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Unsere Hostelauswahl rührte an den großen Kulturunterschieden zwischen Europa und den USA. Klimaanlage (A/C) oder Ventilator?, fast so umstritten wie die Frage: eiskaltes Mineralwasser, ja oder nein? Andy warb mit Nachdruck für ein klimatisiertes Zimmer. Unsere Wahl fiel daher auf das Puerto Dreams. Das Hostel erinnerte eher an ein Boutiquehotel mit Holzoptik, Industriechic, zahlreichen Zimmerpflanzen, Armbändern für bargeldloses Bezahlen und allenthalben Surferassecoires. Dafür kein Frühstück und allenfalls in C- bis D-Lage. Helmut Hermann und Dorit Heike Gruh brachten es auf den Punkt: "uninteressant". Versöhnlich stimmte mich der kostenfreie Verleih von Fahrrädern.

Viel Auswahl gab es ohnehin nicht. Die Stadt war ausgebucht.

Puerto Escondido (siehe Beschreibung) bestach vor allem durch seinen endlosen Sandstrand mit gutem Wellengang. Surf-Schulen, Strandboutiquen, Cocktailbars, Elektorollerverleiher und hippe Strandhotels sorgten für ein internationales Ambiente, das eher an Bali erinnerte. Jedenfalls so, wie ich mir Bali mir vorstelle.

Jede Herberge verfügt zusätzlich über Co-Working-Plätze, um den zahlreichen europäischen Klimaflüchtlingen, das Heimarbeiten zu ermöglichen. Und da saßen sie allenthalben, junge und jungebliebene Menschen mit Klapprechnern und Headsets, beschäftigt mit Excel-Tabellen und in Videokonferenzen bei 30°C, dazu ein überteuerter Smoothie und eine Acai-Pokebowl, während auf der Straße Scooter mit seitlicher Surfbretthalterung vorbeibrausten.

Mit unseren klapprigen Hostelrädern erkundeten wir den Strand bis zur Südspitze, genossen dort den Nachmittag bei Bier und Meszcal unter einem Deckenventilator mit Blick auf den Stillen Ozean. Gegen 17 Uhr erschien uns die Temperatur erträglich genug, um sich an den Strand zu wagen.

Abendessen gab es bei einem hippen Thailänder am hippen Ende des Strandes der hippen Surferhochburg Puerto Escondido. 



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