Toba, 22. April 2026
Die Entscheidung des Kapitäns, gestern erst am Vormittag loszufahren, dafür etwas schneller zu fahren, hat sich bewährt. Die ganze Fahr war recht ruhig. Bei der Ankunft am...


Veröffentlicht: 11.04.2026



































Die Wetterprognose war nicht vielversprechend für eine Sicht auf den Fuji. Aber der Blick vom Balkon bei der Einfahrt zeigte überraschenderweise doch den Fuji.
Wir sind zeitig losgezogen und mit dem Bus zu einem Strand mit einem Küstenwald, der eine gute Sicht auf den Fuji verspricht. Tatsächlich hat sich die Fahrt gelohnt, zum einen ist es zwar nur ein schmaler aber schöner Kiefernwald, zum anderen gibt es entlang der Küste verschiedene Aussichtspunkte, von denen aus man den Fuji unbeeinträchtigt sehen kann. Der Fuji ist wirklich eindrücklich, weil er sehr gross ist und so als einzelner Berg alles überragt. Am Strand selbst hatte es zwar Abfälle, verglichen mit anderen Stränden, selbst von unbewohnten Südsee-Inseln, aber wenig. Ganz besonders auffällig war, dass es keinerlei Abfälle von der Fischerei (wie Netze, Leinen, Stricke) darunter hatte.
Danach haben wir noch den Miho-Schrein besucht, der auch Teil eines Weltkulturerbes sein soll. Er ist für die in diesem Kiefernwald zur Hauptsache vertretene "Hagoromo-Kiefer" bekannt, der als heiliger Baum gilt und gemäss einer Legende mit dem Gewand der himmlischen Jungfrau verknüpft ist. Der Schrein wurde vom Kaiserhof und den Samurai hoch verehrt. Er ehrt offenbar die sieben Glücksgötter der ehelichen Harmonie, der Partnersuche, der sicheren Geburt und Kindererziehung, der Medizin, der sicheren Seereisen, des Fischfangs, der Landwirtschaft, der Literatur, des Tanzes und der Musik. Da kann fast nichts mehr schiefgehen. Obwohl es nur ein kleiner und eher wenig bekannter Schrein ist, wird er gut besucht. Gleich nebenan gibt es noch eine grössere Gedenkstätte, die am Ort keinerlei Erklärungen hat. Sie ist offenbar den gefallenen Soldaten des chinesisch-japanischen Krieges und des grossen asiatischen Krieges gewidmet. Das sind die beiden Kriege gegen China, Taiwan und Korea von 1894-1895 und 1937–1945. Die Kommentare dazu zeigen, dass sie als reine Verteidigung und nicht als Eroberungsfeldzüge betrachtet werden und keinerlei Bedenken wegen der verübten Gräueltaten bestehen.
Nach dem Besuch dieses Küstenabschnitts stand eine längere Wanderung zu einem Wasserfall oder zu einem Katzenkaffee zur Debatte. Das Katzenkaffee obsiegte und wir waren so auch sicher rechtzeitig zurück auf dem Schiff und konnten das Kofferpacken in Angriff nehmen. Denn morgen heisst es schon Abschied nehmen. Das ist traurig, weil auf dem Schiff immer eine sehr herzliche Atmosphäre besteht und der Abschied allen schwerfällt.