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Erlebnisse in Down Under

Outback Adelaide - Alice Springs

So nachdem ich gerade bei regnerischem Wetter im Hostelzimmer sitze, habe ich nun endlich Zeit ausgiebig über meinen Outback-Trip zu berichten.

Am 13. April sind wir von Cairns runter in den Süden nach Adelaide geflogen. Von dort aus haben wir uns einen Campervan gemietet. Ich hatte mir unbedingt diesen einen Hippie-Camper mit Rooftop eingebildet. Eigentlich wollten wir von Cairns nach Alice Springs fliegen, da die Flugstrecke kürzer ist als bis nach Adelaide. Aber in der Autovermietung in Alice Springs war dieser Campervan nicht verfügbar, sondern nur in Adelaide. Bei der selben Autovermietung wo wir nun den Campervan hatten, hatten wir auch diese Schrottkarre für Cairns bis Cape Tribulation gemietet gehabt. Somit war die Überraschung nicht allzu groß, als wir unseren Campervan abgeholt hatten. Ein Steinschlag in der Windschutzscheibe, der aber zumindest fixiert wurde, eine verbeulte Stoßstange, eine Leiste oberhalb der Windschutzscheibe, die schon drohte komplett abzubrechen und Fenster zum Kurbeln, die sich während der Fahrt nicht mehr schließen ließen. Wir mussten dafür jedes Mal anhalten, von außen gegen die Scheibe drücken, dann erst ging das Fenster wieder zum Kurbeln. Und dann hatte man dort nicht mal einen Versicherungsschutz bei Tierschäden (gerade im Outback gibt es sehr viele Unfälle mit Kängurus) und dann noch $3000 Selbstbeteiligung falls wir einen Unfall haben, ohne das jemand anders involviert ist. Tage zuvor habe ich schon versucht eine deutsche Versicherung zu finden, die uns für diese Fälle eine Vollversicherung bietet, aber leider ließ sich da nichts finden. Ich habe dann bei einer deutschen Versicherung eine Selbstbehaltsausschlussversicherung abgeschlossen. Dabei übernimmt die deutsche Versicherung bei einem Unfall die Selbstbeteiligung des Versicherten. Damit waren wir zumindest etwas abgesichert, aber für einen Tierschaden waren wir trotzdem nicht versichert. Aber nachdem wir Gott sei Dank keinen Unfall hatten, ging alles nochmal gut.

Nach einem Großeinkauf in Adelaide und dem vollbepacktem Campervan "Flippy" haben wir die Nacht auf einem Campingplatz in Adelaide verbracht, da man bei Dämmerung und Dunkelheit aufgrund der Kängurus vermeiden soll, besonders auf Landstraßen Auto zufahren. Am nächsten Morgen sind wir dann früh los und haben uns auf den 840 km vor uns liegenden Weg nach Coober Pedy gemacht. Unseren ersten richtigen Stopp haben wir in Alligator Gorge eingelegt. Als wir dort angekommen sind, waren Schilder, dass dieser Nationalpark kostenpflichtig ist und man sich zuvor online über die Website ein Ticket kaufen muss. Sehr logisch! Nachdem ich dort nicht mal Internetempfang hatte, war das leider nicht möglich. Wir sind dann trotzdem zu einem Lookout hochgefahren, wofür man noch kein Ticket benötigt hat. Der schmale steile Weg mit tiefen Straßenrillen, war schon sehr spannend. Der Lookout war dafür ziemlich unspektakulär, somit sind wir den tollen Weg direkt wieder zurück gefahren. Neben vielen vielen Tankstopps (man muss bei jeder Möglichkeit tanken gehen, damit man nicht irgendwo in der Pampa stehen bleibt), haben wir nach 11 Stunden endlich unser Ziel Cooper Pedy erreicht. Wir mussten leider einige Zeit noch bei Dunkelheit fahren. Es war mir dabei ganz schön mulmig, nachdem am Straßenrand schon viele Kängurukadaver lagen. Wir hatten die Dauer unserer Fahrt etwas unterschätzt, schließlich haben die vielen Tankstopps uns auch etwas Zeit gekostet. Auf den meisten Highways in Australien ist ein Tempolimit von 110 km/h. Bei Dunkelheit wird geraten nur 80 km/h zu fahren. Umso erleichterter waren wir, als wir endlich unseren Campingplatz erreicht haben. Wir haben dann noch auf dem Rooftop gegessen und sind schließlich früh schlafen gegangen. Am nächsten Tag haben wir uns noch Cooper Pedy angeschaut. Die meisten Wohnhäuser liegen in diesem Ort unter der Erde. Grund dafür ist, das es unter der Erde immer angenehme Temperaturen hat, weder zu kalt, noch zu warm wird. In Cooper Pedy kann es im Sommer bis zu 50 Grad heiß werden, im Winter können die Temperaturen auf 0 Grad fallen. Somit schützen sich die Menschen mit ihren unterirdischen Häusern vor Kälte und Hitze zugleich. Wir haben das Haus eines Ehepaares besucht. Für $10 pro Person führen sie einen durch ihr Haus und ebenfalls in eine Opalmine. Das unter der Erde liegende Haus und die Opalmine wurden von drei Frauen "gebaut" bzw. ausgegraben. Eine dieser Frauen, Faye Nayler, war auch die Besitzerin des Hauses und hat den Tourismus nach Coober Pedy gebracht. Die Führung die Nico und ich bekamen war wirklich sehr interessant und der Besitzer einfach super nett. In der Opalmine hat er uns dann auch eine Redback Spider gezeigt, eine der giftigen Spinnen in Australien. Er lässt diese extra in der Mine, da er meinte die meisten Besucher haben diese Spinne noch nie gesehen und besonders für Touristen sei dies sehr interessant. 

