Anfoch schen Wien
Am Tag nach der Ankunft haben wir erstmal ausgeschlafen, so wie sich das im Urlaub gehört. Das Wetter war eher solala, aber irgendwann haben wir uns dann doch aufgerafft und sind...

Veröffentlicht: 15.09.2026
Joe musste heute leider arbeiten, und das bedeutete für mich: Me-Time. Ehrlich gesagt hatte ich mich schon die ganze Woche darauf gefreut. Ein Tag, an dem ich einfach nur mir selbst folgen kann, ohne Plan.
Den gemeinsamen Morgenkaffee haben wir uns aber trotzdem noch gegönnt, und zwar beim The Miners Coffee am Naschmarkt. Die Erwartungen waren hoch, das Ergebnis leider eher solala. Der Ort hat es nicht ganz auf meine Wiederholungsliste geschafft. Aber gut, davon lasse ich mir doch keinen Me-Time-Tag vermiesen.
Zum Frühstücken bin ich dann alleine zum Joseph Brot weitergezogen, und damit hatte ich so nicht gerechnet. Joseph Brot ist eine Bio-Handwerksbäckerei, bei der wirklich alles noch von Hand gemacht wird und der Teig teilweise Tage bekommt, um zu reifen. Ich bin also mit „nur mal schnell was essen" reingegangen und rausgekommen bin ich als kleiner Fan. Es gab Eggs Benedict und eine Soda Zitrone, und dazu ergatterte ich den perfekten Platz: ein Einzeltisch direkt am Fenster mit frontaler Sicht nach draussen. Genau mein Ding. Love it. Und natürlich durfte auch hier ein bisschen Leute beobachten nicht fehlen, das gehört bei mir inzwischen einfach zum guten Frühstück dazu.
Danach habe ich mich in ein paar entspannte Shopping-Runden gestürzt, bis mich plötzlich die Lust auf Kaiserschmarrn und Prosecco überkam. Und hier kommt das eigentliche Highlight des Tages: Ich hätte nie erwartet, dafür so eine traumhafte Location zu finden, und zwar beim Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker im Palais Todesco. Von aussen sieht man erstmal „nur" einen wunderschönen kleinen Shop, sodass man gar nicht ahnt, was sich dahinter verbirgt. Das Ganze zieht sich nämlich über drei Etagen, und im zweiten, etwas versteckten Stock erwartete mich dann ein prunkvolles Café-Restaurant. Gerstner beliefert seit 1847 den Wiener Hof und trägt bis heute den kaiserlichen K.-u.-K.-Titel, und das spürt man in jeder Ecke. Goldverzierte Wände, hohe Decken, dieser ganze imperiale Charme. Kaiserschmarrn und Prosecco in so einem Ambiente, und das komplett für mich allein, das war schon fast unverschämt schön.
Am Abend war dann mein Freund wieder am Start, und wir haben den Tag gemeinsam beim Liesl ausklingen lassen.
