Veröffentlicht: 27.10.2025





















































Als in der Tat erschütternd, wie im Reiseführer beschrieben, erweist sich das von Aki Ra betriebene Cambodia Landmine Museum. Landminen, die noch immer zu Millionen im kambodschanischen Boden schlummern, Zeugnissse aus Jahrzehnten vielfältiger Kriege, stellen nur den einen Teil der Ausstellung dar. Das Zentrum dokumentiert darüber hinaus Aki Ras unermüdliche Arbeit als Minenräumer, und zugleich ist es ein ehemaliges Heim und Therapiezentrum für minenversehrte und verwaiste Kinder.
Aki Ra hat in seinem Leben sehr viele Namen erhalten. Sein genaues Geburtsdatum kennt er nach eigenem Bekunden nicht, bereits als Kind sei er zum Soldaten herangezogen worden, er selbst hat Minen gelegt. Aber am besten lasse ich ihn selbst erzählen: Das erste Foto des Beitrags zeigt die Tafel am Eingang des Museums, seine Biografie, die zumindest am PC gut zu lesen ist.
Die Exponate des Museums bestehen aus Landminen vielfältigster Bauart, hergestellt in den Ländern in West und Ost, die bis zum Ende der 90er die eine oder andere Kriegspartei unterstützt haben. In einem hinter dem Museum angelegten, künstlichen Minenfeld demonstriert ein Mitarbeiter die mühselige Arbeit, ein Gelände Quadratmeter für Quadratmeter unter größten Sicherheitsvorkehrungen zu räumen. Er erläutert: "Es macht nicht klick-klick, wenn man auf eine Mine tritt. Das ist Hollywood." Die Mine explodiert und reißt bestenfalls Teile von dir weg. Oder schlimmstenfalls! Ein toter Soldat wird bestattet, einen verwundeten Soldaten muss man versorgen, pflegen. Die Verstümmelung hat Methode.
Viele weitere Exponate bestehen aus Bildern, die die Kinder des Heims gemalt haben, um ihre Kreigerlebnisse zu verarbeiten. Die Köpfe der Puppen wurden ebenfalls von den Kindern aus Kokosnüssen und Pappmaschee gefertigt. Kunstvoll aufgenomme Fotos von ehemaligen Heimkindern zeigen, wie sie sich heute sehen, wie sie leben. Vieles geschieht offenbar intuitiv, aber vielen Kindern - und Erwachsenen -, die als Flüchtlinge nach Deutschland kamen und kommen, könnte ich keine angemessenere Therapie wünschen.
Aki Ra, den wir zunächst nicht erkennen, arbeitet bescheiden in einer Ecke des Museums am PC. Wir erwerben eine Museumsdokumentation, die er ungefragt für uns mit Datum und Namen zeichnet.
Ein wenig skurril wird es aber zum Schluss aber doch. Im Museumsshop kann man Seife in Form einer Landmine in den Duftnoten "Coconut Rice" und "Rosemry Mint" erwerben.