Unser nächstes Ziel für diesen Tag war ein Campingplatz im 412 km entfernte Kulgera. Dort angekommen haben wir aber schnell beschlossen, das wir dort nicht bleiben wollen. Überall sind dort nur Aborigines herumgelungert und wir haben uns absolut nicht sicher gefühlt, da der Campingplatz für jeden zugänglich war. Wir sind dann noch 30 min weitergefahren und haben einen gepflegten und gesicherten Campingplatz beim "Erlunda Roadhouse" in Ghan gefunden, wo wir abends einen unglaublichen Sonnenuntergang bewundern konnten. Von Ghan waren es am nächsten Tag nur noch 3 Stunden bis zum Campingplatz im Ayers Rock Resort in Yulara, wo sich der Nationalpark mit dem berühmten Uluru befindet. Es war an dem Tag sehr heiß, daher haben wir anstatt einer Wanderung, doch ein erfrischendes Bad im Pool des Resorts bevorzugt. Abends sind wir auf einen "Sunset-Hügel", von wo aus man den Uluru sehen konnte. Leider war es dann jedoch bewölkt, sodass wir den bekannten Sonnenuntergang über dem Uluru nicht sehen konnten. Am nächsten Morgen hatten wir noch mehr Pech. Die ganze Nacht über hatte es schon nur geregnet. Trotzdem sind wir früh aufgestanden, in der Hoffnung wenigstens den Sonnenaufgang im Nationalpark sehen zu können. Aber mal wieder waren die dicken Wolken im Weg. Schließlich sind wir dann direkt zum Uluru und haben uns einer kostenlosen Führung angeschlossen. Die war allerdings so langweilig (ich bin fast im Stehen eingeschlafen), dass wir uns von der Gruppe wieder trennten und alleine den Uluru angeschaut haben. Rund um den Uluru sind überall Informationstafeln, wo man sich gut ohne Führung über einiges informieren kann. Das frühe Aufstehen hat mich so geschlaucht, das ich erstmal ein Nickerchen auf einer Bank am Uluru gemacht habe ;-). Anschließend sind wir zum Aboriginal Cultural Centre, wo es ein Museum über Informationen zu den Aborigines gibt, sowie Souvenirläden und Shops mit Aborigine-Malereien (worin die Ureinwohner am Boden oder auf Plastikstühlen sitzend, gemalt haben). Eigentlich wollten wir danach noch eine Wanderung machen, aber seit Vormittags regnete es und das hielt dann auch den ganzen Tag an. Somit sind wir bereits Mittags auf den Campingplatz zurück und haben uns den restlichen Tag über ziemlich gelangweilt. Auch am nächsten Tag regnete es noch. Trotzdem sind wir zum Kata Tjuta (auch genannt "Olgas") gefahren. Diese Gruppe von Felsbergen befinden sich im selben Nationalpark wie der Uluru, ist aber weniger bekannt. Was mich allerdings sehr verwundert, da die Kata Tjuta viel interessanter sind. Der Uluru ist natürlich auch sehr beeindruckend, aber man kann da nur einen Spaziergang drum herum machen und sieht dabei ja nur den selben einen Felsberg. Beim Kata Tjuta hingegen kann man richtige Wanderungen machen und auf die Felsberge hochsteigen. Pünktlich als wir unsere Wanderung gestartet haben, hat es dort aufgehört zu regnen. Man läuft dort über Schotter und klettert über kleine Felsbrocken. Ebenfalls geht es einmal eine steile recht glatte Felswand nach oben. Als wir dann am "Karingana Lookout" angekommen sind, hat es wieder mal geregnet. Wir hätten es zeitlich sowieso nicht geschafft, die große Wanderung, den "Full circuit walk" zu machen, daher haben wir uns wie viele andere wieder auf den Rückweg gemacht. Jedoch hat sich der schmale Wanderweg innerhalb kürzester Zeit in einen Bach verwandelt. Von den großen Felsbergen sind kleine Wasserfälle entstanden, die runter auf die Wege gelaufen sind. Und nachdem das Wasser auf den Felsen nirgends ablaufen kann, ist es nur logisch, dass dadurch kleine Bäche entstehen. Stellenweise konnte man seitlich nicht ausweichen und es blieb einem nichts anderes übrig als knöcheltief mit den Sneakern durch das Wasser zu waten. Wir fanden es dann eigentlich ziemlich witzig und es war auch wunderschön zu sehen, wie das Wasser von den Felsbergen runterfloss. Daher haben wir uns über den Regen gar nicht so geärgert. 

