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Der Diskos von Phaistos

Veröffentlicht: 16.05.2025

Bus
Knossos → Archäologisches Museum Heraklion
Heraklion, Griechenland
Attraktion
Archäologisches Museum Heraklion
Heraklion, Griechenland
Attraktion
Knossos
Heraklion, Griechenland
Sehenswert
Innenstadt von Heraklion
Heraklion, Griechenland
Museum
Museum zur antiken griechischen Technik
Heraklion, Griechenland
Essen
chinesisches Restaurant am Hafen
Chinese · $ · Abendessen
Museum
Diskos von Phaistos
Heraklion, Griechenland

Wenn man archäologische Stätten auf der Insel Kreta besichtigt, so wird der Besuch im Archäologischen Museum in Heraklion zur Pflicht, denn viele Fundstücke aus den Anlagen sind dort zu sehen und veranschaulichen die minoische Kultur. Wir fahren also von Knossos mit dem Bus zum Museum und stehen zunächst vor verschlossener Tür. Ich kann es kaum glauben, aber das Museum hat am Mittwochvormittag geschlossen. Deshalb schlendern wir noch eine Weile durch die Innenstadt, besuchen das kleine Museum zur antiken griechischen Technik, gehen am Hafen in einem chinesischen Restaurant essen (für meine Frau also Hausmannskost) und finden uns kurz nach Öffnung des Museums wieder an der Pforte ein. Hier hat sich schon eine kleine Schlange an der Kasse gebildet, was die Menschenmassen andeutet, die uns drinnen erwartet. Altbewährte Taktik: Umgehung der Menschenmassen durch Vor- und Zurücklaufen mit Besichtigung der Vitrinen ohne Andrang und eigentlich kommen die Menschenmassen nur in Schüben als Reisegruppe. Einen Teilabschnitt bekommt meine Frau eine kostenlose Führung, da sich eine chinesische Reisegruppe eingefunden hat. Die Anzahl der Fundstücke ist überwältigend, weshalb ich vor allem meine Favoriten aufsuche und andere Exponate etwas zügiger anschaue. Die bemalten Tonvasen zur Aufbewahrung von Wein und anderen Lebensmitteln sind riesig, einige größer als meine Frau. Auch das Motiv des Stierkopfes entdecke ich. Ich sehe Werkzeuge zur Herstellung der typischen Doppeläxte und verschiedene Produkte selbst - sogar mit Linear A Beschriftung, ein siebartiges Tongefäß als Hilfe zur Herstellung von Lebensmitteln, Tonscheiben für das Spinnen von Wolle, Schrifttäfelchen und gestempelte Siegel mit Schriftzeichen und Motiven, Tontiermasken und Tongeschirr zur Herstellung von Wein. Höhepunkt im Museum bildet für mich der originale Diskos von Phaistos, der relativ unauffällig in einer separaten Vitrine in einem Museumsraum ausgestellt ist. Auf beiden Seiten sind die Zeichen sehr gut erhalten, was im krassen Gegensatz zu anderen Schriftfunden steht, die beschädigt oder ganz zerbrochen sind. Die Klarheit und Tiefe der Schriftzeichen begründet wohl auch, dass die Scheibe immer wieder mal einer Fälschung verdächtigt wird. Sie ist aber sehr klein und war unter Schutt einer späteren Epoche verschüttet, weshalb sie vielleicht das Glück eines günstigen geschützten Platzes hatte und damit die Jahrtausende überdauern konnte. Bei den Bronzewannen und Bronzeschwertern sind wir nun schon in der Spätphase der minoischen Zeit angelangt. Auch die berühmte Freske des Saltos über den Rücken eines Stieres entstand "erst" vor 3.500 Jahren. Auffällig ist, das religiöse Figuren meistens als weibliche Figuren dargestellt sind, was auf einen Göttinnenkult hinweisen kann. Das entschlüsselte Schriftsystem Linear B zeigt ökonomische Aufzeichnungen und gibt somit über die spätminoische Zeit einige Informationen preis. Das Sterben auf Kreta war kurios, denn vor 3.700 Jahren wurde man als Leichnam in eine große Tonvase gelegt, während vor 3.300 Jahren künstlerisch bunt bemalte Tonsärge den Trend bildete. Für mich persönlich ist die Vasenbestattung inspirierend und wenn ich dann in 3000 Jahren als Skelett in einem Museum lande, so haben meine alten Knochen sogar noch einen Zweck und eine schöne Zeit. In der zweiten Etage des Museums zeigen die Bruchstücke der Wandbemalung aus den minoischen Stätten eine bunte Gestaltung, auch wenn die künstlerische moderne Ergänzung zu den Scherben vielleicht das Bild nicht exakt wie im Original darstellen, so müssen die Paläste der Minoer wirklich bunt gewesen sein. Viele weitere Ausstellungsstücke sind aus der späteren griechischen und römischen Zeit, auf welche ich aber nicht so sehr meine Aufmerksamkeit lenke. So ist die originale Stele der berühmten Hymnus an den diktäischen Zeus im Museum ausgestellt und eine Tafel zeigt bis zu 2.500 Jahre alte Münzen aus verschiedenen Gegenden des Mittelmeerraums, die auf Kreta gefunden wurden und die üppigen Handelsaktivitäten im Mittelmeerraum widerspiegeln. Den Abschluss unserer zweieinhalbstündigen Besichtigung bildet eine Videovorführung über die Entstehung und Geschichte des Museums selbst, welches auf den Mauern eines durch ein Erdbeben zerstörtes Kloster gebaut wurde. Apropos Erdbeben: In der Nacht vor dem Museumsbesuch gab es hier in der Nähe ein Erdbeben der Stärke 6,2, welches angeblich überall auf der Insel zu spüren war. Wir haben allerdings außerordentlich gut geschlafen, so dass uns kein Erdbeben wecken konnte.


Auf einen Blick

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Dauer
1 Tag
Begleitung
Zu zweit (2)
Kulturell
  • Archäologisches Museum Heraklion
  • Diskos von Phaistos
  • Museum zur antiken griechischen Technik
  • chinesisches Restaurant am Hafen
KulturGeschichteStadtEssen
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