Reis(e)hunger-Südostasien
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Nach einer etwas länger dauernden Grenzkontrolle nach Kambodscha (wir hatten leider keine Vietnamesische Dong mehr zum Bestechen übrig wie die anderen, deshalb mussten wir uns gedulden bis alle vor uns dran kamen 🙃) kamen wir endlich in unserem Hostel an. Dort erwartete uns schon Jule (Emilies alte Mitbewohnerin), die sich uns für die nächsten vier Wochen anschließen wird. Wir freuten uns sehr, sie zu sehen! Nach dem Check-in machten wir uns direkt auf den Weg in die Stadt, da wir großen Hunger hatten. Am Straßenrand kauften wir uns bei einer netten Frau Reisnudeln mit einer gelben, sehr leckeren Sauce. Wir erkundeten ein bisschen die Stadt und kauften uns auf dem Weg noch einen Mix aus uns Unbekanntem Gemüse & Obst, welches man in ein scharfes Pulver dippt. Das schmeckte mal mehr mal weniger gut, nochmal probieren wir das vermutlich nicht. Abends schlenderten wir über einen Markt und aßen in einem Restaurant der Einheimischen Shrimps und extra für Anna zubereiteten vegetarischen Reis mit Gemüse (Die nette Bedienung war wirklich sehr bemüht und lieb!).

Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen, da wir von der Anreise doch alle sehr geschlaucht waren. Auch wenn die Kneipentour des Party- Hostels sehr verlockend klang.

Am nächsten Morgen nahmen wir an einer Tagestour in das ehemalige Gefangenenlager in Pnom Penh und den sogenannten „killing fields“ teil. Dementsprechend war die Stimmung nach dieser sehr intensiven und anschaulichen Auseinandersetzung mit der Kambodschanischen Geschichte eher betrübt. Wie grausam können Menschen sein und wieso wiederholen sich solche schrecklichen Taten trotzdem immer wieder?!

Bei dem Genozid, den die „roten Khmer“ an der Bevölkerung Kambodschas ausgeübt haben, sind 2 Millionen der 8 Millionen Einwohner ums Leben gekommen. Die roten Khmer hatten unter der Führung Pol Pots das Ziel ein kommunistisches Kambodscha zu erschaffen und versuchten dies durch komplette Enteignung und utopischer Landwirtschaft durchzusetzen. Aber leider war es gar nicht möglich, die Mengen an Reis anzubauen, wie es das Pol-Pot-Regime wollte. In dem S21 Gefängnis wurden Schätzungen nach I die 18.000 Menschen auf das übelste gefoltert, gefangen gehalten und ermordet. Das waren potenziellen Gegner des Regimes und deren Familien (auch Kinder!!), dabei verfolgten sie das Motto „lieber einen unschuldigen zu viel, als einen Feind zu wenig“… Viele der Insassen wurden dann auch zu den killing fields gefahren und dort umgebracht. Das ist wirklich eine sehr krasse Geschichte und wir wussten davon einfach nichts…

Nach einer kurzen Pause im Hostel machten wir uns wieder auf den Weg in die Stadt, erkundeten einen riesigen Mark und aßen abends was auf dem Nachtmarkt. 

Anschließend gingen wir wieder zurück ins Hostel, weil wir dort Jules Freundin Pauli erwarteten, die gerade auf Weltreise und zufällig zur selben Zeit in Kambodscha ist wie wir. Zu viert verbringen wir die nächsten Tage. An diesem Abend gingen wir auf eine Drag-Queen Show und anschließend in einen Club. Wir hatten super viel Spaß und es war ein witziger Abend, der schon wieder etwas länger dauerte als geplant. 


#pnompenh
Kommentare

Barbara
Hab heute früh auch einen zwei seitigen Bericht über Phnom Penh in der BZ gelesen. Über Trainibgshallen für Artiszen in Kambodscha. Das Land ist schon sehr geprägt und arm! Wieder ein toller und aufschlussreiche Text. Danke!