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BLOG 19: Leon / Nicaragua - "Capital de la Revolucion"

Veröffentlicht: 08.03.2026

Sehenswert
León
León, Nicaragua
Attraktion
Kathedrale von León
León, Nicaragua
Attraktion
Mercado Central
León, Nicaragua
Attraktion
Iglesia El Calvario - Dulce Nombre de Jesús
León, Nicaragua
Park
Fray Antonio de Valdivieso Park
León, Nicaragua

León hat etwa 200.000 Einwohner und liegt unweit des Pazifischen Ozeans. Hier ist auch ein Zentrum des Erdnuss- und Zuckeranbaus. Die bis in die 1980er-Jahre dominierende und unter enormen Schäden für die Umwelt angebaute Baumwolle wird nicht mehr produziert.

León gilt als das Herzstück und die "Wiege" der sandinistischen Revolution (FSLN – „Frente Sandinista de Liberación Nacional“) in Nicaragua. Die Sandinisten kämpften seit den 1960er Jahren gegen die Diktatur des Somoza Clans. Die Stadt war ein Zentrum der Revolutionskämpfe 1978/79, die von intensiven Straßenkämpfen geprägt waren und die erste Stadt, die 1979 von den Sandinisten befreit wurde, Heute erinnern viele Denkmäler und Wandbilder an die Kämpfe und die vielen darin gestorbenen Sandinisten. Zudem ist die schwarz-rote Fahne der FSLN überall neben der blau-weiss-blauen Nationalflagge zu sehen.

León gilt auch heute als intellektuelle Metropole Nicaraguas und steht traditionell für das liberale Element des Landes;

Weiters über die blutige und turbulente Geschichte Nicaraguas folgt im Blog über Managua.

Doch gibt es nicht nur Sandinistisches zu sehen, auch Kirchen und der Mercado Central sind sehr reizvoll.

Die Kirche La Merced ist der geweihte Ort für Leòns Schutzheilige, die Virgen de la Merced. Die Statue stammt ursprünglich aus Spanien und wurde 1528 in der alten Stadt – León Viejo – in der gleichnamigen Kirche aufgestellt. Beim Ausbruch des Momotómbo Vulkans 1609 wurden Kirche und Stadt zerstört – die Statue blieb aber unbeschädigt und wurde in die neue Kirche in der neuen Stadt Leon überführt.

Der Parque Central mit seinen Denkmälern wird von der um 1860 nach über 100-jähriger Bauzeit fertiggestellten Kathedrale von León „Basilica de la Asunción“ dominiert. Vom Dach der Kirche hat man einen sehr schönen Blick auf die Stadt und die umliegenden Vulkane.

Vor dem Rathaus stehen zwei traditionelle Riesenpuppen, die eine zentrale Rolle in der nicaraguanischen Folklore spielen. Die Figuren sind Teil der Feierlichkeiten rund um die "Purísima" (Fest der Unbefleckten Empfängnis). „La Gigantona“ stellt eine koloniale spanische Frau dar, während „El Chinchinte“ einen indigenen Mann symbolisiert, der in hoffnungsloser Liebe zur spanischen Dame entflammt ist.

Der Mercado Central ist voller Waren und voll mit Menschen, hier gibt es so ziemliches alles zum Essen und Leben zu kaufen – alles auf engstem Raum präsentiert. Auch die heimische Kulinarik kommt nicht zu kurz – wir sind aber nicht mutig genug, hier etwas zu essen.

Leon ist auch eine Stadt der Kirchen – es gibt hier mehr als zwanzig davon.

Ein kurzer Fußmarsch – man sucht bei etwa 30 Grad immer die Schattenseite auf der Strasse auf – führt zur Roten Kirche: „Iglesia El Calvario - Dulce Nombre de Jesús“ auf dem „Hasenhügel“.

Die im neoklassischen Kolonialstil gestaltete Kirche wurde ab 1810 anstelle der durch ein Erdbeben zerstörten Einsiedelei von 1764 errichtet.

Im Inneren der Kirche fallen die drei lebensgroßen Darstellungen der drei Gekreuzigten vom Kalvarienberg ins Auge, ebenso wie Skulpturen biblischer Figuren, die von den Gemeindemitgliedern von León hoch verehrt werden. Ein kunstvoll verzierter silberner Altaraufsatz beherbergt das Bild des Heiligen Namens Jesu von Kalvarienberg, des Schutzpatrons dieser Kirche, und bildet den Mittelpunkt des Hauptaltars.

Während der Somoza-Diktatur wurden am 15. Februar 1979 fünf junge Menschen der Vereinigten Volksbewegung von der Nationalgarde im nördlichen Glockenturm der Kirche El Calvario ermordet, als sie dort gegen die Missstände protestierten. Ihre Leichen wurden vom Glockenturm auf die Kirchentreppe geschleift, was El Calvario als Ort des Martyriums bekräftigte; eine Gedenktafel an der Kirchenfassade erinnert an dieses Ereignis.

Gegenüber der Kirche El Calvario befindet sich der kürzlich renovierte Fray Antonio de Valdivieso Park, eine Hommage an Bischof Valdivieso (1495–1550), einen Märtyrer für die Menschenrechte der indigenen Bevölkerung Nicaraguas und für die Verteidigung der Einheit der hispanisch-amerikanischen Völker gegen Ungerechtigkeit und den Neofeudalismus der „Encomenderos“ im 16. Jahrhundert. Die Encomenderos waren spanische Kolonisten, die von der spanischen Krone das Recht erhielten, Arbeitskraft und Tribut von der Indigenen Bevölkerung zu fordern. Als Gegenleistung dafür sollten sie die Indigenen schützen und vor allem christianisieren. In der Praxis führte dies aber oft zu brutaler Ausbeutung und Sklaverei.

Auf einen Blick

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Wetter
Sommer · 30°C
Kulturell
  • León als Herzstück der sandinistischen Revolution
  • Kathedrale von León mit Blick über die Stadt
  • Mercado Central
  • Iglesia El Calvario
  • Fray Antonio de Valdivieso Park
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