Südostasien und Japan mit Kirschblüte
Südostasien und Japan mit Kirschblüte
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Bye bye, Japan

Veröffentlicht: 20.04.2026

Attraktion
Japan
Japan

Es war eine schöne und lehrreiche Reise. Japan war längst nicht so fremd, wie wir es erwartet haben. Die Sprachbarriere ist hoch, aber mit Google und den Übersetzungstools des japanischen Tourismusbüros überwindet man diese auch.

Die Japaner sind sehr hilfsbereit und sie möchten unbedingt vermeiden, dass man einen schlechten Eindruck von Japan erhalten könnte. Ab und zu nehmen Japaner gezielt Kontakt auf, einfach nur um herauszufinden woher man kommt, wohin man gehen will, um das eigene Englisch auszuprobieren. Dann wollen sie oft auch die Hand geben. Was die Verhaltensregeln angeht (z.B., dass man im ÖV nicht spricht, den Rucksack am Bauch trägt, nicht telefoniert, immer Schlange steht), ist es auch nicht (mehr?) ganz so streng. Wir haben ab und zu eine Regelverletzung beobachtet, wenn auch eher selten.

An den Orten, an denen wir «geschäftlichen» Kontakt mit Japanern hatten (in Läden, Restaurants, Taxis, ÖV usw.), waren sie erst recht hilfsbereit. Erstaunlich war wie viele Leute jeweils im Einsatz waren. Als wir beispielsweise Tee gekauft haben, haben uns drei Verkäuferinnen geholfen, als wir mit einer Tour mit insgesamt knapp 60 Personen in einem Restaurant gegessen haben, haben 18 Personen das Essen serviert, wenn das Schiff in einem Hafen eingelaufen ist, hat jeweils mehr als ein Dutzend Personen Absperrungen für die Passagiere aufgestellt sowie hin und her korrigiert. Das konnte problemlos eine Stunde dauern. Erstaunlich ist auch, dass die Kontrollen an den Häfen nicht einheitlich sind. Bei einigen gab es bei einem Landgang Passkontrollen, ab und zu sogar Taschenkontrollen, oft auch gar keine Kontrolle. Einerseits wissen wir, dass Japan bei industriellen sehr effizient arbeitet, aber bei den Arbeiten, die wir beobachten konnten, war es eher das Gegenteil.

Dass Japan sehr sauber ist, ist allgemein bekannt. Wir können das nur bestätigen. Und die WC sind für Touristen ganz toll. Man kann überall auf die Toilette und sie sind sauber. In der Regel ist es ein vollautomatisches WC, das noch Zusatzreinigungen ermöglicht und Sound machen kann, vielleicht kann man damit auch zum Mond fliegen. Man müsste nur wissen, wozu die vielen Knöpfe sind.

Im öffentlichen Verkehr braucht es ein bisschen Übung, dann klappt eine Zugfahrt mit drei Mal umsteigen auch. Zur Not kann man ja auch einen späteren Zug nehmen. Der öffentliche Verkehr hat nur eine Einschränkung, in kleinen Städten und im ländlichen Gebiet kann es sein, dass dieser unbrauchbar ist, will es nicht nur wenige Linien gibt, sondern manchmal auch nur wenige Kurse pro Tag (erlebt haben wir fünf, wahrscheinlich nur für Schüler). Da haben wir es deutlich besser.

Die Regionen mit kleinerer Bevölkerung und kleineren Städten haben noch viel mehr traditionelle Häuser, sie sind aber auch deutlich ärmer. Die Häuser sind weniger unterhalten und es wirkt alles arm. Es findet dort auch eine Landflucht statt und es hat in der Folge auch komplett verlassene Häuser.

Auch bei den Shinto-Schreinen und den buddhistischen Tempeln haben wir gelernt, wie man sich einigermassen richtig verhält. Das Erlebnis verändert sich wirklich, wenn man sich bspw. bei jedem Tordurchgang verneigt und etwas opfert. Bei den religiös wichtigen Tempeln hat es einfach sehr, sehr viele Leute, vor allem Japaner. Obwohl mittlerweile die Mehrheit der Japaner, sich keiner Religion zugehörig fühlt, macht es den Eindruck, dass sie auch so ab und zu einen Tempel besuchen. Ob es Shinto-Schrein oder ein buddhistischer Tempel ist, scheint dann nicht so wichtig zu sein.

