Rundtour durch die alte Kaiserstadt Hue
Da ich in Hue nur einen vollen Tag eingeplant habe, entschied ich mich - etwas schweren Herzens - beim Versuch des Planens die vielen Sehenswürdigkeiten allein abzugrasen, dann...


Veröffentlicht: 05.03.2025



































































































In Hue hätte ich durchaus auch noch ein bis zwei Tage länger ohne Langeweile verbringen können, aber es hieß am nächsten Morgen dann Abschiednehmen Richtung Hoi An. Früh um kurz vor 9.00 Uhr bekam ich eine Nachricht, dass der Bus nicht 11.00 Uhr, sondern bereits 10.00 Uhr startet. Das machte mein eigentlich entspannt geplantes Packen und Frühstücken dann etwas zunichte; d.h. das Frühstück bestand dann aus einem Instant-Kaffee ... Bisher hatte ich nur die Fahrt bis Da Nang gebucht; die Restfahrt von ca. 1 bis 1,5 Stunden wollte ich dann spontan von da aus organisieren, weshalb ich über die Stunde eher Abfahrt gar nicht böse war ... Die 2,5 Stunden Busfahrt im bequemen und klimatisierten VIP-Bus vergingen fix und während einer Pause konnte ich mit dem hiesigen Busfahrer auch handelseinig über meine Weiterreise von Da Nang nach Hoi An werden ... mit einem Anruf hatte er da etwas organisiert und einige zehntausende Dong wanderten da schön an seiner Busgesellschaft vorbei in seine eigene Tasche und ich stieg in Da Nang direkt in den nächsten Transporter ...
So war ich dann schon zum frühen Nachmittag in Hoi An und konnte nach dem Einchecken schon meine erste Runde durch die Altstadt drehen. Hoi An ist als einzige Stadt im Vietnam-Krieg von Zerstörungen verschont geblieben. Die gesamte Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Wenn man so durch die Straßen und engen Gässchen schlendert und ab und zu in die Lokalitäten am Wegesrand oder an einer Promenade an den Kanalwasserstraßen anhält und sich gemütlich niederlässt, nimmt man den eigenen Charme aus den unterschiedlichsten Epochen auf, die ihren Eingang in das malerische Städtchen gefunden haben ... und den ganz besonderen Flair mit den tausenden von bunten faltbaren Laternen... Die fliegenden Händler, die einen ständig - aber freundlich und nicht zu aufdringlich - fragen, ob nicht irgendwelcher Touri-Souvenir-Kram gekauft werden will oder Transportleistungen gewünscht sind, fallen einem irgendwann schon gar nicht mehr nervend auf.
So verbrachte ich dann auch zweieinhalb Tage damit gemütlich immer einmal die in der Altstadt befindlichen Sehenswürdigkeiten an Museen, Tempeln, pittoresken Gebäuden und öffentlichen Einrichtungen zu besuchen, durch die engen Gassen und Lädchen sowie Märkte zu schlendern, mich den kulinarischen Köstlichkeiten hinzugeben, folkloristische Tanz- und Gesangseinlagen zuzuschauen und auch die abendliche Kneipenszene mit unterschiedlichster Live-Musik und den Trubel der bunten Nachtmärkte etwas zu genießen. Ebenso stattete ich dem nahe gelegenem weißen Sandstrand mit einem obligatorischen Sprung ins kühle Nass des Südchinesischen Meeres einen Besuch ab, was ich mit einem längeren Spaziergang durch die umliegenden Felder verband.
Hoi An ist auch weltbekannt für seine Dichte an hervorragenden Schneidereien und nach einigem Stöbern und Lesen diverser Rezensionen habe ich mich durchgerungen und auch eine auserkoren. In dieser habe ich zwei Anzüge und zwei Hemden zur Maßanfertigung in Auftrag gegeben. Nach Beratung zum Stil, dem Aussuchen der Stoffe und Farben sowie der umfangreichen Aufnahme der Maße werde ich dann nach dem morgigen frühen Ausflug nach My Son zur ersten Anprobe gehen. Ich bin gespannt; auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich das zusätzliche Gepäck auf meinem weiteren Weg unterbringen und in die Heimat transportieren soll...
