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Während des Tet-Festes in Can Tho (Mekong Delta)

Veröffentlicht: 22.02.2018

Auch in Can Tho machten sich die Auswirkungen des Tet-Festivals bemerkbar. Die Millionenstadt (größte im Mekong-Delta) war tagsüber wie leergefegt und auch die schwimmenden Märkte, die sonst die Hauptattraktion in Can Tho darstellen, fanden nicht statt. So blieb uns hier nicht sehr viel zu tun als schonmal ein paar Infos über unsere nächsten Reiseziele zu sammeln und dabei ein paar kühle Getränke zu genießen. Was sich zunächst wie ein vergeudeter Tag anfühlte, war Entspannung, die wir dringend nötig hatten.

Als wir gemütlich auf einer Parkbank im Schatten saßen, kam eine ältere vietnamesische Dame vorbei, die uns eine Bootsfahrt zum Floating Market für den nächsten Tag aufschwatzen wollte. Wir waren etwas skeptisch, denn eigentlich sollte der Markt erst einen Tag später wieder stattfinden. Trotzdem schaffte sie es uns doch noch mit einem guten Preis zu locken und so willigten wir ein um 5.30 Uhr morgens am Anleger zu sein, um den Sonnenaufgang mitzuerleben.

Gegen Abend erwachte die Stadt dann langsam wieder zum Leben. Wo eben noch keine Menschenseele zu sehen war, drängten sich sehr bald die Leute und wir fragten uns wo all die Menschen plötzlich herkommen konnten. In der Stadtmitte gab es anlässlich des Festivals eine Straße, die mit Blumen und tausenden kitschigen Lichtern festlich geschmückt war.

4.30 Uhr: Aufstehen! Gequält schälten wir uns aus den Betten, packten unsere Sachen und fanden uns um 5.20 Uhr in der Hotellobby ein, da uns dort ein Fahrer abholen sollte. Der kam aber leider nicht und so mussten wir uns ein anderes Taxi suchen, um noch rechtzeitig zum Pier zu kommen. Dort war keine Spur von der Omi, die uns gestern das Ticket verkauft hatte... zum Glück konnte jemand anderes sie anrufen, da wir ein Beweisfoto mit ihr gemacht hatten und die Nummer irgendwo auf unsere Rechnung gekritzelt war und schon kam sie angewatschelt. Begrüßte uns mit einem zahnlosen Küsschen und zerrte uns an den Armen im Eiltempo an einen anderen Anleger. Es warteten in dem kleinen Boot schon ein anderes deutsches Pärchen, obwohl wir eine Fahrt zu zweit gebucht hatten, aber den beiden erging es nicht anders und so schipperten wir los, auf dem von Touri-Booten und Wellen durchzogenen Mekong-Arm. Vom Fahrer bekamen wir erst mal eine Ladung kleine Bananen, die wir mangels eines anderen Frühstücks gerne futterten. Am „größten schwimmenden Markt“ im Mekong-Delta angelangt, machte sich ein bisschen Enttäuschung breit: wo sich sonst hunderte Boote auf dem Wasser drängen und man von Boot zu Boot fährt und frische Lebensmittel einkaufen kann, waren heute nur ca. 5 große Boote mit Ananas, 5 Boote mit Wassermelonen und 2 Boote mit Kartoffeln - das wars. Schmalbesetzung, weil durch das Tet-Fest alle noch Urlaub hatten. An einem Boot kaufte unser Fahrer frische Ananas, die er irgendwann zwischen steuern und rauchen für uns aufschnitt. Sehr lecker!

Doch die Fahrt war noch nicht beendet: er manövrierte uns durch schmale Kanäle des Mekongs. Um uns war nur Grün, schmale Brücken und ein paar Blechhütten der Einheimischen. Wirklich sehr idyllisch und man fühlte sich sofort weit weg von der Millionenstadt! Wir hielten irgendwo an und der Fahrer gab uns zu verstehen, dass wir aussteigen und einen Weg am Ufer entlang gehen sollten. Dieser führte uns durch schöne Obstplantagen, wo am Ende unser Boot wartete. Auf der Weiterfahrt hielt der Fahrer ein paar mal an, um Früchte von Bäumen am Ufer zu pflücken, die er wieder direkt für uns aufschnitt. Diesmal handelte es sich um einen Sternapfel, wie wir später erfahren sollten. Das Innere ist etwas schleimig mit großen Kernen und einem weißen, klebrigen Saft und schmeckt ähnlich wie eine reife, süße Kaki. Also ganz lecker, aber eine ordentliche Sauerei.

Weiter ging’s in einen angelegten Fruchtgarten mit angrenzendem Restaurant. Im Garten führte uns eine nette 18-jährige Vietnamesin herum, bastelte uns Mädchen Ringe aus Palmenblättern und erklärte uns die verschiedenen Obstsorten, die wir danach zum Teil auch probieren konnten. Sehr lecker, aber zu viel Rohkost vertrug unser noch schwacher Magen nicht und so bestellten wir im Restaurant noch eine Pho-Suppe, Vietnams Spezialität!

Eigentlich sollte uns unsere Tour nun noch zu einer Glasnudelfabrik führen, die dort angekommen aber ebenfalls wie alles andere zum Tet-Fest außer Betrieb war... natürlich wäre es schön gewesen, das alles im Voraus gewusst zu haben, aber beschweren konnte man sich nicht, also nahmen wir‘s gelassen (das lernt man in Asien schnell).

Zurück in der Stadt besuchten wir noch kurz einen Tempel, die hier in Vietnam übrigens ganz anders, sehr bunt und kitschig sind - teilweise mit LED-beleuchteten Buddhas - und liefen an einer riesigen goldenen Ho Chi Minh-Statue vorbei. Da noch viel Zeit bis zu unserem Bus nach Saigon war, entschieden wir uns noch einen Smoothie trinken zu gehen und wagten es, einen Durian-Smoothie zu bestellen. Bei Durian handelt es sich um eine hierzulande beliebte Stinkfrucht, die ihrem Namen leider alle Ehre macht... Der Geruch und Geschmack erinnert an eine halb verschimmelten Zwiebel, die außen schon braun, süß und feucht ist, wenn ihr versteht was wir meinen... und das ist wirklich ekelerregend (bitte nicht nachmachen!!!)! Das Ende vom Lied war, dass wir die Shakes, nachdem wir sie natürlich probiert hatten, leider stehen lassen mussten und das Restaurant so schnell wie möglich verließen.

In einem bequemen Bus geht es jetzt weiter nach Ho Chi Minh City/Saigon!

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