Übrigens: Der Uluru-Kata Tjuta Nationalpark gehört den Anangu-Aborigines. Daher wird streng wert auf Respekt auf die heiligen Stätte der Ureinwohner gelegt. So darf man z. B. den Uluru an bestimmten Stellen nicht fotografieren und auch keine Gesteine, Erde, Sand etc. mitnehmen.

Weiter ging es dann zu dem 304 km entfernten Kings Canyon auf den Campingplatz im Kings Canyon Resort, wo wir eine Nacht verbrachten. Der Kings Canyon war für mich eigentlich das Highlight. Er wird auch als kleiner Bruder des Grand Canyon bezeichnet. Die große Wanderung kann man dort gut in 2 - 2,5 Stunden machen. Wir hatten auch richtig Glück mit dem Wetter. Es war sonnig, aber nicht zu heiß, sodass wir das perfekte Wanderwetter hatten. Nachmittags sind wir 322 km zu unserer Endstation Alice Springs gefahren, wo wir auch noch eine Nacht auf dem Campingplatz waren. Am nächsten morgen sind wir wieder früh raus, um den Sonnenaufgang auf dem Anzac Hill zu sehen. Danach sind wir zu einem Supermarkt gefahren, haben uns was zum Frühstücken geholt, sind wieder zurück auf den Parkplatz vom Anzac Hill und haben ein letztes Mal auf dem Rooftop gegessen. Gegen späten Vormittag mussten wir schon unseren Campervan zurück bringen. Nachdem wir leider verpasst hatten, rechtzeitig einen Airport Shuttle zu buchen, mussten wir uns ein Taxi von der Autovermietung zum Airport nehmen. Von unserem Trip hatten wir noch eine Bierflasche und ein Drittel von der Flasche Moscato (das ist sozusagen der australische Hugo) übrig. Wir hatten vor den Alkohol noch am Flughafen zu trinken bis uns der Taxifahrer darauf aufmerksam gemacht hat, das Alkohol ja an öffentlichen Orten in Australien verboten ist. Er meinte dann, wir sollen während der 15 min Taxifahrt unseren Alkohol trinken. Eigentlich ist das zwar im Taxi auch nicht erlaubt, aber es erfährt ja niemand. Somit haben wir um 11 Uhr schnell den Alkohol in uns reingekippt. Am Airport angekommen, hab ich den dann erstmal richtig gespürt ;-).

