Tag 5 - Byebye Osaka - Hello Kyoto
Heute Morgen um 9:37 Uhr wurde ich recht unsanft geweckt – mit den Worten: "Du hattest nur eine Aufgabe: den Wecker auf halb 9 zu stellen!" Jetzt mal ehrlich: Ich HAB den Wecker...


Veröffentlicht: 09.06.2025
Hallo liebe Reise-Fans,
Irgendwie war heute so ein klassischer Touri-Tag, weil wir eine Sehenswürdigkeit nach der anderen besichtigt haben.
Der Tag begann früh. Obwohl ich meinen Wecker ausgestellt habe, wurden wir trotzdem geweckt – denn Ramona hat ihren Wecker nicht ausgestellt. Sie behauptet steif und fest, wir hätten das gemeinsam so abgesprochen. Daran kann ich mich nicht erinnern! Also waren wir am Pfingstmontag ziemlich unchristlich früh wach – so gegen halb neun. Ist aber okay, denn: Erstmal gemütlich zum Supermarkt. Der Laden heißt 'Life' und war richtig gut sortiert – und wir haben uns mit Thunfisch-Mayo-Onigiris eingedeckt. Für alle, die’s nicht kennen: Das sind prismenförmige Reisbälle mit Füllung, umwickelt von einem Streifen Seetang – und ja, klingt wild, ist es auch. Vor allem zum Frühstück. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass selbst Japaner das frühstücken. 😅
Im direkten Anschluss sind wir zum Inari Shrine im Stadtteil Fushimi gefahren - einen der wichtigsten und ikonischsten Shinto-Schreine in ganz Japan. Bekannt für seine tausenden von Torii-Tore, was ein unglaublich fotogenes und spirituelles Erlebnis bietet, wären da nicht zugleich die tausend anderen Touristen 😃 Ein Torii zeigt an, dass man nun einen Ort betritt, an dem die Kami (Götter/Geister im Shintoismus) gegenwärtig sind. Der Durchgang durch ein Torii soll die Menschen geistig reinigen und sie darauf vorbereiten, einem Gott mit Respekt zu begegnen. Wie auch immer, die Torii-Tore wurden größtenteils von Spendern (meist Unternehmen oder Einzelpersonen) gestiftet, um Glück und Erfolg zu erbitten. Und die Farbe rot steht für Schutz vor bösen Geistern und Reinigung. Das Datum der Aufstellung sowie oftmals der Name des Spenders oder Unternehmens stehen übrigens vertikal auf der Rückseite jedes Torii-Tors drauf.
Spender des rechten Torii-Tors ist ein Ramen-Restaurant namens „Momoyama“ aus der Präfaktur Kanagawa in Japan - falls ich einrn Lieblingstorbogen wählen müsste, wäre es dieser hier 😃
Wie es sich für einen typischen Touri-Tag gehört, sind wir direkt im Anschluss zur nächsten Touri-Attraktion weitergezogen – in unserem Fall nach Gion, eines der bekanntesten Geisha-Viertel Japans. Berühmt ist es für seine gut erhaltenen Machiya – das sind traditionelle Stadthäuser. "Wahre" Geishas haben wir heute allerdings kaum gesehen – stattdessen eine Menge Touristen in Kimonos. Und ganz ehrlich: Der Vergleich ist wahrscheinlich schräg, aber mich hat das irgendwie an München erinnert, wo Touristen in Dirndl und Lederhose durch die Gegend laufen 😄 Traditionel gesehen sind Geishas professionelle Künstler, die sich auf traditionelle japanische Künste wie Tanz, Musik, Konversation und Teezeremonie spezialisiert haben. Die einzelnen Ecken und Spots im Viertel waren definitiv ziemlich sehenswert.
Und wenn Ramona ein Matcha-Eis bekommt, kann ich natürlich nicht einfach danebenstehen und sabbernd zusehen. Also hab ich die Gelegenheit genutzt und mir einen fucking original Kobe-Beef-Spieß gegönnt. Bam! Saftig wie sonst was – und dieser Fleischgeschmack? Phänomenal!
Nach all den Appetizern – und natürlich den vielen gelaufenen Kilometern – hatten wir erst recht Hunger. Also ab zum Osaka Bahnhof, direkt zu 551 HORAI, einer legendären Kette aus der Kansai-Region. Die werben damit, ihren Dumpling-Teig täglich frisch zu kneten und in der Füllung – neben unmenschlich viel Schweinefleisch – satte vier Tonnen Zwiebeln täglich zu verarbeiten. Kein Witz. Ramona und ich haben den Knetprozess der Dumpling-Meister leicht sabbernd durchs Schaufenster beobachtet und können feierlich bezeugen: Diese Dumplings stammen aus 100 % Menschenhand – und schmecken ausgezeichnet!
Gesättigt und glücklich sind wir direkt im Anschluss noch shoppen gegangen. Oder besser gesagt: Ramona ist shoppen gegangen und ich wurde zwei volle Stunden lang heldenhaft durch die Läden geschleift. Angeblich soll Shopping ja auch Kalorien verbrennen. Als Belohnung gab's dann noch Abendessen – und danach sind wir glücklich, platt und mit zwei Tüten neuer Klamotten und Kosmetik zurück ins Hotel.
