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Zuletzt in Wien

Römerstadt Carnuntum #1 Südstraße

Veröffentlicht: 22.07.2026

Sehenswert
Römerstadt Carnuntum
Petronell-Carnuntum, Österreich
Attraktion
Carnuntum Südstraße
Petronell-Carnuntum, Österreich
Attraktion
Museum Carnuntinum
Bad Deutsch-Altenburg, Österreich
Essen
Museumscafe Carnuntum
$ · Snack
Attraktion
Haus I
Petronell-Carnuntum, Österreich
Attraktion
Haus des Lucius
Petronell-Carnuntum, Österreich
Attraktion
Domus Quarta
Petronell-Carnuntum, Österreich
Attraktion
Haus V
Petronell-Carnuntum, Österreich
Zug
Wien → Petronell-Carnuntum
Österreichische Bahn
Zwischen Wien und Bratislava liegt an der Donau in Österreich die Römerstadt Carnuntum. Diese bestand aus zwei Siedlungsbereichen, eine Militärsiedlung als Legionslager und eine Zivilstadt, letztere hat unser Interesse geweckt. Die Siedlung entstand in der Regierungszeit von Kaiser Claudius, der vom Jahr 41 bis zum Jahr 54 regierte. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts lebten in Carnuntum bereits rund 50.000 Menschen. In der Folge während der Herrschaft von Kaiser Trajan und Kaiser Hadrian blühte die Stadt weiter auf. Durch die Markomannenkriege hielt sich Kaiser Mark Aurel für drei Jahre von 171 bis 173 in Carnuntum auf und hatte hier sein Hauptquartier. Dabei verfasste er unter anderem einige Kapitel seiner berühmten philosophischen Selbstbetrachtungen, welche ich schon vor vier Jahren gelesen habe.
"Gibt es ja doch für den Menschen keine geräuschlosere und ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigene Seele, zumal wenn er in sich Eigenschaften trägt, bei deren Betrachtung für ihn alsobald eine vollkommen glückliche Stimmung eintritt, eine Stimmung, worunter ich nichts anderes verstehe, als sittliche Wohlordnung. Gönne dir nun immerdar dieses Zurücktreten ins Innere und verjünge so dich selbst!"
(Marc Aurel im vierten Buch)
Am 9. April 193 wurde in Carnuntum Septimius Severus zum römischen Kaiser ausgerufen. Er regierte das Römische Reich bis 211, wobei die Stadt einen erneuten, langanhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung erlebte.

In der Spätantike mit verworrenen Machtverhältnissen im Römischen Reich fand im Jahr 308 in der Stadt eine bedeutende Kaiserkonferenz statt.
Den endgültigen Niedergang von Carnuntum leitete in der Mitte des 4. Jahrhunderts ein schweres Erdbeben in der Region ein. Im Laufe des 5. Jahrhunderts wurde Carnuntum von seinen Bewohnern verlassen und aufgegeben.

Wir starten unsere Tour mit der Anreise per österreichischer Bahn und kommen trotz eines Schienenersatzverkehrs auf den letzten zwölf Meilen entspannt im römischen Außenposten in Pannonien an. Der SEV-Bus fährt an der Römeranlage vorbei bis zum Bahnhof, der offiziellen Haltestelle, und wir spazieren eine Viertelstunde zur Ausgrabungsstätte zurück. Der Eintritt mit 15 Euro pro Person ist nicht gerade günstig, weil auch noch das Museum zum Legionenlager inklusive ist, welches aber über 5 km entfernt im Nachbarort liegt und wir dorthin deshalb keinen Besuch in Erwägung ziehen können. Ein günstigerer, separater Eintrittspreis wäre hier also angebracht.

Im Museum vor Ort werden fast nur die gefundenen Gräber thematisiert. Erfreulicherweise sind die Grabsteininschriften komplett übersetzt. Dann gehen wir raus in die Außenanlage, wo zunächst ein großes Modell der alten römischen Stadt aufgebaut ist. Nach einer kleinen Stärkung mit der österreichischen Spezialität Palatschinken im Museumscafe beginnen wir mit der Besichtigung von Haus I, die ein Olivenölhändler bewohnt hat. Neben Amphoren sind auch die typischen Wachstafeln als Schreibtafeln zu sehen. Nebenan befinden sich zwei Brennöfen für Töpferwaren.

Dann treten wir in das Haus des Lucius ein, dem ersten Gebäude des Geländes, welches im Rahmen dieser experimentellen Archäologie rekonstruiert worden ist. Sofort fällt das große Sofa im Wohnraum auf, gemütlich haben es sich die Römer schon eingerichtet. Einen gefundenen Stein mit der Inschrift des Namens Lucius Maticeius Clemens weist wohl auf den ehemaligen Besitzer des Anwesens hin. Nebenan im Haus Domus Quarta befindet sich das einzige in Carnuntum im Original erhaltene Fußbodenmosaik. Das letzte freigelegte Haus an der Südstraße ist Haus V, wobei nur die Grundmauern und Teile der Wasserinfrastruktur rekonstruiert bzw. freigelegt wurden.

>> Fortsetzung im Blogbeitrag "Therme & Heidentor" >>

Auf einen Blick

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Kulturell
  • Römerstadt Carnuntum
  • Museum und Außenanlage
  • Haus I
  • Haus des Lucius
  • Domus Quarta
  • Haus V
  • Palatschinken im Museumscafe
GeschichteKulturArchitekturTransit
  • Eintritt Carnuntum15 €
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