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Der Palast von Knossos

Veröffentlicht: 15.05.2025

Attraktion
Palast von Knossos
Heraklion, Griechenland
Museum
Archäologisches Museum
Heraklion, Griechenland
Sehenswert
Thronsaal
Knossos, Griechenland

Die minoische Kultur ist die älteste Hochkultur Europas und unser erstes Besichtungsziel ist selbstverständlich die größte ausgegrabene Palastanlage dieser Kultur in Knossos. Der Palast von Knossos wurde vor circa 4000 Jahren errichtet, wobei die archäologische Erforschung erst vor 150 Jahren begann. Sehr wenig ist über die minoische Kultur bekannt, weil man deren ältere Schrift Linear A bis heute nicht entschlüsselt hat. Der Archäologe Arthur Evans widmete sich 14 Jahre der Knossos-Anlage und versuchte auch danach die Schrift Linear A zu entschlüsseln, was ihm aber nicht gelang. Die spätere mykenische Schrift Linear B, welche als Vorgänger der griechischen Schriftzeichen gilt, wurde dagegen nach dem Tod von Evans entschlüsselt. Da die Palastanlage ein Hauptziel vieler Touristen ist, versuchen wir gleich nach Öffnung dort zu sein. Hier bremst uns aber der Bus aus, der wahrscheinlich im Stadtverkehr festsitzt und auf den wir über 20 Minuten warten müssen. Derweil rauschen schon drei Touristenbusse an uns vorbei. Unsere Besichtigung nach unserer Ankunft und dem Ticketkauf erfolgt zunächst gegen den Uhrzeigersinn, erfährt dann wegen der Fülle der zu besichtigenden Orte und den Ausweichmanövern wegen der zahlreichen Touristengruppen im hinteren Teil der Anlage einen Richtungswechsel. Zunächst denke ich, dass ich auf die Statue von Herrn Evans treffe, dabei ist es Minos Kalokairinos, der schon 22 Jahre vor Evans mit Ausgrabungen in Knossos begonnen hatte. Links sind runde Bauten, sogenannte Kouloures, zu sehen, deren Bedeutung nicht abschließend geklärt sind. Es werden Lebensmittelspeicher vermutet. Sie erinnern mich an die kleinen Kivas der Anasazis im Südwesten der USA. Nach ein paar Ruinenmauern geht es auch schon mit rekonstruierten Aufbauten los. Oft kann man diese am verwendeten Material erkennen: Beton. Diese Rekonstruktionsarbeiten an der Palastanlage durch Evans sind hochumstritten, da oft mehr Phantasie anstatt archäologische Erkenntnisse angewendet wurden. Ob also die kleinen Aufbauten wirklich das damalige Aussehen der Palastanlage widergeben, darf bezweifelt werden. Selbst bei der Restaurierung der Wandbemalung hat die künstlerische Freiheit viel Spielraum bekommen. Ich störe mich zunächst nicht daran, aber im Laufe der Besichtigung merke ich, dass diese willkürlichen Ergänzungsbauten den Gesamteindruck erheblich verfälscht und ich beschäftige mich vor allem damit, dass ich ursprüngliche Teile der Ruinenanlage detektivisch suche, um mir mein Bild der minoischen Baukunst nicht zu verfälschen. Was bleibt von der Besichtigung? Die verwinkelten Mauern beeindrucken schon und eine ursprüngliche Treppe im Ostflügel verdeutlicht auch die mehrstöckige Bauweise. Besonders die Wasserkanäle, ausgegrabenen Bodenplatten und gigantischen Lagergefäße zeigen eine hochkomplexe und gut funktionierende Palastwirtschaft. Zusammen mit den gefundenen Schriftsystemen lässt sich eine Hochkultur sehr deutlich erkennen. Die Fundstücke im Archäologischen Museum (welches wir später besuchen) zusammen mit den Resten der Wandbemalung vertiefen diesen Eindruck noch. Die - wenn auch wissenschaftlich ungenauen - phantasievollen Rekonstruktionen bringen Farbe in die Anlage und sollen der eigenen Vorstellungskraft helfen. Was ist auf der Konossos-Anlage noch besonders wichtig? Vor allem den geführten Touristen- und Schülergruppen auszuweichen. Auch wenn wir dadurch manchmal vor und zurück laufen, so kommt man doch in den Genuss einer ruhigeren Besichtigung. Während wir mit dieser Taktik ganz allein den eindrucksvollen Thronsaal bestaunen können, bildet sich kurz danach eine lange Schlange zur Besichtigung, die weit in den Hauptplatz im Zentrum der Anlage hinausreicht. Die Treppe im Ostflügel habe ich schon erwähnt und dahinter liegt der für mich interessanteste Teil mit nur wenigen Rekonstruktionen, dafür aber mit deutlicher Wasserinfrastruktur und kunstvollen Verwendung von einzelnen Steinblöcken. Das bekannte Motiv der roten Säulen und dem Wandbild mit dem Stier darf natürlich auch nicht fehlen und die beschriebene Taktik bewahrte uns dort vor einer Schulklasse und beschert uns schöne Fotos. Das kleine Theater am Schluss der Besichtigungsrunde kann mit seiner Neigung und Anordnung glänzen. Draußen auf dem Besucherparkplatz sind statt der drei Touristenbusse, wie bei unserer Ankunft, nun dutzende Busse aufgereiht. Das frühe Kommen hat sich also gelohnt. Eine beeindruckende Begehung der Palastanlage liegt jetzt hinter uns und mir bleibt nur noch ein Tipp aus unseren Beobachtungen: Von einem Besuch mit einem Kinderwagen rate ich dringend ab. Der muss nämlich über "Stock und Stein" getragen werden. Es klingt komisch, aber manche Leute haben schon eigenartige Ideen. 

Auf einen Blick

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Kulturell
  • Palast von Knossos
  • Thronsaal
  • rote Säulen
  • Wasserinfrastruktur
  • frühes Kommen lohnt sich
Kinderwagen ungeeignet
GeschichteKulturArchitekturTransit
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