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9.1.2018: Nelson Lakes National Park - ich komme!

Veröffentlicht: 12.01.2018

Gern wäre ich noch einen Tag länger in Karamea geblieben, möchte aber hintenraus lieber etwas mehr Zeit haben und entschließe mich daher schweren Herzens zur Weiterfahrt. In Westport halte ich nochmal am Hostel, weil ich dort eine Tüte mit erst einen Tag vorher erworbenen Lebensmitteln vergessen hatte. Zum Glück ist alles noch da.

Westport liegt bereits knapp 20 km hinter mir, als ich mich zur Umkehr gezwungen sehe. Innerhalb von 500 m verringert sich die Zahl meiner noch fahrbaren Kilometer um 1-2 km und das, obwohl die Straße ebenerdig verläuft. Da stimmt definitiv was nicht. In Westport suche ich die Caltex Tankstelle auf und bitte eine Mitarbeiterin um Hilfe, da sich die Bedienung des vorhandenen Luftdruckmessgeräts von den handelsüblichen unterscheidet. Und tatsächlich ist auf dem linken Vorderreifen viel zu wenig Luft. Ein Wunder, dass ich mir noch keinen Platten eingefangen habe. Nun aber weiter.

In 80 km Entfernung und direkt am Highway gelegen, befindet sich Neuseelands längste Swingbridge, auf die ich gern einen Blick erhaschen würde. Leider kostet der Eintritt 10 Dollar und das Gelände wird von einem Zaun vor zahlungsunwilligen Besucheraugen geschützt. Ach Mann, ist das gemein, aber 10 NZD ist mir die Überquerung der Brücke, von denen es gefühlt tausende in Neuseeland gibt, nicht wert.

Ich bin schon halb wieder ins Auto eingestiegen, als mich ein Mann fragt, ob ich bei der Brücke war. Ich verneine mit dem Hinweis, dass das Gebiet eingezäunt ist, doch er zeigt mir einen Trampelpfad, der vom Parkplatz direkt in das Gelände hineinführt - ganz legal. Gut, dass ich das Geld gespart habe, denn sonderlich beeindruckend finde ich die Brücke nicht. Das soll die längste Neuseelands sein? Da habe ich schon imposantere gesehen.

Abends/Nachts kann man übrigens kostenlos über die Brücke gehen. Was für eine Abzocke!

Der Highway führt irgendwann durch den Ort Berlins. Natürlich hat am Ortseingang jemand das "s" abgeklebt. Hätte ich schon großen Hunger, wäre ich in "Berlins Café" eingekehrt, so aber fahre ich weiter.

Wenige Kilometer weiter befindet sich ein Parkplatz, von wo aus man in 5 Minuten zu den Maruia Falls laufen kann. Auf den Fotos waren sie etwas eindrucksvoller, was sicherlich am seit längerem ausbleibenden Regen liegt. Lange verweilen möchte man hier ohne Deet nicht und da ich quasi den ganzen Tag im Auto sitze, habe ich darauf verzichtet, welches aufzutragen. Die obstfliegengroßen Sandflies fressen mich binnen Sekunden auf und noch dazu gibt es sehr aufdringliche Wespen am Ufer. Schnell ein paar Fotos gemacht und dann nichts wie weg!

In Murchison steuere ich zunächst ein Café für einen kleinen Mittagssnack an. Nachdem das Sandwich vertilgt ist, tigere ich noch etwas durch den Ort und ergattere im Four Square das eine oder andere Schnäppchen. Neben Schoki gönne ich mir auch eine Packung riesengroßer Heidelbeeren. Yum!

Einige Stop and Go Baustellen liegen auf dem Weg zu meinem Hostel für die nächsten zwei Nächte, aber ich habe es ja nicht eilig.

Als ich auf den Parkplatz des Hostels fahre, läuft mir bellend ein Border Collie entgegen, der sich vor meiner Fahrertür platziert und wartet, dass ich aussteige. Ein freilaufender Hund an einer Herberge wird schon freundlich gesinnt sein, denke ich bei mir und öffne zuversichtlich die Tür. Sofort steht der gutmütige Kerl mit den Vorderbeinen drin, leckt meine Hand und legt seinen Kopf auf meinen Schoß. Ich kraule ihn etwas, muss ihn dann aber hinaus schieben, weil es ziemlich doll hineinregnet. Sein Blick spricht ein regelrechtes "Och nööö", doch er gehorcht. Das Hostel muss ich mir heute Nacht lediglich mit einem Pärchen teilen, habe das Zimmer aber für mich und darf mich auf die wohl bequemste (harte) Matratze dieser Welt betten. Gute Nacht allerseits! 

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Antworten (1)

Matthias
Da hast du ja nochmal Glück gehabt mit deinem Reifen. 😊

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