Die Entdeckung der Langsamkeit
Von Sarapiquí aus bin ich mit dem Bus nach La Fortuna zum Vulkan Arenal gefahren. La Fortuna ist ein kleines, aber sehr touristisches Städtchen, das keine Wünsche offenlässt....


Veröffentlicht: 11.11.2025


























Obwohl La Fortuna ein touristischer Hotspot ist, war es überraschend schwierig, von dort aus gute Verbindungen für die Weiterreise zu finden. Es schien, als führten alle häufig genutzten Routen und Buslinien in den Süden – ich aber wollte weiter nach Norden. Mein Plan, zum Río Celeste und in den angrenzenden Tenorio-Nationalpark zu fahren, scheiterte schließlich daran, dass es entlang der Busstrecke kaum erreichbare Unterkünfte gab, von denen aus sich der Nationalpark gut besuchen ließ. Costa Rica ist leider nicht gerade auf Backpacker eingestellt. Die meisten Reisenden sind entweder in Gruppen mit organisiertem Transport unterwegs oder mieten sich ein Auto, um die vielen schönen, aber abgelegenen Orte zu erreichen.
Also habe ich meine Pläne kurzerhand geändert und bin – weil es eine gute Verbindung gab – nach Monteverde gefahren. Zuerst ging es mit dem Bus zum Lago Arenal, dann per Boot über den See und schließlich mit einem Minibus weiter nach Santa Elena bzw. Monteverde. Die beiden Orte liegen direkt nebeneinander, mitten in den Bergen auf etwa 1.400 Metern Höhe, was für ein angenehm kühles Klima sorgt. In der Umgebung gibt es zahlreiche, teils kleinere Naturreservate, in denen man die vielfältige Flora und Fauna bewundern kann. Santa Elena selbst ist klein, aber touristisch gut erschlossen, und ich kann von meiner Unterkunft aus bequem ins Zentrum laufen.
Als Erstes habe ich das Santuario Ecológico besucht, ein kleines, privates Naturreservat mit Regenwald und Bananenpflanzungen. Ich war dort völlig allein unterwegs und bin keinen anderen Besuchern begegnet. Tiere habe ich leider auch keine gesehen, dafür aber schöne Aussichtspunkte mit tollem Blick über die Landschaft (siehe Fotos).
Heute stand der Nebelwald auf dem Programm, ein weiterer Nationalpark in der Nähe von Santa Elena. Dort habe ich an einer geführten Tour teilgenommen. Unser Guide erzählte viel über die dort wachsenden Bäume, Orchideen und Pilze. Tiere konnten wir dieses Mal ebenfalls kaum beobachten, dafür war das Wetter während der Tour leider zu schlecht. Was wir gesehen haben, war eine Gottesanbeterin, eine unscheinbare Stabheuschrecke und die Tarantel, die der Guide aus ihrem Erdloch locken konnte, damit wir uns alle mal so richtig gruseln durften.
