, ich vertraue darauf, dass dies auf der Insel dann geht. Das war ein Fehler, denn in Heraklion gelandet, gibt es kein WLAN am Flughafen. Schnell buche ich ein kleines Datenvolumen, aber der Ticketkauf funktioniert in der App immer noch nicht: "Fehler bei der Serververbindung". Tarifinformationen oder Streckenpläne an der Bushaltestelle sind Fehlanzeige. Haltestellensuche und Liniensuche sind in der App chaotisch und umständlich: ich kämpfe. Irgendwann habe ich genug und rufe aus meinem Kopf die Erinnerung an die Buslinien auf. So ziemlich alle Busse fahren zum Platz der Freiheit und dort startet auch der andere Bus mit der Nummer 2 zu unserer Ferienwohnung. Nun zum Ticketkauf. Zwei Automaten stehen mir zur Verfügung und beide geben mir in griechischer Schrift, also für mich quasi unleserlich, Ticketinformationen. Der moderne Automat faselt was von Smart Card und gibt nur zweistellige Preise an, das werden dann wohl die Wochen- und Monatskarten sein. Also wechsel ich zum älteren Automat, dessen schwaches Display nun kleine Preise anzeigt, aber für was? Das muss für mich ein Geheimnis bleiben und so entscheide ich mich für das auffällige rot umrandete Ticket für 1,20 Euro. Zum Glück habe ich etwas Bargeld dabei, nur das wird akzeptiert und mit den zwei Tickets stürzen wir in den nächsten Bus. Zu meinem Entsetzen zerreißt der mürrische Busfahrer die Tickets und wir fahren Richtung Innenstadt. Wahrscheinlich ist "mürrisch" hier eine Grundvoraussetzung für Busfahrer, wie sich auch später zeigt. Der stark gealterte Bus war wohl vorher in Deutschland im Einsatz, da deutsche Beschriftungen, wie "Tür auf", angebracht sind und ein vergilbtes deutsches Werbeplakat in einem Rahmen hängt. Selbst das hat niemand entfernt. Am Freiheitsplatz erfolgt nun der Umstieg in den zweiten Bus. Da meine Tickets zerrissen sind, brauche ich neue Fahrscheine. Ich schaue mich um, aber weit und breit ist an der Haltestelle kein Automat zu sehen. Da kommt auch schon der Bus und ich will keine weitere Zeit verlieren. Also frage ich den Busfahrer, der uns nun für weitere 4 Euro zwei Tickets mit Bargeld verkauft. Allerdings kann er nicht auf einen 5 Euroschein herausgeben, wobei glücklicherweise meine Frau mit Münzen dem Bezahlvorgang zu Hilfe kommt. Der Busfahrer zeigt uns noch draußen den Automaten der im Kreisverkehr gegenüber an der anderen Haltestelle steht, soweit weg hatte ich nicht gesucht. Die kommenden Minuten Busfahrt stehen wir im starken Stadtverkehr zwar mehr als wir fahren, aber schließlich erreichen wir unser Ziel und finden auch unser Quartier. Übrigens bekomme ich nach einer Neuinstallation der App den Fahrscheinkauf mit dem Smartphone doch noch hin, auch wenn immer bei jedem Kauf eine erneute Bestätigung in der Kreditkarten-App verlangt wird. Allerdings macht dann der QR-Code des Tickets beim Einscannen beim Busfahrer Probleme. Manche Fahrer probieren es dann mit meinem Smartphone selbst und verzweifeln auch, manche winken uns dann nach vergeblichen Versuchen durch und andere beharren störrisch auf tausend Scan-Versuchen. Ich habe nicht eine Person in unserer gesamten Busfahrzeit gesehen, die das Handyticket benutzt hat. Manche zeigen eine gelbe Karte, andere eine Plastikkarte, die meisten Menschen geben dem Busfahrer ein Papierschnipsel wie unser Ticket am Flughafen, worauf der Busfahrer es zerreißt. Das von der EU bezahlte und von mir benutzte Handyticketsystem habe ich nicht bei anderen Personen im Einsatz gesehen.
Die Fotos zeigen ein paar Eindrücke aus der Innenstadt von Heraklion.
