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4. Woche - Südlich im Bundesstaat Québec

Veröffentlicht: 13.05.2023

Hallihallo ihr Lieben,

wir melden uns mal wieder zurück :) mittlerweile sind vier Wochen der Reise vergangen und wir sind nicht mehr im Osten Kanadas.

Aber was ist in der vergangenen Woche alles passiert? :)

Den letzten Bericht haben wir beendet mit der Übernachtung in Lyster, im südlichen Teil zwischen Montréal und Québec. Von dort aus sind wir dann bei sehr bescheidenem Wetter weiter südwestlich gefahren, um ca. maximal anderthalb Stunden Entfernung von Montréal zu haben. Das Örtchen, in dem wir dann gelandet sind, heißt Richmond. Auf dem Weg dorthin haben wir noch Halt in Val-des-Sources gemacht, einem eher unscheinbaren Ort, allerdings auch bekannt unter dem ehemaligen Namen "Asbestos". Dieser Name kommt nicht von ungefähr, da dort ehemals die größte Asbestmine der Welt war. Aufgrund der negativen Assoziationen mit dem Begriff Asbest wurde der Ort vor drei Jahren umbenannt. Da es wirklich sehr stark geregnet hat, als wir dort waren, konnten wir leider kein Foto machen. Aber eins können wir definitiv bestätigen, das Loch war wirklich riesig :D

Zu Richmond kann man übrigens sagen, hier sind die "fetten Jahre" auch vorbei :D dennoch hatten wir eine super tolle Unterkunft, weshalb wir uns dazu entschieden, dort zwei Nächte zu bleiben. Zumal wir auch sehr gut in der Zeit, bezogen auf die Ankunft in Montréal, lagen und die Unterkunft richtig günstig war :D 

Damit wir wenigstens ein bisschen was von der trostlosen Umgebung Richmonds sahen, haben wir uns am Tag nach der Ankunft ins Auto gesetzt und sind gute zehn Minuten nach Windsor gefahren. Dort waren wir dann ein paar schöne Stündchen im wirklich super schönen naturbelassenen Parc historique de la poudriere de Windsor. Auch die Wahl dieses Ortes zum Spazieren kam nicht von ungefähr, denn erstens konnte man hier noch ein wenig die Überreste der ältesten Schwarzpulverfabrik Québecs betrachten und zweitens gab es nicht wirklich eine Auswahl :D :D Zum sehr schönen Park haben wir dann auch noch einen Biber gesichtet, was uns sehr erfreut hat. Allgemein können wir sagen, seitdem wir durch Kanada reisen, hatten wir schon sehr viele tolle Tiersichtungen. Was doch irgendwie immer wieder faszinierend ist und uns glücklich stimmt :)

Zurück in Richmond haben wir uns dann endlich mal wieder Poutine und Hot Dogs gegönnt. Das war ein Gaumenschmaus :):P

Am nächsten Tag ging es dann endlich nach Montréal, unserem heiß ersehnten Abschlussziel für den Osten. Dort angekommen haben wir dann direkt mal spontan den Mietwagen einen Tag früher abgegeben. Aber auch nur, weil wir keine Lust hatten zusätzlich horrende Parkgebühren zu zahlen und wir den Mietwagen in Montréal selber ohnehin nicht brauchten. Nach der Abgabe konnten wir uns dann direkt schonmal ein Bild von Downtown machen, da wir mit unseren letzten Sachen aus dem Auto wieder zum Hostel mussten. Dort eingecheckt, durften wir dann unseren netten Mitbewohner im Zimmer kennenlernen. Ein sehr entspannter und sympathischer Italiener und eine ältere Dame aus keine Ahnung irgendwas mit Arizona. Diese Frau sollte uns noch Spaß bereiten. Ihr größtes Hobby war nämlich, die Bude auf 26 Grad aufzuheizen. Besser gesagt, so sehr zu heizen, dass in der Luft wirklich kein Tröpfchen Wasser mehr war... naja, dazu eventuell später mehr :D

Wir sind dann nochmal Richtung Old-Montréal (Altstadt) los, um noch ein bisschen was von der Stadt zu sehen. Die Altstadt stellt sich wirklich ganz hübsch dar, mit einigen Boutiquen und Gastronomie. Ansonsten ist es ehrlich gesagt ähnlich wie in Québec. Fassaden sehen gleichermaßen aus, hier und da gibt es kleine Seitenstraßen und ein Markthalle, welche allerdings für unser Portemonnaie kein Angebot hatte. Der Großstadtflair kommt tatsächlich gar nicht wirklich auf, auch wenn es schon einige Hochhäuser gibt. Dennoch nimmt man es gefühlt gar nicht so wahr, sodass man sich kaum vorstellen kann, dass hier über 4 Mio. Menschen leben. Zurück im Hostel, haben wir dann den Abend nach gutem Essen bei einem Bierchen in der Happy Hour der Hostelbar ausklingen lassen.

