2017 VespamerikasuR 2019
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Zuletzt in Montevideo

03.11.: Limatambo - 2.550 m -

Veröffentlicht: 06.11.2017

04.11.

die nacht in meinem lehm-zimmer war abwechslungsreich. die ersten paar stunden habe ich gut geschlafen, dann kam die kälte. ich habe den fehler gemacht, mich mit meinem schlafsack auf die pferdedecken zu legen. der zweite fehler war, den grund dafür geschaffen zu haben, dass das bier "weg gebracht" werden wollte. ein bano gab es nicht - auch keines für die allgemeinheit, so dass ich improvisieren musste. das erste mal hat das gut geklappt, beim zweiten mal musste ich mich gedulden, bis spätheimkehrer ausser sichtweite waren.

ich schlafe dann aber noch einmal richtig ein. weder hähne, noch maunzende katzen wecken mich, sondern die stimmen der ersten frühaufsteher.

es ist zwanzig vor acht. mein senor, der einen lkw besitzt, ist schon wach und dabei, seinen tag und route zu planen. dabei verdieselt der lkw die würzige morgenluft. ich frage ihn nach einem bano, sein finger zeigt in den nahegelegenden wald.

später schiebt er mich mit der vepse den engen pfad hoch

ich packe meine sachen, verabschiede mich noch von der senora und sitze um 08:30 uhr auf der vepse. so früh war ich noch nie. das fahren ist angenehm, ein düsenwechsel oder anderes bleibt aus.

ich stelle mir vor, in abancay zu frühstücken, doch als ich in die stadt reinkomme habe ich nur den einen wunsch, so schnell wie möglich hier wieder rauszukommen. die 3S wird durch die stadt geführt und muss dabei recht kräftige steigungen bewältigen. dabei geht es auch durch enge wohnstraßen, die mit den üblichen geschwindigkeits-verminderern ausgestattet sind. dank grüner ampeln und etwas riskanter überholmanöver am berg schaffe ich die steigungen gut und habe nach einer halben stunde die stadt verlassen.
bis hierher ist es mir gelungen, keine strecke doppelt zu fahren. das war auch einer der beweggründe, warum ich auf dem weg von quito hierher die küstenstraße meiden wollte. es ist mir gelungen, wir haben die berge geschafft und abancay ist der schnittpunkt meiner rundreise durch peru. zwar gab es auf dem hinweg von cusco nach abancay noch kleine abstecher, aber als ich den ort curahuasi durchfahre und den wegweiser zur missionarsklinik sehe, weiss ich, dass jetzt noch weitere orte kommen werden, die mir bekannt vorkommen. ich überlege kurz, noch einmal in der klinik reinzuschauen, um den gründer persönlich kennenzulernen, aber der hunger setzt andere prioritäten.
ein restaurant finde ich zwar nicht, aber einen reichlich bestückten obststand mit frischen mangos. nach einer halben stunde geht es weiter und gegen 16:30 uhr erreiche ich limatambo. hier habe ich auch auf der hinfahrt übernachtet, erkenne aber beim durchfahren nichts mehr wieder. bei einer hospedaje, zu der auch eine ferreteria gehört mache ich halt, bekomme ein zimmer nach hinten und kann die vepse im lager parken. meine kräfte sind am ende, aber die schon fast obligatorische cola, die ich auf einem hocker vor der tienda trinke, weckt wieder meine lebensgeister. eine der zwei töchter des hauses - sie ist 4 - setzt sich neben mich und quält sich durch eine saure frucht mit vielen kernen.

gegenüber stehen 4 schuluniformierte mädels, die auf einen bus warten, der sie nach hause bringen soll. das klappt überhaupt nicht. sie stehen dort bestimmt eine geschlagene stunde und warten. da ihr bus nicht als öffentliches verkehrsmittel kenntlich gemacht ist, versuchen sie, jeden sprinter oder hiace anzuhalten. das sind aber touri-busse, die nach cusco weiterfahren. schade um die zeit, denke ich so vor mich hin. sie müssen bestimmt noch schularbeiten machen. wie soll das überhaupt gehen angesichts der spärlichen lichtverhältnisse in den lehmhäusern. oder  - und das hoffe ich sehr für sie - sie sind schon fertig mit allem und haben "feierabend", wenn da nicht noch zu hause im haushalt geholfen werden müsste.

ich gönne mir eine kleine siesta und bekomme später wieder ein menue. das beste ist immer die heisse und kräftigende suppe, der hauptgang besteht in der regel aus huhn und am schluss gibt es dann noch einen becher tee.

auf meinem rückweg zum hostel bemerke ich, dass die straße mit lkw zugestellt ist. die lkwfahrer essen in den zahlreichen restaurants entlang der straße zu abend, decken sich noch mit cola zum wachbleiben ein und machen sich auf den beschwerlichen weg zu ihrem zielort. ich kenne perus straßen und weiss, dass sie sich durch enge und kurvenreiche, nicht beleuchtete und nur spärlich mit signalstreifen auf der fahrbahn ausgestattete straßen zu kämpfen haben.

ich darf mich in mein hostel begeben.

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