miriamandjakob
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Gestern sind wir am Haus in Ceric in Kroatien, unserem Ziel, angekommen!

Nach Ungarn ging es für uns noch drei Tage durch Serbien, was ärmer als die anderen Länder wirkt, der Freundlichkeit der Einheimischen aber keinen Abbruch tut, die sehr offen zu uns sind. Mitten in einem Nationalpark müssen wir auf Grund der Dämmerung in Serbien wildcampen (normalerweise vermeiden wir es in Nationalparks zu campen, um die Tiere nicht zu stören) und finden eine schöne Lichtung im Wald mitten im Nirgendwo. Doch sobald es dunkel ist entwickelt sich die romantische Stimmung zu einer Gruselshow, denn überall im Wald um uns herum fangen Hundeartige (Waren es Hunde, Wölfe oder Kojoten?) an zu heulen. Dabei fühlen wir uns nicht so wohl, doch mit Ohrenstöpsel und Pfefferspray können wir doch noch einschlafen. Unterwegs treffen wir vier andere Radfahrer, die noch viel fernere und längere Ziele haben als wir. Sie erzählen uns, dass sie an die Türen der Einheimischen klopfen und fragen, ob sie gegen Geschichten erzählen bei ihnen übernachten dürfen. Dies haben wir selbst (noch) nicht ausprobiert, da es momentan noch zu weit außerhalb unserer Komfortzone liegt und wir Angst haben den Leuten zur Last zu fallen. Die letzten Kilometer kosten uns erneut viel Kraft und Geduld, da wir uns weiterhin täglich mit einem Platten an Jakobs Reifen auseinandersetzten müssen. Allerdings sind wir jetzt Experten im Fahrradreparieren und haben viel dazugelernt! Ingesamt brauchen wir vier Fahrradschläuche und 7 Flicken, um ans Ziel zu gelangen und wir haben es geschafft :)

Ein Resümee des Donauradweges:

In unseren Beinen stecken 1300 km, die wir von Furtwangen nach Ceric (Kroatien) gestrampelt sind. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und es war ein ganz neues Erlebnis für uns mit dem Fahrrad die Länder zu entdecken, was uns sehr gefallen hat, da man in unbekannte Gegenden gelangt und sehr flexibel ist. Dadurch haben wir das ländliche Leben von Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien und Kroatien kennengelernt und einen schönen Mix aus Städten und Landleben erfahren. Es war natürlich nicht immer einfach: die Wegverhältnisse, stellenweise die Kälte, die schweren Beine und die Platten haben unsere Kraft und Geduld gezehrt, aber es hat sich gelohnt! Es ist ein sehr intensives Gefühl Tage und Nächte lang dem Wetter ausgesetzt zu sein, doch so haben wir die Einsamkeit der Natur und unsere Zweisamkeit genießen können. Und sind ein wenig weniger ängstiche Wildcamper ;). Wir sind vielen Tieren begegnet (Rehen, Katzenbabys, Schlangen, Kröten, Vögel, Spinnen, Moskitos,...) und haben so oft es ging in der Donau gebadet und das fließendes Wasser zu schätzen gelernt (zum Abspülen, für Katzenwäsche...). Auch unsere koppelbaren Schlafsäcke waren eine gute Entscheidung, da man auf diesem Weg eine große Decke erhält und es schön warm und gemütlich im Zelt wird. Insgesamt hatten wir wahnsinniges Glück mit dem Wetter- in vier Wochen sind wir nur viermal nass geworden und konnten oft im Sonnenschein Picknick machen und entspannen. Wir haben uns in Geduld geübt beim Flicken des Reifens und dabei zu Handymusik getanzt, um uns warm und bei Laune zu halten. Wir haben an einem Abend 1000g Gnoccis zu zweit verdrückt und als Nachtisch eine Tafel Schokolade. Wir wissen nun viel mehr Wärme, fließendes Wasser und einen guten warmen Kaffee am Morgen zu schätzen. Wir haben es geschafft sparsam ans Ziel zu kommen und unsere "Kein-Alkohol-auf-dem-Donauradweg-Challenge" durchzuziehen. Ingesamt hat es uns so gut gefallen, dass wir überlegen im Sommer zurück nach Ceric zu kommen, wo eh unsere Fahrräder stehen und noch den restlichen Donauradweg ans schwarze Meer zu machen. 

Doch nun genießen wir erstmal die Tage in Ceric und planen unsere weitere Reise konkreter (Spoiler-Alert: die nächsten Stopps werden wahrscheinlich Sarajevo - Mostar - Dubrovnik. In Dubrovnik treffen wir uns mit Miriams Mutter Heidi.)


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