18.12.2017: Rob Roy Gletscher - ein Highlight!
Um 9:00 Uhr startet unser bis auf den letzten Platz besetzter Kleinbus vom iSite Wanaka die 50 km lange Fahrt zum Raspberry Creek Carpark. Die letzten 30 km muss man sich eine...


Veröffentlicht: 22.12.2017


















Heute verlassen wir Wanaka und fahren an die Westküste. Auf dem Weg zu unserem ersten offiziellen Stopp halten wir an ausgewiesenen Aussichtspunkten über den tiefblauen Lake Hawea und den Lake Wanaka, allerdings weht uns der starke Wind immer wieder zügig ins Auto zurück.
Dann erreichen wir den Parkplatz für die Blue Pools - ein Highlight entlang des Haast Highways, das Eric auf keinen Fall verpassen sollte. Trotz des Regens haben die Pools nichts von ihrer wunderschönen leuchtend türkisfarbenen Erscheinung eingebüßt und geben ein tolles Fotomotiv ab. Auch der kurze Spaziergang dorthin mit den moosbehangenen Bäumen stimmt den Besucher schon mal auf diese regenreiche Region Neuseelands ein.
Je tiefer wir in die Westküste vordringen, umso mehr verschlechtert sich das Wetter - typisch West Coast eben. Daher verzichtet Eric auf die mir bereits bekannten Thunder und Fantail Falls, wenn auch sie nur 5 Minuten Fußweg vom Parkplatz entfernt sind. Aber wir haben heute ja ohnehin noch zwei vor uns. Als wir den Parkplatz der "Roaring Billy Falls" erreichen, schüttet es in Strömen. Eric sucht für einen kurzen Fotomoment Schutz in einem ausgehöhlten Baum, der gleich zu Beginn des Tracks steht. Von hier aus macht uns der Regen Beine und nach einem 10-minütigen strammen Fußmarsch erreichen wir den Wasserfall - nett, obligatorisches Foto und ab zurück ins Auto.
An den Depot Creek Falls fahren wir zunächst vorbei, denn sie sind nicht ausgeschildert - selbst bei Google Maps sind sie nicht gespeichert. Als wir den entscheidenden Hinweis entdecken, sind wir schon vorbei und es dauert etwas, bis ich eine Möglichkeit zum Wenden finde. Der Track ist versteckt und nicht wirklich in Schuss gehalten, aber wir müssen uns nicht weit durch den Busch schlagen. Der Wasserfall ist bereits vom Parkplatz aus deutlich zu vernehmen und nur wenige Schritte trennen uns von der uns entgegen schlagenden Gischt. Er ist recht gewaltig, einzig die stellenweise gelbliche Wasserfarbe ist nicht so ansehnlich.
Eigentlich steht als nächstes der Monroe Beach Walk auf meiner Liste, den wir allerdings kurzentschlossen streichen. Hier nistet der seltene Fiordland Crested Pinguin, doch das Schild weist darauf hin, dass die Brutzeit von Juli bis Ende November ist, sie erst nach 15:00 Uhr an den Strand kommen (wir sind früh dran) und nur noch sehr wenige Exemplare die ständigen Störungen durch den Menschen überdauert haben. Vielleicht hätte es sich trotzdem gelohnt, denn neben uns parkt ein Bus, der eine Horde Touristen loslässt - ich werde es wohl nie erfahren. Allerdings haben wir heute auch noch eine ganz schöne Strecke vor uns. Wir sagen nur noch schnell den Schweinen hinter dem Zaun "Hallo", von denen mich eines sogar anrüsselt, als ich meine Hand hinhalte. Ein ulkiges Gefühl.
Bei unserer Ankunft im Fox Glacier Village ist das Wetter vielversprechend, sodass ich kurzerhand den Parkplatz für den Fox Gletscher Aussichtspunkt ansteuere. Wir stolpern recht unvorbereitet - nur mit Kamera ausgestattet - los, weil ich einen kurzen Walk in Erinnerung habe. Tatsächlich sind es auch nur 2,6 km, doch wir hätten uns dafür wohl der Regensachen entledigt und vielleicht etwas zu Trinken mitgenommen. Naja, es geht auch mal so, nur in den Regensachen wird uns sehr schnell sehr warm. Laut meinem Blog kam ich bei meinem damaligen Besuch auf 700 m an den Gletscher heran, heute sind es 450 m, doch wenn man die Bilder vergleicht, gewinnt man trotzdem den Eindruck, dass ich 2013 näher dran war. Auf den Infotafeln wird allerdings auch deutlich, wie alarmierend schnell der Gletscher abschmilzt.
Unser Hostel in Franz Josef Village, welches wir gegen 18:00 Uhr nach 294 gefahrenen Kilometern erreichen, wartet mit folgenden kostenlosen Services für seine Gäste auf: Frühstück von 7:30-9:00 Uhr, Gemüsesuppe ab 18:00 Uhr, einer allen zur Verfügung stehenden Popcornmaschine inkl. Mais zum Befüllen, Spa-Pool und unbegrenztes WLAN. Schade, dass es nicht auch leise Mitbewohner garantieren kann. Die beiden Amerikanerinnen auf unserem Zimmer sind zwar sehr nett, aber eine schnarcht so laut, dass Eric die ganze Nacht kein Auge zubekommt und dabei brauchen wir unsere Kräfte für den morgigen Tag. Irgendwann nachts rüttelt er mich wach - angeblich, weil ich geschlafwandelt habe, aber vielleicht brauchte er auch einfach nur einen Leidensgenossen. Egal wie tief ich die Oropax ab diesem Zeitpunkt in meinen Ohren versenke, das Schnarchen dringt durch. Wie kann eine junge Frau nur solche Töne von sich geben?! Da kann ich auch auf einer Baustelle schlafen.
