Tirol 26.8.-6.9.2020
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Samstag, 5 September 2020
17°

Schon um 8.15h sitze ich im Auto und fahre nach Westen. Nach einigen Kilometern auf der Autobahn biege ich ab und fahre rund eine Stunde ins Sellraintal

Im Sellraintal

Es ist eines dieser wenigen Seitentäler des Inntals, das ziemlich ursprünglich geblieben ist. Hier laufen Pferde, Kühe und Ziegen frei herum oder Schafe werden von ihren Hirten begleitet. 

Im Sellraintal

Nur wenige Orte sind Skiorte, so wie Kühtai, was mein Ziel ist. Im Sellrain ist viel Land- und Viehwirtschaft, so dass man mehr als einmal Kühe, Pferde oder Ziegen auf der Straße hat. 

Hier wird man schon mal sehr genau von den Einheimischen begutachtet

Der Ort Kühtai liegt auf 2.020m Höhe und es gibt eine Vielzahl von Skilifte, der Ort besteht praktisch nur aus Hotels, Skischulen, Après Ski Bars und Restaurants. Das meiste ist geschlossen. 

Aber die Drei-Seen-Bahn, ein Lift auf gut 2.350m ist in Betrieb. Für 16 Euro kaufe ich mir eine Hin/Rückfahrt, weil ich nicht weiß, ob ich nicht doch plötzlich am Nachmittag fluchtartig den Rückweg antreten muss. Die Wettervorhersage ist leider so, dass es ab spätestens 14h schlecht wird. 

Los geht's auf 2.300m Höhe

Um 10h springe ich auf 2300m gemsenartig 😁 aus dem Lift und bin - sprachlos! Der Blick von hier oben ist unbeschreiblich. Hinter mir steigen karge Berge auf 2800m auf, Steine, Geröll, ein wenig Gras. Vor mir eine endlose Sicht bis zu den Ötztaler Alpen und links von mir ein See, der türkiser nicht sein könnte. 

Aussteigen und Staunen!

Anstatt von hier eine Wanderung zu starten, setze ich mich auf eine Bank und staune einfach nur über diese Wahnsinns-Natur. Die Sonne ☀ meint es so gut und scheint von einem wolkenlosen Himmel. Ich kann bald eine von zwei Jacken ausziehen. 

Und während ich die Zeitung von gestern im Ruhe lese und immer wieder in den See gucke und nach oben auf den Bergkamm, vergeht die Zeit. Andere sind auf einem vermeintlich schmalen Grat gut 500m über mir und stehen bald als Schattenriss an einem der Gipfelkreuze. 

Der See unterhalb meiner gemütlichen Bank spiegelt die Berge wider und erst wenn Menschen am steinigen Rand stehen, werden die Dimensionen klar. 


Kurz nach 12 laufe ich den Hang hinunter zur Drei-Seen-Hütte, auf 2.334m Höhe. Ich ergattere in der Mittagszeit den letzten freien Tisch und bestelle meine Lieblingskombi: Kaiserschmarren plus Cappuccino. 😋😋😋 Die Portion ist jedoch so riesig, dass ich - wenngleich im Wissen, dass dies der letzte Schmarren für lange Zeit sein wird - dieses Mal nicht alles schaffe.


Vor mir steht eine Gruppe Haflinger Pferde, dahinter dieses unglaubliche Panorama - was ist es doch schön hier! 

Gegen 13h laufe ich etwa eine Stunde zum Finstertaler Stausee, der m. E. nach sehr wenig Wasser hat. Ich gehe zurück zur Drei-Seen-Hütte und will von hier zurück ins Tal laufen. 

Der Finstertaler Stausee
Blick vom Stausee

Die Drei-Seen-Hütte
Auch freilaufende andere Pferde sind hier unterwegs

Mal wieder sind die Schilder und auch Komoot nur halb gut. Der Weg nach Kühtai Dorf verläuft zwar erst über einen recht gut begehbaren Weg, gabelt sich dann in 3 Wege und es gibt kein Schild mehr 🙄. Ich schaue bei Komoot und die "breitere" Route verläuft unterhalb meines Standpunkts. Ich stehe nämlich mittlerweile in einer Baustelle vor einem "Betreten verboten" Schild. 

Was für ein Blick von hier oben Richtung Ötztaler Alpen und Kühtai
Quer durch die Kühe in Richtung Tal

Also zurück und auf den vermeintlich guten Weg. Der besteht nun leider sehr schnell aus losem Geröll und endet an einer Liftstation, ganz weit oberhalb des Ortes. Ein Weg ist nicht so richtig erkennbar.

Bißchen steil...
Das sieht ja noch ok aus


Buckelpiste mit Gefälle 

Ab hier finde ich nur noch eine Art "Schneise" in der buckeligen Wiese mit steilem Gefälle. Alles kein Ding, wenn diese nicht aus Grassoden, Kuhlen und Huckeln bestünde. Das ist wie Treppensteigen ohne Stufen. Meine Knie jammern irgendwann, ob der konstanten Sprünge. 

Ich bin abgenervt hoch drei, als ich endlich unten vor einem geschlossenen Hotel festen Boden unter den Füßen habe. Nach einer Holunderschorle und zwei Cappuccino in der Sonne in einem Café hundert Meter weiter bin ich wieder entspannt... Ich beobachte andere Leute, die ebenfalls mit großer Mühe diesen Scheißweg die Wiese runter kommen. 

Kühtai

Mit aufkommenden Wolken verlasse ich dieses kleine Paradies und fahre zurück durch das Sellrain. Um 18h bin ich in meiner Wohnung, haue die letzten Reste in die Pfanne, lade schon meine große Tasche ins Auto und beobachte ein feistes Gewitter, das vor meinem Balkon niedergeht. 



Die Berge der Nordkette sind schnell in den Regenwolken verschwunden. Es blitzt und donnert, der Regen fällt eimerweise. Um 21.15h fällt der TV Empfang aus. Ich hab den Wecker auf 5.15h gestellt. Ich fahre nach 10 Tagen in Tirol völlig begeistert ab. 

So eine tolle Ecke! Die Wohnung, die ich in Außerkreith, rund 4km von Mutters entfernt hatte, war super. Die Lage ist ideal, wenn man Ruhe sucht und in max 45 min im Umkreis unendlich viele Sachen machen und entdecken will. 

Morgen stehen 750km Autobahn auf dem Programm. 

#österreich#tirol#kühtai#3-seen-hütte#dreiseenbahn#sellraintal
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