Auf Entdeckungs- und Shoppingtour in Hoi An
In Hue hätte ich durchaus auch noch ein bis zwei Tage länger ohne Langeweile verbringen können, aber es hieß am nächsten Morgen dann Abschiednehmen Richtung Hoi An. Früh um kurz...


Veröffentlicht: 07.03.2025








































Heute ging es dann schon um 5.00 Uhr aus den Federn. Ich hatte mir wieder eine geführte Halbtagestour gebucht. Es sollte nach My Son zum Sonnenaufgang gehen und die Tour versprach, dass man so den Touristenmassen entgehen könne. Auch wenn mir die Abwägung mit meinen üblichen Schlafgewohnheiten nicht leicht fiel, habe ich mich dafür entschieden; auch nicht zuletzt, da man damit auch etwas der prallen Tageshitze und Mittagssonne entgehen konnte. So saß ich dann 5:40 Uhr also schon im Mini-Bus Richtung My Son. Dabei handelt es sich um eine alte Tempelstadt, die ebenfalls wiederum zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das Areal ist geprägt durch die Cham-Kultur, die indischen Einfluss hat und sich ab dem 2./3. Jh. in Mittelvietnam stark verbreitete. Aus dem 4. bis 13. Jh. stammen auch die Tempelanlagen, die im Vietnamkrieg stark zerstört wurden und nunmehr nach und nach mit vor allem indischen Mitteln saniert werden, wobei auch Italiener, Franzosen sowie Mercedes als deutsches Unternehmen sich da engagieren. Unser Guide, Thao, hat Geschichte und Englisch studiert, weshalb er auch sehr vertieft fundierte Einblicke geben konnte, was man ja nicht bei allen Guides stets behaupten kann ... Er berichtete u.a. auch von seinem Dorf, wo es direkte Sucher von amerikanischen Bomben aus dem Vietnam-Krieg gab - und wohl noch gibt -, die sich ein lohnendes Zubrot mit dem Material aus Bombenfunden dazu verdienen. Die Bombenentschärfungen werden dann selbst vorgenommen, anstatt zu evakuieren kommt dann aber das interessierte Dorf zusammen und schaut sich das direkt Spektakel an... Gelegentlich ist dies aber auch schon erheblich schiefgegangen, wie man sich vorstellen kann ...
Auch wenn einige der Tourteilnehmer etwas eigen und wenig sozialverträglich waren, war es trotzdem eine interessante Tour. Wir schritten 2,5 Stunden das gesamte Gelände und die einzelnen Abschnitte der jeweiligen Tempelanlagen ab, welche schön umgeben von bergigen Gebiet durchzüngelt mit Flüsschen liegen. Die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit war trotz der frühen Morgenstunde schon enorm, aber das frühe Aufstehen hatte sich trotzdem gelohnt; das wurde auch gerade ganz deutlich, als wir auf dem Rückweg die Menschenmassen sahen, die sich nun in Schlangen in die Tempelanlage hochschoben...
Die Tour beinhaltete auch ein gemeinsames Frühstück, was wir danach einnahmen. Wobei landestypisches Frühstück in Vietnam u.a. Nudeln heißt. Aber das kommt mir ja ganz recht, denn Nudeln könnte ich ja auch zu jeder Tageszeit essen. Gegen 11.00 Uhr waren wir dann wieder zurück in Hoi An und nach kurzem Ausspannen und Frischmachen schlich ich mich erstmal zur ersten Anprobe in die Schneiderei. Das sah vom Grundschnitt schon einmal alles ganz prima aus nach einem Tag und so konnte es zum Feintuning übergehen. Vier Stunden später sollte ich schon zur zweiten Anprobe kommen können. Ich schlenderte in der Zwischenzeit noch etwas durch die Stadt und ließ mich immer mal wieder in unterschiedlichen Lokalen nieder. Gegen 16.30 Uhr ging ich dann zur 2. Anprobe. Alles weitgehend top. Es waren nur verschiedenen Feinheiten und Kürzungen noch notwendig und die abschließende Qualitätskontrolle. Spätestens 22.00 Uhr sollte alles ins Hotel geliefert werden, obwohl ich eigentlich nur fünf Fußminuten weg wohnte und auch sagte, dass es kein Problem sei, alles abzuholen ... Nach dem frühen Aufstehen und nur knapp 4,5 Stunden Schlaf ging es dann auch erstmal in meine Gemächer zum spätnachmittaglichen Relaxen in die Horizontallage...
Die Lieferung der Schneiderei kam sogar viel zeitigen und alles war inzwischen bis ins Detail angepasst und wirklich alle Nähte noch einmal einer Qualitätskontrolle unterzogen. Und nach dem Powerrelaxen am späten Nachmittag gings bei mir dann noch einmal auf die Runde über den Nachtmarkt in verschiedene Garküchen, wo ich mich heute anstatt eines größeren Essens im Restaurant durchkosten wollte (alles lecker und bisher auch ohne Nebenwirkungen verträglich), und in einige Gastwirtschaften; bis dann nach Mitternacht meine Matratze rief ...
