Einen Kaffee am Ende der Welt (Unterwegs in der Vulkanwüste)
Fragt man KI nach einer sinnvollen deutschen Übersetzung für den Begriff "Road Trip" ist die Ausbeute mager. Auch der deutsche Titel von Jack Kerouacs Roman "On the road" lautet...


Veröffentlicht: 28.08.2025















Auf die Wüste sollte das ewige Eis folgen, so die Dramaturgie der Ringstraße und damit auch unsere Reiseplanung. Island verfügte über den größten Eispanzer jenseits der Pole. Südlich davon regneten die Wolken ab (nördlich davon die Wüste).
Unsere Weiterreise nach Süden begann am Sonntagmorgen in dichtem Nebel. Nach einigen Kilometern kam auch noch Nieselregen dazu. Der Weg führte durch die Berge, bevor wir an der Küste wieder auf die Ringstraße 1 trafen. Dort hielten Singschwäne im Schmuddelwetter die Stellung. Statt Wanderprogramm stellten wir uns auf Schlechtwetteralternativen ein. Alsda waren Besuche einer verwitternden Wikingerdorffilmkulisse und des Fischerdorfes Höfn mit 1.800 Einwohnern, Zentrum des Südosten.
Die Tagesplanung war so unklar wie das Wetter. Majestätische Berge und ewige Gletscher blieben in Nebel und Wolken verborgen. Das Programm für den Tag schmolz zusammen und wir erreichten früh unser Hotel, bereits am Nachmittag. Es blieb also Zeit für ein kurzes Nickerchen. Für den späten Nachmittag war bereits am Vortag eine Bootstour auf einem Gletschersee gebucht worden.
Wieder eine Bootstour, diesmal mit einem motorisierten Schlauchboot auf einem Gletschersee. Es wurde wetterfeste Kleidung verteilt und wir packten uns ein, um gegen 17:30 Uhr zu starten. Tourguide Andrea steuerte das Boot und erläuterte Gletscherbildung und -abbruch.
Letztlich verhält es sich mit gefrorenem Gletschereis genauso wie mit Gebirgsbächen, die Schwerkraft zieht das Wasser (gefroren oder flüssig) zurück ins Meer.
Der Nebel, das Eis, der Gletscher - die Szenerie war stimmig, das Wasser war 2 °C kalt. Eine Seerobbe chillte auf einer Eisscholle. Im Anschluss, Besuch der benachbarten Lagune, mehr Nebel, mehr Eis, mehr Robben, mehr Nieselregen.
An der Mündung zum Meer funkelten vereinzelte Eisklumpen - Überreste der Gletscherkälber, die aufs Meer hinaus trieben - auf dem schwarzen Lavasandstrand. Der Reiseführer führte den Strand unter dem Namen Diamond Beach. Kinder tobten im Schmutz und erfreuten sich am Spiel mit Sand und Eis. Mir war kalt.