Was soll ich euch sagen, die erste Nacht war leider nicht so dolle. Eigentlich hat alles gepasst. Allerdings, wie bereits im vorletzten Absatz erwähnt, hatten wir ja unsere "Heißluft"-Dame im Zimmer. Diese hat tatsächlich, als wir am Abend zuvor ins Zimmer kamen, eine kleine Saune ohne Luftfeuchtigkeit darin erzeugt. Glücklicherweise war sie schon friedlich eingeschlafen, sodass wir erstmal lüfteten und das Umluftgerät ausschalteten. Allerdings ging das über die Steuerung nicht so richtig, was Martin zum Anlass nahm einfach die Sicherung zu ziehen :D Allerdings half es für ein guten Schlaf nicht wirklich, was sich vor allem für Christina als besonders zehrend herausstellte. Sie wachte nämlich mit komplett verstopfter Nase und Halsschmerzen auf. Jetzt hat sie es auch erwischt. 

Nach dem Frühstück und einer großen heißen Tasse Tee für Christina, sind wir dann erstmal raus, um frische Luft zu schnappen. Das hat zum Glück auch direkt funktioniert und gut getan. Ziele für unseren heutigen Städtetag waren das Stade Olympique, wo die ersten olympischen Sommerspiele Kanadas 1976 (übrigens unmittelbar nach den Spielen in München, was erhebliche Zusatzvorkehrungen bezogen auf die Sicherheit der Sportler mit sich brachte - bspw. unterirdische Zugänge in die Sportstädten etc.) stattgefunden haben, und der Jardin botanique de Montréal (Botanische Garten).

Bei Ankunft auf dem Gelände sind wir dann erstmal im Biodôme de Montréal hängen geblieben. Dies ist eine interessante Stätte, welche fünf Ökosysteme des amerikanischen Kontinents darstellt, inklusive einiger Tierarten und Pflanzen. Aufgebaut ist es wie ein Spaziergang durch die jeweiligen Klimazonen. Wir haben uns für die Richtung von kalt nach warm entschieden und sind somit in der polaren Kälte gestartet. Dieser Bereich ist aufgeteilt in die subantarktischen Inseln, wo unter anderem Pinguine ihren Lebensraum finden, und die Labrador-Küste, wo viele Vögel wie die Papageientaucher ihren Lebensraum finden. Danach ging es weiter in den Bereich des Sankt-Lorenz-Golf. Hier konnte man in großen Becken diverse Fischarten bewundern. Ebenso gab es auch andere Wasserlebewesen zu sehen, wie Seesterne, Anemonen, Seegurken, usw. Hinzu kam eine tolle Flora mit verschiedenen interessante Vogelarten. Nach diesem Bereich ging es dann weiter in den Laurentian Maple Forest, welchen wir sogar schon die Woche davor live bei einer Wanderung genießen konnten. Dies ist ein Mischwald, mit dem typischen Nadelgehölz sowie Zuckerahorn und gelber Birke. Tierische Wegbegleiter waren bspw. Luchse, Waschbären und einige Nagetiere. Zu guter Letzt ging es dann noch in den tropischen Regenwald, in dem wir neben tollen großgewachsenen Pflanzen auch Tiere, wie winzige und farbenfrohe Pfeilgiftfrösche, Papageien und diverse weitere Fischarten bestaunen konnten.

Nach dieser wunderbaren Erfahrung im Biodôme sind wir dann weiter Richtung Jardin botanique de Montréal. Dort angekommen haben wir schon vermutet, dass es nochmals Eintritt kostet, um im Botanischen Garten spazieren zu können. Die Formulierung "nochmals Eintritt" übrigens aus dem Grund, da das Ticket im Biodôme von der Ausmachung aussah, als könnten man es auf dem gesamte Gelände mit einmaligem Eintritt nutzen. Wir sind dann einfach mal durch eines der Eingangstore des Botanischen Garten gelaufen und wurden auch direkt wieder zurückgepfiffen. Natürlich haben wir für einen Garten, welchen wir uns auch in Deutschland in jeder größeren Stadt mit Universität betrachten können, keinen weiteren Eintritt bezahlt. Aber das ist hier in Kanada leider auch echt so ein Ding, dass man wirklich für die verrücktesten Dinge zur Kasse gebeten wird.

