Über den Dächern von Frankfurt/M.
Nach dem Besuch im Geburtshaus von Goethe und der kleinen Schopenhauer-Ausstellung (Schopenhauer in Frankfurt/M.) fah

Veröffentlicht: 22.07.2026















"Gibt es ja doch für den Menschen keine geräuschlosere und ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigene Seele, zumal wenn er in sich Eigenschaften trägt, bei deren Betrachtung für ihn alsobald eine vollkommen glückliche Stimmung eintritt, eine Stimmung, worunter ich nichts anderes verstehe, als sittliche Wohlordnung. Gönne dir nun immerdar dieses Zurücktreten ins Innere und verjünge so dich selbst!"
(Marc Aurel im vierten Buch)
In der Spätantike mit verworrenen Machtverhältnissen im Römischen Reich fand im Jahr 308 in der Stadt eine bedeutende Kaiserkonferenz statt.
Den endgültigen Niedergang von Carnuntum leitete in der Mitte des 4. Jahrhunderts ein schweres Erdbeben in der Region ein. Im Laufe des 5. Jahrhunderts wurde Carnuntum von seinen Bewohnern verlassen und aufgegeben.
Wir starten unsere Tour mit der Anreise per österreichischer Bahn und kommen trotz eines Schienenersatzverkehrs auf den letzten zwölf Meilen entspannt im römischen Außenposten in Pannonien an. Der SEV-Bus fährt an der Römeranlage vorbei bis zum Bahnhof, der offiziellen Haltestelle, und wir spazieren eine Viertelstunde zur Ausgrabungsstätte zurück. Der Eintritt mit 15 Euro pro Person ist nicht gerade günstig, weil auch noch das Museum zum Legionenlager inklusive ist, welches aber über 5 km entfernt im Nachbarort liegt und wir dorthin deshalb keinen Besuch in Erwägung ziehen können. Ein günstigerer, separater Eintrittspreis wäre hier also angebracht.
Im Museum vor Ort werden fast nur die gefundenen Gräber thematisiert. Erfreulicherweise sind die Grabsteininschriften komplett übersetzt. Dann gehen wir raus in die Außenanlage, wo zunächst ein großes Modell der alten römischen Stadt aufgebaut ist. Nach einer kleinen Stärkung mit der österreichischen Spezialität Palatschinken im Museumscafe beginnen wir mit der Besichtigung von Haus I, die ein Olivenölhändler bewohnt hat. Neben Amphoren sind auch die typischen Wachstafeln als Schreibtafeln zu sehen. Nebenan befinden sich zwei Brennöfen für Töpferwaren.
Dann treten wir in das Haus des Lucius ein, dem ersten Gebäude des Geländes, welches im Rahmen dieser experimentellen Archäologie rekonstruiert worden ist. Sofort fällt das große Sofa im Wohnraum auf, gemütlich haben es sich die Römer schon eingerichtet. Einen gefundenen Stein mit der Inschrift des Namens Lucius Maticeius Clemens weist wohl auf den ehemaligen Besitzer des Anwesens hin. Nebenan im Haus Domus Quarta befindet sich das einzige in Carnuntum im Original erhaltene Fußbodenmosaik. Das letzte freigelegte Haus an der Südstraße ist Haus V, wobei nur die Grundmauern und Teile der Wasserinfrastruktur rekonstruiert bzw. freigelegt wurden.
