BLOG 17: Poás Volcano & Hacienda Doka
Am Morgen trommelt der Regen aufs Dach unseres „Field Houses“ in der Lodge und der Nebel ist dicht wie am Abend, und kalt ist es auch.


Veröffentlicht: 02.03.2026





















Heute heißt es früh aufstehen, um 05.00 Uhr – kurz nach Mitternacht – werden wir in Kälte, Regen und Nebel in der Volcano Lodge abgeholt. Flott geht’s runter ins Tal, wo „natürlich“ wieder die Sonne scheint. Wir sind früh dran. Einchecken, Ausreise und Sicherheitskontrolle geht sehr flott vor sich. Die Copa Lounge ist angeblich überfüllt, sodass wir auf Warteliste gesetzt etwa eine halbe Stunde warten müssen. Die Lounge ist dann maximal zu 2/3 gefüllt, aber immerhin so weit ok.
Der Flug ist kurz und schmerzlos – ein letzter Blick auf den Vulkan Poàs zeigt uns, dass er auch heute wieder oben in Wolken steckt. Im Landeanflug auf Managua haben wir ein schönen Blick auf den riesigen See Xolotlán und den Vulkan Momombo – wohl der bekannteste in Nicaragua.
Am „Aeroporto Internacional Augusto Sandino“ ist nicht viel los, außer unserer COPA Boeing 737 sind nur zwei Antonov-26 sowjetischer Herkunft am Vorfeld – dieses Flugzeug war schon zu Gerhards Russland Zeiten vor etwa 35 Jahren uralt im Dienst – ich habe damit ein paar legendäre Flüge gemacht: Perm – Moskau oder Magnitogorsk – Ufa – Kazan; aber das sind andere Geschichten.
Die Einreise und Zollabfertigung sind eher relaxed, jeder Ausländer muss 10 US-$ in Cash Touristengebühr zahlen. Bei der obligatorischen Durchleuchtung des Gepäcks erregt mein Carry On Rucksack Aufsehen – ich werde von einem Offiziellen zu Seite gebeten / abgeführt. Am Ziel, einem einfachen Tisch bedeutet mir der dortige Amtliche, dass ich aus dem Stoß der Einreise Wische, die jeder ausfüllen musste, meinen Heraussuchen soll – zum Glück war meiner ziemlich oben, die verlangte Öffnung des Rucksacks ergab das Corpus Delicti – unser Swarovski Habicht Fernglas. Ich musste es in den Zettel eintragen, der dann wieder am Stapel landete. Ich habe, auch bei der Ausreise, nie wieder etwas zu diesem Thema gehört. Wohl Arbeitsplatzbeschaffung im Sandinistischen System.
Unser Abholung klappt perfekt, unser Guide Huascar mit Fahrer Alan und seinem Toyota stehen bereit.
Es geht gleich weiter in die Stadt Leon - die Hauptstadt Managua besuchen wir dann später nach dem Aufenthalt in Leon auch noch. Der Verkehr ist überraschend heftig, viele US-Built Trucks und sonst japanische, chinesische und koreanische Autos. Wir lernen gleich drei Spezialitäten Nicaraguas kennen:
zu einem ist seit einigen Monaten die Höchstgeschwindigkeit auf allgemein 50 km/h beschränkt – auch auf den Straßen außerorts. Die sandinistische Regierung möchte damit die Anzahl der Verkehrsunfälle reduzieren.
Das zweite neue für uns sind die sogenannten „Trees of Life“ – überdimensionale Stahlblumen - Denkmäler – praktisch an jedem Kreisverkehr. Diese sollen an die „Errettung“ Nicaraguas aus der Energiekrise nach 2005 durch den damaligen Präsidenten Venezuelas, Hugo Chávez erinnern. Nach dem Wahlsieg von Daniel Ortega - linker Sandinist – 2007 lieferte Venezuela Öl zu „Freundschaftspreisen“ und Chávez finanzierte den Bau mehrerer ölgefeuerter Kraftwerke, um die damaligen chronischen Stromausfälle in Nicaragua zu lindern.
Und als drittes sind die häufigen Statuen – oft als Silhouette – von Augusto Sandino nicht zu übersehen.
Zur Geschichte und heutigen Situation Nicaraguas wird mehr im Blog über Managua zu lesen sein.
Während der etwa zweistündigen Fahrt – solange braucht man in Nicaragua für ca. 100 km – machen wir nicht nur an einem Aussichtspunkt mit schönen Blick auf den Lago Xolotlán und den Vulkan Momombo halt, sondern bleiben auf Wunsch von Gerhard auch bei einer der zahlreichen „Ziegelfabriken“ stehen. Hier wird noch auf Handarbeit Wert gelegt…
In Leon finden wir das Hotel "La Perla 1858" mit einem schönen, typischen Innenhof, das Abendessen ist romantisch und gut genießbar. Merkbar ist deutlich, dass Nicaragua bei weitem noch nicht so touristisch erschlossen ist wie Costa Rica, das Personal ist manchmal ein bisschen „patschert“ und wenn wir spanisch könnten, wär‘s auch nicht so schlecht. Aber die Leute sind freundlich und bemüht und wir fühlen uns recht wohl.
