Kagoshima, 8. April 2026
Heute hat uns der Vulkan Sakurajima am frühen Morgen wieder rauchend empfangen. Der Vulkan ist ja permanent aktiv und stösst mindestens Dampf oft aber auch Asche aus. Heute hat...


Veröffentlicht: 09.04.2026



































Wir sind heute in Hososhima, dem Hafenort der Stadt Hyūga. Die Stadt Hyūga hat knapp 60'000 Einwohnende und Hososhima vielleicht 1'000. Das ist eine sehr kleine Stadt. Sie hat auch nur zwei Buslinien und eine Bahnlinie (Schmalspur). Auf den beiden Buslinien fahren in jede Richtung sechs Busse am Tag, also ein Bus alle zwei bis drei Stunden. Es gab auch einen kleinen Shuttle-Bus, der alle ein bis zwei Stunden vom Hafen in ein Einkaufszentrum und ein ursprüngliches Dorf gefahren ist. Leider war er so klein, dass er selbst für unser, eher kleines Schiff zu klein war.
Wir sind dann aber trotzdem mit dem Shuttle-Bus in das historische Quartier von Mimitsu gekommen und haben uns das Quartier angesehen. Fast alle Häuser sind noch völlig traditionell. Die Häuser und die Quartierstruktur sind zwischen etwa 150 bis 250 Jahre alt. Sie stammen also noch aus der Epoche, als Japan völlig verschlossen war. Die Häuser dieser Siedlung sind denkmalgeschützt und gehören zu den 100 am besten erhaltenen historischen Orte Japans.
Die Häuser sind aus Holz gebaut und mit traditionellen Ziegeln oder Stroh gedeckt. Die Türen und Fenster sind mehrheitlich aus Reispapier mit Holzrahmen und nur wenig haben Glasscheiben. Die Böden sind mit traditionellen Matten belegt. Diese heissen Tatami, sie bestehen in der Regel im Innern aus gepresstem Reisstroh, der mit geflochtenem Binsengras (Igusa) überzogen wird. Das Bad, welches auch als Waschküche dient, besteht aus einem runden Stein- oder Metalltrog, welcher von einer darunterliegenden Feuerstelle von aussen beheizt wird. Die Häuser in diesem Quartier sind noch alle bewohnt. Auf der Fahrt haben wir viele weitere, solche traditionellen Häuser gesehen, diese waren aber oft schlecht oder gar nicht mehr unterhalten, oder nicht mehr bewohnt.
Die ganze Region scheint eher arm zu sein. Ansonsten wird die Region offenbar vor allem im Sommer wegen seine Badestrände und Surf-Hotspots besucht. Das heisst, es ist jetzt auch keine Saison und viel weniger los.
Wir haben auch das lokale Heimatmuseum von Mimitsu besucht, das Artefakte aus der Gründungszeit ausstellt und Hintergrundinformationen zum Ort gibt. Mimutsu war historisch ein wichtiger Ort. Hier war der Ausgangspunkt von Kaiser Jimmus Ostexpedition im Jahr 660 v. Chr. Mit dieser Expedition hat Jimmu Japan erstmals vereinigt und er hat sich so zum ersten Kaiser Japans gemacht. Der Ort gilt deshalb auch als Geburtsstätte der japanischen Marine, da die Expedition von hier aus mit Schiffen erfolgte. Im Zuge der Vereinigung Japans wurde Nara (drt Ort mit den vielen zahmen Hirschen) die erste Hauptstadt von Japan.
Im Ort gibt es deshalb ein Denkmal für die Gründung der japanischen Marine, einen Schrein zu Ehren von Jimmu und einen Stein, auf dem Kaiser gesessen und nachgedacht haben soll.
Als wir mit dem Shuttle-Bus zurückfahren wollten, war dieser rasch überfüllt, denn die Mehrheit der Mitpassagiere hat den Bus nur als Ausflugsbus genutzt und ist gar nicht ausgestiegen. Wir haben dann ein Taxi bestellt, das wegen der grossen Nachfrage 30 Minuten brauchte. Dieses ist aber nicht gekommen. Es hat sich herausgestellt, dass jemand unser Taxis abgefangen hat und sich als Besteller ausgegeben hat. Am Ende haben uns eine Mitarbeiterin des Heimatmuseums und ihre Freundin mit ihrem Privatauto zurück zum Schiff gefahren. Das hat dann die Warterei und den Ärger wettgemacht. Es war eine witzige Fahrt und am Ende haben sie gewunken, bis wir ganz im Schiff verschwunden waren.
Es war noch recht warm, hat dann aber auch zu regnen begonnen. Wir wollten deshakb nicht nochmals aus dem Schiff gehen. Nachträglich haben wir gesehen, dass man in einer guten Fahrstunde weiter, die Saitobaru-Grabhügel hätte besuchen können. Das sind insgesamt 319 Grabhügel aus dem 4.-7. Jh. und gehört zu den bedeutendsten antiken Stätten Japans. Irgendwie haben wir das übersehen, aber jetzt war es zu spät. Dennoch ein paar Bilder von den Grabhügeln :(.
