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Wieder unterwegs Teil 4

Veröffentlicht: 07.10.2018

Vor unserer Südamerikatour haben wir befürchtet, nur selten einen Internetzugang haben, so dass es mit dem Blog schwierig werden würde, eine Sorge, die sich meistens als unbegründet erwies. Ganz anders in Spanien. Auf den Campingplätzen ist das WLAN in der Regel so schwach, dass wir kaum eine Whatsapp verschicken können, in den Cafes ist es selten besser und stundenlanges Herumsitzen zum Bilderhochladen wird hier auch nicht gern gesehen. Wir geben das regelmäßige Schreiben also schnell auf, zumal wir gerade etwas faul sind.

Spanien überrascht uns mit einer nahezu perfekten Infrastruktur für Wohnmobile. Fast überall gibt es kostenfreie Stellplätze mit Versorgungsstationen. In der Nähe touristischer Highlights oder größerer Städte kosten sie ein paar Euro und damit immer noch weniger als ein paar Stunden Parkhaus in Duisburg. Es braucht aber auch so viele Stellplätze, es ist nämlich rappelvoll. Der Spätsommer scheint eine beliebte Saison für Womos zu sein und schnell haben wir die Enge der Stellplätze, auf denen die weißen Riesenreisemobile Tür an Tür stehen über und geben lieber etwas mehr Geld aus, um auf schönen Campingplätzen zu stehen. Wir fahren unsere Markiese aus, kaufen uns eine Tischdecke für unseren Klapptisch und ein Windlicht für die Romantik am Abend, funktionieren ein leeres Marmeladenglas zur Blumenvase um und genießen die Camperidylle incl. täglichem Sprung in den Pool. 

Im Baskenland ist natürlich Bilbao unser Ziel. Die Industrie- und Hafenstadt litt wie viele andere seit den 1980 Jahren unter hoher Arbeitslosigkeit und einem schlechten Image  (kommt einem als Duisburger irgendwie bekannt vor). Anfang der 1990 Jahre beschlossen die Stadtväter und - mütter eine weitreichende Neukonzipierung der Innenstadt. Und seit 1997 das zweite europäische Guggenheimmuseum im spektakuläre Museumsbau von Frank O.Gehry eröffnet wurde, spricht die Welt vom Guggenheim- oder Bilbaoeffekt und meint damit die gezielte Aufwertung von Orten durch aufsehenerregende Bauten.

Mitten in der Innenstadt erhebt sich der imposante ovale Bau am Ufer des Nevión und beherbergt vor allem moderne Kunst der letzten 40 Jahre und schmückt sich mit so bekannten Namen wie Robert Rauschenberg, Jeff Lions oder Andy Warhol. Natürlich haben wir uns die Ausstellungen angesehen, aber beeindruckender fanden wir das Gebäude selbst, sowohl von innen als vor allem auch von außen. Neben dem Museeum hat Bilbao auch einen netten kleinen Altstadtkern und ist berühmt für seine Tapas, die hier im Baskenland Pintxos heißen. Die Lokale in der Altstadt übertreffen sich gegenseitig in der Vielzahl und Originalität dieser kleinen Appetithäppchen, die man beim abendlichen Zug durch die diversen Bars zu seinem Wein oder Bier verspeist. Das wollen wir natürlich auch versuchen und machen uns gegen Abend auf zu einem Zug durch die Bars der Altstadt, nehmen in jeder Bar einen Wein und ein Pintxos und sind bald  heillos betrunken bevor wir auch nur ansatzweise satt sind. Vielleicht haben wir was falsch verstanden, vielleicht fehlt uns die Übung? Auf jeden Fall bekommt diese Ernährung auf Dauer unserer Leber nicht.

Die nächsten Wochen verbringen wir in Nordspanien in kleinen und größeren Städen, wir besichtigen die Karhedralen in Leon und in Burgos, sehen viele Pilger, die den Jakobsweg bewältigen, machen selbst kleinere Wanderungen mal in einen verzauberten Wald, mal in den Picos de Europa, mal unter Geiern in der Foz de Lumbier. Wie treffen viele nette Mitreisende und haben eine ganz besonders nette Begegnung, als eines Nachmittags eine identische Nordstarkabine neben uns auf dem Campingplatz einparkt. Mit Willem und Jacqueline aus Rotterdam tauschen wir natürlich Kabinenerfahrungen aus und verbringen einen netten Abend.

Wir beenden unsere Rundreise in Mengen bei Freiburg, im Haus von Sibylles Mutter. Hier können wir den Dubs sauber machen, die Wäsche waschen und ein wenig runterkommen, bevor es dann endgültig wieder nach Hause geht.

Insgesamt war diese Reise ein netter ruhiger Urlaub und grade richtig zum Kräftesammeln für unsere letztes Abenteuer in diesem Sabbatjahr.

Am 15. Oktober geht es für uns wieder los ins ferne Südafrika und nach Namibia und wir freuen uns schon, euch im Blog wieder von unseren Erlebnissen zu berichten und unsere Bilder mit euch zu teilen.

Bis Mitte Oktober 👐



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Antworten (1)

Kerstin
Hab euch schon vermisst, aber da seid ihr nochmal ☺. Die Bilder sind wieder toll, schöne Landschaften . Ich freu mich schon auf die nächste Reise und die fantastischen Berichte. Wir wünschen euch eine gute Reise, grüßt Namibia von uns! Lg Günter und Kerstin