Der Norden von Laos - Luang Prabang
Nach einer relativ kurzen Nacht brachen wir morgens um 7 auf um uns auf den Weg zum Pier zu machen, um uns noch gute Plätze im Boot von Houay Xai nach Luang Prabang zu sichern....


Veröffentlicht: 24.01.2018
Weiter geht‘s mit der abenteuerlichen Fahrt nach Vang Vieng. Wir hatten eine Fahrt im klimatisierten Minivan gebucht, der wirklich bis unters Dach mit Leuten vollgestopft wurde. Leider hatte irgendjemand vergessen zu berechnen, dass die meisten Menschen auch noch mit Gepäck reisen, das dann überall in die Gänge gestapelt wurde. Bei der einzigen Pause in den 5 Stunden Fahrt wurde dann alles wieder herausgeschichtet, sodass jeder an die frische Luft konnte. Zum Glück wurde keinem zwischenzeitlich schlecht... was bei dieser holprigen, offenbar frisch ausgebaggerten Strecke durch die Berge und immer direkt am Abgrund durchaus hätte passieren können; erst recht wenn der Fahrer in den gefährlichen Abschnitten ans Telefon geht, ohne Licht fährt und zwischendrin mal eben kurz ein Huhn überfährt... wir sind auf jeden Fall einigermaßen gut angekommen, ließen dann aber die bekannte Freitagabend-Jungle-Party von Vang Vieng aus. Nachdem alle anderen Bars um ca. 23.30 Uhr schließen, kann man sich von einem Tuktuk zur Jungle-Party fahren lassen, wo dann bei anscheinend hohem Drogenkonsum gefeiert wird bis der letzte umfällt... ;) keine Ahnung ob das wirklich zu empfehlen ist.
Am nächsten Tag wollten wir die Outdoor-Aktivitäten, für die Vang Vieng bekannt ist, „Ziplining“ (hier rutscht man mittels einer Seilrutsche und Klettergurt an zwischen Bäumen gespannten Seilen entlang) und „Tubing“ (man sitzt in einem alten LKW-Reifen-Schlauch und lässt sich den Fluss runter treiben) ausprobieren. Riana und wir, die schließlich noch von unserer Gruppe übrig geblieben sind, trafen uns um 12 Uhr bei der Agentur und wurden von einem Tuktuk mit unseren Tubes erst mal zum Ziplining gebracht. >beim Tubing empfiehlt es sich vorher einen wasserdichten Sack zu kaufen, da es entgegen dem Reiseführer keine zum ausleihen gibt!<
Wir waren in unserer Gruppe nur zu dritt mit zwei weiteren sehr lustigen laotischen Guides. Nach einer kurzen Einführung und einer ersten Zipline Rutschfahrt über den Fluss hieß es erst mal Bergsteigen um auf die Ausgangshöhe zu kommen. Oben angekommen gab es erst mal eine Runde Wasser für alle und schon ging es zur ersten richtigen Zipline. Die Seile waren teilweise ganz schön lang und die Täler tief, aber das macht das ganze ja erst richtig interessant. Und so sausten wir Kreuz und quer durch die Bäume, von einer Plattform zur nächsten. Für uns alle ein riesen Spaß! Auf der letzten Plattform wurden wir dann noch 25 Meter abgeseilt. Einer der Guides seilte sich zuerst ab und war dann für das sichere und langsame Abseilen von uns verantwortlich. Okay, sicher war es vielleicht aber langsam ganz und gar nicht. Hing man erst mal in der Luft, war man dem Guide gänzlich ausgeliefert. Und der hatte natürlich Spaß daran einen immer wieder einige Meter fallen zu lassen, bevor er das Seil wieder spannte. Auf die Spitze trieb er es mit seinem Kollegen (bzw. Bruder). Dieser hat schon vorher gesagt er hat jedes Mal Angst wenn er von ihm abgeseilt wird. Und so kam es auch, dass die 25 Meter bei ihm fast komplett aus freiem Fall bestanden und er mit der Elastizität des Seils beinahe am Boden aufgetroffen wäre. Der eine kriegte sich kaum noch ein vor lachen, der andere saß fertig mit den Nerven auf dem Boden.
Dann ging es direkt weiter zum Tubing. Also alle Sachen in den wasserdichten Sack, Bierchen raus und los geht die wilde - naja eigentlich sehr langsame und gemächliche - Fahrt in großen Schwimmringen den Nam Xong hinunter. Der Fluss fließt wirklich langsam und man kann sich locker treiben lassen und die Sonne und die Natur genießen. Und wenn man möchte, kann man sich jederzeit von einer der vielen Bars rechts und links entlang des Flusses mit Seilen heraus angeln lassen, um sich dort ein neues Bier zu holen. Kurz bevor die Sonne unterging kamen wir dann wieder in Vang Vieng an, was gut war, denn langsam wurde es doch ein bisschen frisch.
