Tag 6 - Kyoto
Hallo liebe Reise-Fans, Irgendwie war heute so ein klassischer Touri-Tag, weil wir eine Sehenswürdigkeit nach der anderen besichtigt haben. Der Tag begann früh. Obwohl ich...


Veröffentlicht: 10.06.2025
Liebe Reisefans,
Heute war’s also soweit – Shinkansen-Bullet-Train-Time! Gebucht war der Nozomi 80, Abfahrt 09:01 Uhr. Klingt erstmal human, bedeutete für uns aber: Wecker um 6:30, los um 7:15. Aber hey, wir wollten ja noch in Ruhe frühstücken, und der Bahnhof in Kyoto hat ja einiges zu bieten. Der Weg dorthin war allerdings... nennen wirs mal... ein Abenteuer.
Natürlich haben wir die Metro genommen – soweit sogut. Es entwickelte sich aber eher zum Selbstversuch ala „Wie viele Menschen passen in einen Waggon?“. Und wir hatten ja noch das Handicap mit unserem Reisegepäck. Schon beim Einsteigen war klar: Das wird ein Abenteuer. Ramona stand Nase an Nase, ich eher Nase an Brusthöhe zu fremden Mitpendlern – was romantischer klingt, als es war 😅 Und dann kamen ja noch zwei Haltestellen. Spoiler: Es stiegen mehr ein als aus. Und nein, wir wissen bis heute nicht, wie. In Japan existieren wohl andere physische Gesetze. Aber: Niemand hat sich beschwert. Keiner hat laut telefoniert oder zu laut Musik gehört. Alle waren still, höflich, hatten entweder ihr Handy oder Manga in der Hand – und einige haben sogar im Stehen geschlafen. Ohne festhalten. Umfallen wäre eh nicht möglich gewesen 😃 Trotzdem nehmen wir beim nächsten Mal doch eher ein Taxi 😅
Am Bahnhof angekommen war es eine Leichtigkeit die Gleise der Shinkansen-Züge zu finden, aber zu unserer Verwunderung waren einige Bäckerläden noch geschlossen. D.h. wir haben tatsächlich was bei Starbucks geholt. Bilder davon gibt es keine, macht euch selbst welche in Deutschland 😃 Und jetzt kommt die nächste Überraschung: UNSER SHINKANSEN HATTE VERSPÄTUNG!!! Es hieß 09.01Uhr, losgefahren sind wir um 09.06Uhr. In Deutschland nennt man das pünktlich (es folgen keine Bahnwitze mehr, Grüße an meine Schwester gehen raus). In Japan ist das eine landesweite Tragödie. Ich bin mir sicher, irgendwo sind Bahnbeamte nervös und bereits auf der Suche nach einem neuen Job 😃
Kurz zum Shinkansen: es gibt insgesamt ca. 15 Zugkategorien, Nozomi ("Hoffnung") ist eine davon und für die Strecke Kyoto -> Tokyo (Tōkaidō-Strecke) die schnellste (nicht nur aufgrund der Höchstgeschwindigkeit von 300Km/h, sondern auch aufgrund der wenigen Stopps). Die schnellste Zugkategorie Japans ist Hayabusa ("Wanderfalke" auf der Tōhoku-Strecke) mit einer Betriebsgeschwindigkeit von bis zu 320Km/h. Zum Vergleich: es gibt 4 ICE-Zugkategorien (ICE 1-4, Sondervarianten ausgenommen). Und manche erreichen auch Geschwindigkeiten von über 300km/h. Ein ICE kann sich also auch sehen lassen - warum dieser aber so unpünktlich ist, weiß ich nicht (war kein Witz, weiß ich wirklich nicht).
Tokyo, wir sind da – und wieder auf Deliziös-Mission. Nach dem kurzen Frischmachen im Hotel ging’s direkt zum nächsten kulinarischen Volltreffer: The Juicy Dumpling Manufactory (Dandandan Asakusa) – und was soll ich sagen? Beste Gyozas aller Zeiten. Und ja, wir haben viele Gyozas gegessen. In Kyoto, in Osaka, auf Foodmärkten, in Hinterhöfen – wir sind quasi zertifizierte Gyoza-Sommeliers. Und die Gyozas hier sind so gut, dass der Kellner ernsthaft empfiehlt, die Sojasauce wegzulassen. Und so saftig, dass es beim Hineinbeißen bis zum Nachbartisch spritzt (natürlich nur bei Gyoza-Neulingen, wir wussten damit umzugehen!).
Direkt im Anschluss sind wir zum Tokio Skytree, aber nicht um auf die Aussichtsplatform hochzufahren (dafür war das Wetter zu mies), sondern um im unter dem Skytree befindlichen Einkaufszentrum Solamachi shoppen zu gehen (ohne etwas zu kaufen, weil ohnehin kein Platz im Koffer). Ich kann euch nicht erklären warum Ramona dabei Spass hat, aber das Einkaufszentrum lässt keine Wünsche offen. Egal ob man Fan von Sailor Moon ist, oder sich einfach nur Matcha Eis essen will, hier wird man es finden.
Zum Abschluss des Sightseeings haben wir noch einen kurzen Abstecher ins Viertel Akihabara gemacht – bekannt als Mekka für Elektronik, Spielzeug, Mangas und die berühmten Maid Cafés. Diese Cafés sind eine besondere Art Themenrestaurant, die ursprünglich genau hier in Akihabara entstanden sind – dem Zentrum der Otaku-Kultur rund um Anime, Manga und Videospiele. In diesen Cafés bedienen junge Frauen die Gäste in verspielten Dienstmädchen-Uniformen, die an Anime-Figuren oder französische Hausmädchen erinnern. Dabei geht es nicht um Flirten, sondern um eine inszenierte Fantasy-Welt, in der die Gäste wie „Herren und Damen“ empfangen werden. Und nein, wir sind nicht in ein Maid-Café eingekehrt 😒
Und als kulinarischen Abschluss haben wir uns Ramonas Lieblingsessen gegönnt -> verschiedenste Sushi's 🤤