Die ältere Geschichte Japans ist stark mit der Religion, den Tempeln und den Heiligtümern verknüpft. Im Unterschied zu Europa gibt es nur sehr wenig Artefakte. Was die von uns besuchten Museen gezeigt haben, ist eine Lücke zwischen Bronzezeit und dem ersten Kaiser Jimmus gut 600 v. Chr. Auch die verschiedenen Hügelgräber sind nur zwischen 1'500 und 2'000 Jahren alt. Insgesamt gibt es aber aus diesen Epochen nur wenige Artefakte und vor allem keine schriftlichen Überlieferungen aus diesen Zeiten selbst. Das kann damit zusammenhängen, dass es viele Erdbeben und Tsunamis gibt, Gebäude meistens mit Holz gebaut wurden, die oft abgebrannt sind und man gerade Tempel bis heute regelmässig neu aufbaut. Geschichtlich lebendig ist die Ära des Shoguns mit ihrem Samurai-Adel. Sie wird zwischen den Jahren 1192 bis 1867 angesiedelt. Die Shogune haben die schwachen Kaiser auf eine rein zeremonielle Funktion reduziert und das Land als Militärherrscher regiert. Zur Hauptsache gab es drei Shogune, lange Zeit am wichtigsten war das Tokugawa-Shogunat. Die Shogune haben Japan von der restlichen Welt weitgehend abgeschottet, was wirtschaftlich immer mehr zu einem Problem wurde. Im 19. Jh. hat der internationale Handel sowie der kulturelle Austausch zugenommen und die USA haben damals schon massiv Druck ausgeübt und den Handel mit ihnen erzwungen. Im Jahr 1868 erfolgte die sogenannte Meiji-Restauration, die einerseits die Shogun- und Samurai-Herrschaft beendete und andererseits den Kaiser wieder als Herrscher einsetzte, gleichzeitig das Land öffnete und in die Moderne führte. Bis in die Mitte des 19. Jh. war Japan in unseren Augen also noch von einer mittelalterlichen Kultur geprägt.  

Etwas bedenklich ist der Umgang der Japaner mit der kriegerischen Vergangenheit. Ob der zweite Weltkrieg, die verschiedenen Eroberungsfeldzüge in China, Taiwan und Korea, es wird einfach nicht zur Sprache gebracht, dass dabei Unrecht geschehen ist. Es wird einfach in den Museen, bei den Denkmälern auch nicht gesagt, dass diese Kriege richtig waren, es wird einfach nichts dazu gesagt. Wenn man allerdings im Internet die Bewertungskommentare zu den Orten von japanischen Besuchern liest, dann werden die Kriege als notwendig und richtig bezeichnet. Es ist ein erstaunlicher Widerspruch, dass so freundliche Menschen, gleichzeitig keine Probleme mit ein paar Millionen kriegsbedingter Toten haben.

Es wird zwar viel über den Übertourismus gesprochen. Wir haben zum Glück keinerlei negative Reaktionen von Japanern erlebt. Wir haben auch nicht erlebt, dass sich andere Touristen schlecht benommen hätten. Unsere Reise hat uns zwar mehrheitlich in Städte geführt hat und nur wenige, weniger besiedelte Regionen gesehen haben. Dennoch glauben wir, dass wir uns in den in fünf Wochen ein gutes Bild machen konnten. Wir würden die Reise also wieder machen und können Japan empfehlen. 

Auf einen Blick

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Dauer
35 Tage
Begleitung
Mit Freunden
KulturellEntspannend
  • Japan war weniger fremd als erwartet
  • Hilfsbereite Menschen und gute Übersetzungstools
  • Saubere, touristisch sehr gute WCs
  • Zugfahrten mit mehrmaligem Umsteigen
  • Tempel, Schreine und historische Einblicke
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