Naja, wir sind dann nochmal über das Gelände des Stade Olympique geschlendert und von da aus dann per U-Bahn auf die andere Seite von Downtown zum Parc du Mont-Royal gefahren. Hier angekommen gabs erstmal ein Käffchen von Tim Hortons, weil wir für die Wegfindung Internet brauchten :D der Parc du Mont-Royal ist wirklich unglaublich beeindruckend gewesen, weil es einfach eine unfassbar riesige Parkfläche mitten in der Stadt auf einem Hügel ist. Dort ist es sogar möglich, nicht einfach nur spazieren zu gehen, sondern auch richtig Wanderwege zu bestreiten. Überwiegend moderat, aber dennoch wandern mitten einer Millionenmetropole. Schon irgendwie krass :)

Nachdem wir uns dann über den Hauptspazierweg hoch geschleppt hatten, sind wir bis zum Belvédère Kondiaronk gelaufen. Dies ist ein wirklich große Aussichtsterrasse mit tollem Blick über die Stadt. Vor allem aber auf bzw. über Downtown und somit die Skyline von Montréal. Danach sind wir dann über ein sehr gutes Wegsystem per Treppen den Stadthügel runter und fix zum Hostel gelaufen, da sich so langsam der Hunger breit machte. Nach leckerem Essen, Gnocchi mit Pilzen und Paaprika in heller Sauce, sind wir dann zu unserem Abschlusshighlight des Tages aufgebrochen. Dieses war am Abend Baseball (Toronto vs. Boston) in einer Sportsbar schauen, welche wir tags zuvor entdeckt hatten. Hier gönnten wir uns ein Abschlussbierchen in Montréal und damit im Osten Kanadas....leider haben die Blue Jays verloren. Es war dennoch ein sehr schöner Abend :)

Nun ist es soweit, der letzte Tag in Montréal bzw. Ostkanada ist angebrochen. Für Christina kommt es noch dicker. Sie hat jetzt nicht nur eine Erkältung, sondern auch einen steifen Nacken und kam kaum aus dem Hochbett (das hat laut ihren Angaben ca. 30 Minuten gedauert). Nach dem reichhaltigen Hostel-Frühstück sind wir nach Old-Montréal aufgebrochen, um früh am Morgen an einer Free-Walking-Tour teilzunehmen. Kurz am Rande: Das Tolle an dieser Tour ist, dass sie kostenlos ist und die Stadtführer:innen in Form von Trinkgeld entlohnt werden. Eine wirklich super zu empfehlende Tour, mit einem sehr sympathischen Stadtführer. Trotz dessen, dass wir in den anderthalb Tagen zuvor schon einiges der Tourroute abgelaufen sind, haben wir nochmals neue schöne Ecken der Altstadt sehen können. Noch dazu wieder ein bisschen geschichtlicher Input, welchen Martin immer sehr interessiert aufnimmt - wer weiß, irgendwann wird er bestimmt auch mal Stadtführer :D :D...einige der hier Lesenden sind ja schon das ein oder andere Mal in den Genuss einer kostenlosen Führung durch Osnabrück gekommen. Abschluss der Stadtführung war dann der Underground von Montréal. Sehr interessant zu erwähnen ist dabei, dass dabei gesamt Downtown in den Hauptverkehrszonen unterirdisch zu begehen ist. Das ist super praktisch für die Menschen, die in Montréal leben, wenn man bedenkt, dass es hier im Winter durchaus Temperaturen weit unter -20 Grad geben kann.

Nach der Führung haben wir den Mittag dann noch gemütlich an einem sonnigen Plätzchen in der Innenstadt verbracht, bis wir schlussendlich unsere Backpacks im Hostel geholt haben und zum Flughafen per Bus gefahren sind. Gemütlich in dem Sinne bzw. bis zu dem Punkt, an dem wir in einer Mall noch für Christina Voltaren suchen mussten...

Ankunft in Calgary, dem Eingangstor zu den Rocky Mountains, war nachts um 23:15 Uhr. Aufgrund der späten Ankunft und der vollkommen überteuerten Hotels im Umkreis von 15 km, hatten wir die Nacht im Flughafen verbracht. Grundsätzlich war das eine sehr gute Idee, da man in der Regel an Flughäfen wirklich gut übernachten kann, auch wenn es vielleicht etwas verrückt klingt :D...allerdings war schon der Flug, als auch die Nacht für Christina leider nicht so förderlich, weshalb ihre Erkältung am Morgen komplett den Höhenpunkt erreichte und sie deutlich angeschlagen das Frühstück inkl. Tee zu sich nahm. Bis um 11 Uhr mussten wir dann noch am Flughafen verweilen, was überhaupt kein Problem war, bis wir den Mietwagen abholen konnten. Die Zeit haben wir genutzt, für das bereits erwähnte Frühstück und der Recherche bzw. Buchung einer vernünftigen Unterkunft, in der wir vorsichtshalber schon mal für zwei Tage eingecheckt sind, damit Christina sich ordentlich auskurieren kann.

Die Unterkunft ist auf jeden Fall ein wirklicher Glückgriff, trotz sehr durchschnittlicher Bewertungen, gewesen. Noch dazu hatten wir eine riesige Glotze und konnten entspannt Sportschannel suchten :D

Das war es zur vierten Wochen :) tut uns leid, dass es etwas später kommt, als geplant. Die letzten Tage waren leider etwas trubelig, aber dazu mehr in der nächsten Woche.

Wir hoffen ihr hattet viel Spaß beim Lesen und es war halbwegs unterhaltsam.

Bis zum nächsten Eintrag :)

Ganz liebe Grüße - Christina & Martin


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