Nach einer warmen Dusche gingen wir noch ein bisschen in die Stadt, aber da es Tina immer noch nicht so richtig gut ging sind wir bald wieder ins Guesthouse und haben erst mal richtig ausgeschlafen.
Am Sonntag machten wir zu viert (Georgi aus Berlin ist inzwischen noch dazugestoßen) eine Rollertour zur Blue Lagoon. Diese hatten wir uns ein bisschen idyllischer vorgestellt. Stattdessen war der Ort voll von Chinesen, die sich mit Schwimmwesten ausgestattet (weil die meisten offenbar nicht schwimmen können und weder Körperspannung noch Koordination besitzen) wie die Lemminge von einem Baum ins Wasser stürzten. Ein lustiger Anblick, aber die Lagune an sich war doch eher enttäuschend klein. Für das Eintrittsgeld (was ein Schwabe gezahlt hat wird auch gemacht) konnten wir allerdings noch eine coole Höhle mit vielen Stalaktiten und Stalagmiten und einem kleinen Buddha Altar hoch oben im Berg anschauen. >Taschenlampe mitnehmen! (Danke, Lea & Stefan :)
Weiter ging es mit den Scootern zu einer „Secret Lagoon“, die aber so geheim war, dass man den Weg dorthin über Stock und Stein, zwischen ausgetrockneten Reisfeldern, vielen Kühen und wackligen Bambusbrücken kaum gefunden hat... Dort angekommen erwartete uns ein dunkles Loch in dem man angeblich schwimmen konnte, was wir aber nicht ausprobierten, weil außer uns dort kein Mensch war.
Dann überlegten wir spontan noch einen (auf der Karte kleinen) Loop über‘s Land zu fahren. Die Straßen waren zwar schlecht und die Reisfelder alles andere als grün, aber es war schön zu sehen wie Locals mit ihren Kindern, Hühnern, Schweinen, Kühen, Hunden usw. dort lebten. Wir fuhren den Loop immer weiter und es wurde immer dunkler und kälter... auf einmal konnten wir nicht mehr weiterfahren weil eine ganze Kuhherde einfach mitten auf der Straße stand. Irgendwie bahnten wir uns einen Weg und fuhren weiter durch die Nacht; den Staub der Straße an uns, die Sterne über uns. Endlich erreichten wir den Ausgangspunkt und waren schließlich froh wieder in der Stadt anzukommen, wo wir nach einem Curry und einer warmen Dusche wieder mal müde ins Bett fielen...
Nach einem guten Frühstück, das unsere Mägen vertragen buchten wir den nächsten Mini-Bus nach Vientiane. Dieser sollte laut dem Office mit ein paar Minuten Verspätung um 13.30 Uhr in Vang Vieng starten. Okay, an unserem Guesthouse war er überpüntklich und so dachten wir es kann ja nichts mehr schief gehen. Nach unserem Guesthouse fuhren wir zu einem schicken Hotel mit Pool und allem drum und dran, wo sich nach 20 Minuten Aufenthalt aber keiner dazu entschied bei uns mitzufahren. Deshalb weiter zum nächsten Guesthouse. Auch hier wieder ein bisschen Verwirrung: wer muss bei uns mit und wer nicht? Mit 2 Insassen mehr verließen wir das Guesthouse und fuhren zur provisorischen Fluglandebahn von Vang Vieng. Aus zunächst unerfindlichen Gründen warteten wir hier eine weitere halbe Stunde. Einer der Mitreisenden musste in Vientiane einen Flieger bekommen und wurde ungeduldig, das brachte aber auch nichts. Schließlich kam ein zweiter Mini-Bus aus dem ein paar weitere Passagiere bei uns zustiegen und dann konnte es um kurz vor drei endlich losgehen. Der Fahrer hatte wohl ein schlechtes Gewissen und wollte auch den Flieger noch erreichen und fuhr deshalb wie die gesenkte Sau... Da machten Bodenwellen, Gegenverkehr, Kühe und Kurven nicht viel aus. Die wurden einfach allesamt aus dem Weg gehupt. Wir kamen trotzdem einigermaßen heil an und der Flieger wurde vermutlich auch noch erreicht. Unsere empfindlichen Mägen waren jedoch nicht allzu begeistert...
Dafür sind wir in Vientiane in einem sehr schönen und sauberen Hotel untergebracht, sodass man sich hier gut auskurieren kann.
