4. Woche - Südlich im Bundesstaat Québec
Hallihallo ihr Lieben, wir melden uns mal wieder zurück :) mittlerweile sind vier Wochen der Reise vergangen und wir sind nicht mehr im Osten Kanadas. Aber was ist in der...


Veröffentlicht: 23.06.2023





















































































































Hallo ihr Lieben,
endlich melden wir uns mal wieder zurück....sorry :)
Wir werden den Blog jetzt etwas umstrukturieren und nicht mehr die Erlebnisse jeder Wochen erzählen, da wir seitdem letzten Beitrag einfach sehr mit Reisen beschäftigt sind und weder wahnsinnig viel Zeit noch Motivation zum Schreiben in den letzten Wochen vorhanden war, sondern immer wieder zwischendurch gewisse Erlebnisse aus den Gebieten in denen wir uns aufhalten zu Wort bringen :)
Nichtsdestotrotz wollen wir euch nicht die tollen vier Wochen im Westen von Kanada vorenthalten.
Was haben wir also in den Rocky Mountains erlebt?
Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, sind wir gut in Calgary angekommen. Nachdem Christina die Zeit nutzen und sich ordentlichen auskurieren konnte, Martin allein auf eigene Faust durch Calgary geflitzt ist und wir in unserer lässigen Trucker-Unterkunft ausgecheckt haben, sind wir weiter nach Canmore in die Rocky Mountains. Zwischenstopp am Anreisetag von Canmore war der Spray Valley Provincial Park - Kananaskis Country. Dort haben wir uns anfangs kurz im Infocenter am Parkeingang informiert, was aktuell an Trails möglich ist. Und für uns überraschend: Wir sind mit einem Bear Spray wieder aus dem Infocenter raus. Gerade in diesem Nationalpark fernab der Menschenmassen kann es durchaus passieren, auf Bären zu treffen und uns wurde dringend zu dem Spray geraten. Wir können euch sagen: Seitdem wandern sind wir mit einem nicht mehr ganz so entspanntem Gefühl gewandert und waren bei jedem Geräusch auf der Hut. An diesem Tag sind dann zu einem kleinen Hike am Barry Lake mit grundsätzlich toller Aussicht gestartet. Grundsätzlich tolle Aussicht, weil es ohne Regen mit Sicherheit der Wahnsinn ist :D Allerdings sollte uns auch der Westen wettertechnisch so begrüßen, wie wir im Osten abgereist sind. Wir hatten nämlich ca. eine halbe Stunde nach Beginn der Wanderung einen ziemlich massiven Hagel- und Regeneinbruch, haben aber dennoch durchgezogen bis zum Ende. Oben angekommen, standen wir dann in einer Wolke, somit hatten wir also keinen Ausblick :D schön war es aber trotzdem und wir konnten sogar ein Reh beobachten, was tatsächlich nur zehn Meter von uns entfernt im Wald stand. (glücklicherweise kein Bär, obwohl wir insheheim gerne einen gesehen hätten, gerne aber mit weitem Abstand und am Besten aus dem Auto heraus)
Abends sind wir dann im Party Hostel Canmore eingecheckt, wo wir direkt wieder gleichgesinnte Reisenden getroffen hatten. Das Hostel allerdings war nicht so geil, weshalb wir die folgende Nacht in Canmore in einer anderen Unterkunft verbrachten.
Am nächsten Tag sind wir dann morgens zeitig in den Tag gestartet und haben einen weiteren Hike im National Park Kananaskis Country gemacht - den Baldy Pass. Dieser war recht schön, durch die typischen kanadischen Wälder, allerdings ohne wirklichen Gipfel. Wir konnten dennoch am Endpunkt angelangt durch die Schneise der umliegenden Gipfel den wahnsinnig imposanten Wald bewundern, welcher sich wie Regenwald darstellte und nicht enden sollte. Einfach toll diese unberührte Natur zu genießen. Den weiteren Tag verbrachten wir dann mit einer schönen Autofahrt über den Smith Dorrien Trail rund um den Nationalpark, einer Schotterpiste durch die bergige Region, nach Canmore.
Tags drauf fuhren wir dann weiter nach Banff, um dort mal wieder einen Stop im Visitors Centre einzulegen (wir lassen kaum eines aus). Ernüchterung machte sich leider wieder breit und der Höhepunkt der Enttäuschung für Kanada war erreicht. Im Ernst ihr Lieben, wir haben kurzzeitig darüber nachgedacht, trotz gebuchtem Flug und Mietwagen, in Kanada alles abzubrechen und abzureisen, weil es einfach nicht die richtige Jahreszeit für dieses Land ist. Vielleicht klingt das in Anbetracht der Bilder, die ihr seht, komisch. Aber für uns hat sich seit Ankunft in Kanada das Reisegefühl leider noch nicht eingestellt. Wir hatten geplant, fast ausschließlich im Auto zu schlafen und all die Naturhighlights zu sehen, und all das blieb uns bisher fast immer verwehrt. Aber wir sind stark geblieben und weiter nach Lake Louise gefahren, um am selben Tag noch den Lake Agnes Tea House Trailhead zu machen. Dieser hat die Stimmung auf jeden Fall wieder deutlich nach oben gebracht, da wir zwar teilweise in Schnee gewandert sind (sind wir ja mittlerweile gewohnt :D), aber von oben tolle Ausblicke auf den (zugefrorenen) Lake Louise und zwei weitere Lakes hatten. Den Abend verbrachten wir dann in unserer Unterkunft, einem HI Canada Hostel in Lake Louise. Diese Hostelkette ist überall im Westen von Kanada anzutreffen und sehr zu empfehlen. Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, ebenso wie die Sauberkeit und der Service.
Am nächsten Tag haben wir uns dann den Emerald Lake im Yoho National Park angeschaut. Dort war ein toller Rundweg um den Lake mit super tollem türkisenem Wasser und bezaubernder Natur drum herum. Der See war im Unterschied zu Lake Louise schon fast eisfrei. Danach sind wir noch zum daneben befindlichen Hamilton Fall und der Natur Bridge gelaufen. Den Nachmittag verbrachten wir dann bei Kaffee und Bananenbrot im Hostel.
Am nächsten Tag sind wir dann zur Abreise aus Lake Louise aufgebrochen, um den ersten Teil des Icefield Parkway Richtung Jasper zu beginnen. Doch bevor wir zu dieser tollen Spazierfahrt starteten, machten wir am Morgen noch einen schnellen Hike rauf auf Castle Mountain, wo wir ansatzweise einen Gipfelblick genießen durften. Danach schauten wir uns noch die Upper Falls des Johnston Canyons in der Nähe an und düsten dann los auf den Icefield Parkway. Ihr merkt, das Tief am Tag zuvor hat bei uns neue Energie entfacht. Diese Straße ist eine unserer Highlights in den Rockies, weil man quasi mittendurch fährt und einfach nur genießen kann. Kurz am Rande, es wird endlich wärmer und wir planen ab jetzt wieder im Auto zu schlafen. An diesem Tag sind wir dann bis Coleman Creek gekommen, wo wir die Nacht verbrachten und uns im sehr kalten Fluss waschen konnten. Das war der Wahnsinn, mit diesem atemberaubenden Ausblick
Nun beginnen wir unseren letzten Tag in den Rockies. Der letzte Teil des Icefield Parkways beginnt mit einem der größten und zugleich schlimmsten Highlights der Reise bisher, dem Columbia Icefield. Alle die den Klimawandel nicht wahr haben wollen, sollten vielleicht dort mal aufschlagen und sich dann fragen, ob die Denkweise zeitgemäß ist. Wir waren zumindest komplett geflasht und geschockt zu gleich. Absolute emotionale Reizüberflutung. Danach ging es weiter vorbei an den Tangle Falls, Sunwapta Falls, Goats and Glaciers über die Athabasca Falls nach Jasper. Hier wollten wir eigentlich noch einen Nacht verweilen, allerdings war es ein solch schrecklicher Touriort, weshalb wir spontan entscheiden komplett aus dem Jasper Nationalpark rauszufahren. Der Abschluss der Fahrt Richtung Valemount, wo wir die Nacht an einem traumhaftschönen Spot verbrachten, hätte nicht schöner sein können. Leute, wir haben endlich unseren ersten Black Bear getroffen. Das war ein Erlebnis, welches uns fast zu Tränen rührte, da es gefühlt war, als wollte uns dieser Bär noch "Tschüss" sagen, bevor wir die Rocky Mountains verlassen.
Kurz zum Abendspot in Valemount. Dort angekommen haben wir bei Maps ein bisschen geschaut, wo man eventuell gut stehen könnten und sind dann locker eine Stunde über eine Schotterpiste entlang eines super krassen Flusses durch den Wald gedüst. Kurzzeitig dachten wir, wenn uns jetzt was passiert, dann sind wir verloren :D Ach übrigens, weil so schön und auch lustig ist, haben wir dieser netten Waldfahrt noch einen süßen kleinen Braunbären vorbeihuschen sehen :)
Das war es zu den Rocky Mountains :) tut uns leid, dass wir es jetzt mit dem Blog etwas anders handhaben werden, aber wir denken, ihr könnt es verstehen.
Wir hoffen ihr hattet viel Spaß beim Lesen und es war halbwegs unterhaltsam.
Bis zum nächsten Eintrag :)
Ganz liebe Grüße - Christina & Martin