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#82 Kleine Straßenbahnen und ein großes Erdbeben

Veröffentlicht: 07.03.2022

28. Februar 2022: Lissabon


F. Bei der Stellplatzsuche kann man manchmal so ziemlich ins Klo greifen - so aber nicht an diesem Abend. Wir fanden einen großen kostenlosen Parkplatz auf dem Hügel in Cacilhas und hatten über den Fluss Tajo den Blick auf Lissabon.

unser Ausblick vom Parkplatz

An nächsten Tag ging es mit der Fähre, die am Fuße des Hügels ablag, über den Tajo direkt in die Innenstadt von Lissabon. Da die Informationsgewinnung in der Touristeninformation uns nicht wirklich zufrieden stellte, entschieden wir uns sehr spontan eine Free Walking Tour mitzumachen. Um 10.50 Uhr buchten wir unseren Platz für die Tour um 11 Uhr. Im leichten Laufschritt liefen wir zum zentralen Platz in Lissabon, dem Praca do Comercio, an dem unsere Tour startete.

alte Straßenbahn auf dem Praca do Comercio

Es ging durch die vielen kleinen Straßen und Gassen der Viertel Baixa, Alfama, Graça, Martim Moniz und Mouraria. Es gab mal wieder etliche Informationen zu Geschichte und Entwicklung der Stadt. Grob zusammengefasst: Lissabon wurde sehr reich durch den Handel mit der neuen Welt und wurde 1755 durch ein sehr starkes Erdbeben komplett zerstört. Danach wurden nur noch die wichtigen Gebäude wieder aufgebaut oder es wurde Platz für neue Gebäude geschaffen. Auf jeden Fall gibt es in Lissabon nicht das eine große Highlight bei der Stadtbesichtigung, wo alle Touristen hingehen, sondern in Lissabon geht es um das besondere Flair. Um dieses wirklich kennen zu lernen, muss man hier wahrscheinlich eine längere Zeit verbringen. Wir begnügten uns mit dem Probieren des örtlichen Kirschschnaps aus Schokoladenbechern (sehr zu empfehlen) und mit weiteren Sparziergängen durch die bergige Stadt.

Kirschschnaps im Schokobecher am Morgen serviert von Maria - lecker!
zwei voll gekachelte Häuser
ein Waschsalon, in dem man noch mit der Hand wäscht
Kunstprojekt im Viertel Alfama - Bilder von lokalen Menschen
Blick von einem der vielen Hügel in Lissabon
ganz schön steil hier...
Eines der berühmtesten Fotomotive von Lissabon wurde stillgelegt und ist stark verkommen (diese Bahn war mal gelb).

Ein weiteres „must-see“ der Stadt sind die kleinen gelben Straßenbahnen vom Anfang des 20. Jahrhunderts, die noch immer Personen durch die Stadt transportieren. Wie es der Zufall so wollte haben wir mit einer davon eine längere Strecke zurückgelegt. Denn wir haben den Zug nach Belém verpasst, da die Züge in Lissabon im Linksverkehr fahren und wir auf dem falschen Bahnsteig standen und sind kurzerhand auf die Straßenbahn umgestiegen. Durch Zufall kam dann kein neues Modell sondern ein altes. Beide Modelle verkehren nämlich auf den selben Strecken und es ist am Fahrplan nicht ersichtlich, welches Modell als nächstes kommt. Das führt natürlich dann dazu, dass die alten Modelle völlig überfüllt sind, da sie eine wesentlich geringe Kapazität haben. Ansonsten haben wir unseren Aufenthalt in Lissabon sehr genossen.

Nachdem die Touristen alle ausgestiegen waren, gab es wieder ein wenig Luft zum atmen, in der kleinen alten Straßenbahn.
Turm von Belém
nicht die Golden Gate Bridge und auch nicht die große Jesusstatue aus Rio
Blick von der Fähre aus zurück zu unserem Parkplatz
Blick von der Fähre auf Lissabon
Sonnenuntergang hinter der Ponte 25 de Abril
Am nächsten Tag sind wir sogar selbst über die Brücke gefahren, kostet 4,15€ Maut.


Tag 136 – Gesamttour 8.912 km


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