vollwietweg part II
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30.09.18 - 06.10.18 Cebu City, Dumaguete, Siquijor Island

Veröffentlicht: 14.10.2018

Die Zeit vergeht gerade wie im Flug und die erste Woche auf den Philippinen ist bereits um.

Schweren Herzens haben wir uns von Singapur verabschiedet und waren am Flughafen noch hoch erfreut über den 24 Stunden foodcourt, der für einen Flughafen nicht mal so hohe Preise hatte. Wir waren aber auch sehr gespannt darauf was uns in den Philippinen erwarten würde, wir hatten zwar schon einiges gelesen und gehört, aber eine wirkliche Vorstellung hatten wir nicht. Über 7000 Inseln, 100 Millionen Einwoher_innen, hauptsächlich katholisch, war spanische Kolonie, wurde dann von Amerika übernommen und es wird sehr viel Fleisch gegessen.

Nach vier Stunden im Flugzeug waren wir dann auch schon am Ziel - die Insel Cebu, wo wir zuerst zwei Nächte in Cebu City verbringen wollten. Auch wenn wir immer wieder gelesen hatten, die philippinischen Städte zu meiden, war für uns klar, dass dies zum Gesamteindruck dazu gehört. Und ja, die Stadt ist chaotisch, laut, schmutzig und es gibt nur wenig zu sehen - aber wir waren schon an schlimmeren Orten ;) So erkundeten wir an einem Tag die Stadt und besichtigten eine der wichtigsten Kirchen der Philippinen, in der es vor allem um eine Statue des Jesuskinds geht - hier konnten wir zum ersten Mal die intensive Ausübung der Religion beobachten. Seit langem wurden wir wieder einmal von einem heftigen Regenguss überrascht, der uns nur kurz davon abhielt das spanische Fort und den Markt zu besuchen. Das Bild der Stadt ist geprägt von Fastfoodketten, die sich aneinanderreihen. Auch haben die Philippinen ihre eigenen, die sich zu den uns bekannten gesellen. Und auch sonst gibt es überall Fleisch, Fleisch und nochmal Fleisch. In der Stadt finden sich zum Glück ein paar vegetarische Restaurants, sodass Lea zumindest jetzt noch nicht verhungern musste. Auch scheint die Luftfeuchtigkeit hier wirklich hoch zu sein und uns rinnt der Schweiß in Strömen, so tun wir es nun den Locals gleich und haben uns für 60cent zwei kleine Handtücher gekauft, mit denen wir uns jetzt laufend abwischen können. Von all den neuen Eindrücken ziemlich erledigt, verbrachten wir den Abend in unserem Guesthouse und waren bereit am nächsten Tag weiter zu fahren.

Wir fuhren mit dem Bus Richtung Süden und mit der Fähre auf die nächste Insel, wo wir eine Nacht in der Stadt Dumaguete verbrachten. Deutlich kleiner und nicht ganz so chaotisch, war das soweit ganz nett und für eine Nacht wunderbar. Auch hier fanden wir ein Restaurant mit veganen Optionen. Und Mathias konnte sich endlich wieder von seiner Lockenpracht entledigen lassen. Wobei das wohl bisher der lustigste Frisörbesuch war. Der Salon nicht mehr als ein Loch in der Wand - soweit nichts ungewöhnliches - zwei Stühle, der Boden voller Haare, aus den Lautsprechern dröhnt zuerst Techno, dann Shakira. Am Eingang sitzt ein zweiter Mann, der wohl grad das Abendessen zubereitet. Er schneidet Gemüse auf einer Mini Ablagefläche, kocht Reis im Reiskocher, drängt sich immer wieder am Frisörmeister vorbei in ein Hinterzimmerchen und zwischendurch verkauft er noch Flaschen von irgendeinem Kräuterelixir an vorbeikommende Menschen. Lea wartet geduldig auf einem Holzbänkchen vor dem Laden, beobachtet amüsiert das Geschehen und bestätigt am Schluss noch die positive Geste zu Mathias Haarschnitt des nächsten Kunden, der ebenso geduldig gewartet hat. Gekostet hat das Ganze übrigens 1,60€.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann mit der Fähre auf den Weg nach Siquijor. Diese kleine Insel erkundeten wir die nächsten zwei Tage mit einem Moped, das uns zum Glück nur an einem Tag im Stich ließ. Wir wohnten ziemlich in der Pampa und ließen uns so mit Tricycle (ein Motorrad mit selbstkonstruiertem Beiwagen) knapp eine Stunde lang dorthin fahren. Es zeigte sich schnell, wie schön und ruhig diese Insel ist. Für die nächsten zwei Tage liehen wir uns ein Moped bei unserem Guesthouse und fuhren damit einen großen Teil der Insel ab, entdeckten Wasserfälle, einen 400 jahre alten Bodhibaum, der heute vorallem durch seinen gratis Fisch Spa einen Haufen Leute anzieht (Fische die einem in einem Teich die übrige Haut von den Füßen knabbern), die grünsten Reisfelder, Berge mit toller Aussicht, einen Strand der bei Ebbe nicht ganz so schön war und einer, der mit Besucher_innen überlaufen war und nur wenig einladend. Leider hatten wir am ersten Tag einen Platten am Hinterrad unseres Mopeds und leider war genau an diesem Tag in diesem Dorf 'Fiesta', wie es hier jedes Dorf einmal im Jahr feiert und so waren alle Mechaniker, an denen wir die nächsten 3 Kilometer, die wir schweißtreibend liefen und schoben, bereits dabei sich zu betrinken oder irgendwelchen Hahnenkämpfen beizuwohnen. Wir trafen viele Leute, die uns helfen wollten, aber hald nicht wirklich konnten, konnten dabei wunderschönen Karaokegesängen aus den verschiedenen Gärten lauschen, wie es auf den Philippinen bei jeder Gelegenheit gemacht wird. Alles ja irgendwie ganz lustig, wenn da nicht der kaputte Roller gewesen wäre. Nachdem 5. geschlossenen Mechaniker suchten wir nach einem Telefon, um unser Guest House anzurufen. Zum Glück waren die Grad mit ihrem Jeep in der gleichen Gegend und sammelten uns kurzer Hand inkl. Roller auf und fuhren uns zurück zum Guest House. Schon irgendwie spannend mit welcher Gelassenheit in den Philippinen alles so abläuft... Am zweiten Tag ging es mit dem gleiche Roller wieder los, der jetzt einen Schlauch und neuen Reifen hatte und dieses Mal lief alles glatt, außer dass wir in einen heftigen Regenguss kamen, dann aber auch schnell wieder getrocknet. Die Entdeckungen auf dieser Insel machen auf jeden Fall Lust auf mehr und wir freuen uns auf weitere Inseln der Philippinen. 

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