Zu Alice Spring lässt sich sagen, das es absolut keine sehenswerte Stadt ist. Sie ist mit fast 28000 Einwohnern die größte Stadt im Outback und eignet sich wirklich nur als Ausgangspunkt für einen Outback-Trip. Wir waren froh, das wir erst gegen Abend dort angekommen sind und bereits am nächsten Tag Mittags unseren Flieger nehmen konnten. Alice Springs würde ich fast als eine etwas heruntergekommene Stadt bezeichnen. Es wird in dieser Stadt auch davor gewarnt, nachts rauszugehen, da es wohl häufig zu Überfällen kommt. Auch Einbrüche und Diebstähle sind hier nicht selten. Ich hatte sogar bammel unseren Campervan kurz auf dem Supermarktparkplatz abzustellen, da einfach komische Leute rumgelaufen sind. Die relativ hohe Kriminalitätsrate lässt sich vielleicht zum Teil auf die vielen Aborigines zurück führen, die dort leben. Arbeitslosigkeit und bei manchen auch die Alkoholsucht ist wohl einer der Hauptgründe. Einige der Ureinwohner können vermutlich mit der modernen Welt nicht allzu gut umgehen. Schließlich leben sie noch in ihren Stämmen, haben ihre Traditionen und sprechen wenn überhaupt Englisch nur als Zweitsprache und das nicht unbedingt gut. Die Suizidrate besonders bei jungen Aborigines ist leider sehr hoch. So hat uns der Taxifahrer erzählt, das häufig Aborigines mitten auf der Straße stehen oder liegen und hoffen von einem Auto überfahren zu werden. Teilweise stehen sie dabei unter Drogen- und/oder Alkoholeinfluss. Bei unserer Fahrt vom Kings Canyon nach Alice Springs hatten wir auch ein Erlebnis mit Aborigines. Vor uns ist auf dem Highway ein Roadtrain (großer LKW, der das Outback z. B. mit Lebensmitteln versorgt) gefahren. Plötzlich hat dieser gebremst und ist ganz langsam weitergefahren. Auf dem Mittelstreifen des Highways stand ein Aborigine, der versuchte Autos aufzuhalten. Am gegenüberliegenden Straßenrand war ein Auto, das wohl kaputt war, daneben saßen an die 6-7 Frauen, Kinder und Männer im Gras (die scheinbar alle in diesem Kleinwagen drinnen waren). Der Aborigine auf der Straße versuchte vorbeifahrende Autos also anzuhalten. Als wir an ihm langsam vorbeifuhren, ist er sogar auf unsere Fahrbahn gelaufen, wir konnten ihm aber noch ausweichen. Auch die hinter uns fahrenden Autos haben nicht angehalten. Ich hatte zwar schon etwas ein schlechtes Gewissen, da schließlich auch Kinder dabei waren, aber ich hatte mich vorher gut über das Outback informiert. Dort stand man sollte nicht einfach anhalten, wenn ein Auto am Straßenrand liegt. Manchmal kann es sich dabei um ein vorgetäuschtes defektes Auto handeln, um Leute zum anhalten zu bewegen, die dann schließlich überfallen werden. Generell soll man im Outback auch niemals auf einem Rastplatz campen. Es wird empfohlen immer kostenpflichtige, bewachte Campingplätze auf zu suchen. Es kam im Outback wohl schon zu Überfällen und Einbrüchen in Campervans auf kostenfreien Rastplätzen.

Zu den „gefährlichen“ Tieren, wie giftigen Schlangen, Spinnen, Skorpionen, vor denen im Internet gewarnt wird, kann ich nur sagen, völlige Panikmache. Wir haben außer die eine Spinne in der Opalmine, die dort bewusst als "Haustier" gehalten wird, keine dieser Tiere gesehen. Auch wenn ich Nachts auf die Toilette musste und mit meiner Taschenlampe den halben Campingplatz dafür durchqueren musste, ist mir keines dieser Tiere begegnet. Die einzigen wilden Tiere waren Dingos (wilde Hunde) auf dem Campingplatz im Kings Canyon. Solange diese nicht im Rudel unterwegs sind und man sie nicht füttert etc. tun sie einem in der Regel auch nichts. Obwohl es mir im Kings Canyon Resort nicht ganz wohl war mit den Dingos. Nico hat mich in dem Resort in das einzigste schicke Restaurant ausgeführt, das allerdings 10 bis 15 min von unserem Campingplatz entfernt lag und man einen unbeleuchteten Weg durchlaufen musste. Da hatte ich etwas Angst, das uns bei Dunkelheit ein Dingo anfällt, aber es war natürlich absolut nichts. Generell hatte ich mich gut auf den Outbacktrip vorbereitet. Wir hatten ein Satellitentelefon für den Notfall gemietet ($200 Miete pro Woche), da man außer auf den Campingplätzen in der Regel nirgendwo Internet oder Telefonempfang hat. Außerdem haben wir bei der Autovermietung die Versicherung abgeschlossen, wo der Roadside Assistance (quasi der australische ADAC) mitinbegriffen war. Während unserer Fahrt haben wir sehr viele Autowracks in der Nähe vom Straßenrand liegen sehen. Ich schätze viele lassen ihre Autos einfach nicht abschleppen, da die Abschleppkosten im Outback gigantisch hoch sind. Ebenso übrigens die Benzinpreise. In Adelaide hatten wir noch für den Benzin $ 1,17 gezahlt, umso weiter wir ins Outback gefahren sind, desto höher ist natürlich der Preis gestiegen. Der teuerste Benzinpreis lag letztendlich bei $ 2,06. Für eine Woche haben wir daher knapp $ 800 nur für die Benzinkosten ausgegeben. Auch wenn dieser Trip teuer war, hat es sich auf jeden Fall gelohnt! So viel Einsamkeit und so eine Landschaft sieht man nun mal nicht täglich.

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Kommentare

Aystetter
Das war ja wieder eine super Tour mit vielen Erlebnissen und Eindrücken , welche du bestimmt nie vergessen wirst .

Dinge, die du vor Ort erleben kannst: