Heute stand dann wieder einmal eine geführte Tour auf dem Programm. Die Abholung war aber erst für zwischen 10.45 bis 11.00 Uhr angesetzt, sodass ich erst einmal gemütlich und ruhig machen konnte, Reiseerinnerungen niederschreiben sowie ausgiebig Frühstücken und dabei ein wenig nach neuen Reisezielen schauen... Bei einer deutscher Unterkunft gab es dann zum Frühstück auch wieder einmal dunkles Brot; das mundet dann doch nach der Zeit ... Dann gings aber schon los. Punkt 11.00 Uhr trudelte mein Guide für heute ein. Ich war etwas überrascht, dass er mit einem Tuk-Tuk kam, denn ich hatte mit einer kleinen Reisegruppe in einem Van gerechnet; aber ich fand das eigentlich dann schon ganz prima. Im Tuk-Tuk hatte schon Mitch Platz genommen und ich gesellte mich dazu. Mitch war Australier und hatte jeweils an den Füßen nur noch einen Zeh, wandert aber trotzdem als Backpacker durch die Welt. Sein 15 Kilo-Gepäck besteht dann folglich aus über 6 kg an Schuhen, wie er mir später berichtete. Mitch war ein ziemlich lustiger Geselle, auch wenn er sich als Bayern-München-Fan outete. Gelegentlich hatte ich meine Probleme sein australisches Englisch zu verstehen; ähnlich wie es mir im tiefsten Bayern mit dem dortigen deutsch ergeht, aber bei nur 2-Mann-Reisegruppe für acht Stunden war es doch ganz nett, keinen Griesgram an seiner Seite zu wissen ... Es ging also los und unser - nicht sonderlich gesprächiger - Guide sagte uns schon zu Beginn, dass aufgrund einiger Regenfälle in den letzten Tagen die Besichtigung der Salzproduktionsanlage unspektakulär wird ... Das wurde dann auch auf den letzten Punkt der Tagesordnung verlegt. Erst ging es also einmal los in Richtung Phnom Chhngok. Dies ist ein Höhlentempel, der in der Hauptkammer der Höhle aus einem Backsteintempel aus dem 7. Jahrhundert (Funan-Zeit) besteht; also noch aus vorbuddhistischer Hindu-Zeit. Dieser war Shiva gewidmet. Bevor wir die 203 Stufen zum Eingang des Tempels hinaufschritten, gab es aber erstmal wieder - nach der tempellosen Zeit der vergangenen Tage - einen kleiner Tempel am Fuße des Aufstiegs; der ausgiebig durch mehrere Einheimische zur mittäglichen Rast genutzt wurde ...
Beim Aufstieg hatte man dann einen genialen Ausblick über die angrenzenden Felder der Region und dabei auch über die Landesgrenzen nach Vietnam ... Weiter ging es - immer vorbei an verschiedenen einheimischen Farmen - zum Brateak Krola See. Dieser wurde zur Zeit der Roten Khmer künstlich angelegt; insbesondere um das Ziel des Agrarkommunismus in der Region weiter voran zu treiben. Viel zu sehen gab es dort nicht, das die historische Bedeutung aufzeigen konnte und da unser Guide eher nur sporadische Informationen gab, weshalb wir gerade an den jeweiligen Plätzen innehielten, las ich immer mal im gut funktionierenden Netz nach ...
Dann gings weiter zur Pfefferplantage; dem Highlight des Tages. Bevor es an die Verkostung des berühmten Kampot-Pfeffers ging, der dort vor Ort produziert wird, erhielten wir erst einmal im Rahmen eines Rundgangs über die Plantage einen Einblick über den Produktions- und Ernteprozesse. Ein deutsches Ehepaar, deutlich zu erkennen an den teilweise merkwürdigen vielfältigen Fragestellungen abseits des Themas, tat sich insoweit ganz besonders hervor ... Dann gings an die Verkostung von rund 20 verschiedenen Pfeffersorten; ein Genuss; auch für die Nase ...
Nach diesen interessanten Einblicken gings wieder ins Tuk-Tuk und über Straßen und solche, die diesen Namen nur begrenzt verdienten, nach Kep auf den dortigen Krabbenmarkt. Dies ist ein wahres Paradies für Seafood- und Fischliebhaber, was ich ja aber nicht bin ... aber trotz dessen waren die Eindrücke schon genial; das Angebot an unterschiedlichsten Meeresfrüchten; überall brutzelte es, unterschiedlichste Gerüche und auch das bloße Treiben der örtlichen Händler war sehr interessant ... Mitch genoss nach Einnahme seiner Magentabletten - ein präventives Ritual in Asien, wie er zu mir meinte - reichlich Seafood; und war begeistert ... Er meinte nur, dass ich in Kep wohl eher verhungern würde bei meinen Essensvorlieben ... und wenn ich so auf all die Stände im Ort schaute, hatte er wohl recht :-) ... Dann fuhren wir in der Nähe noch kurz zum Strand, wo es ein kühles Kokosnussgetränk zur Erfrischung bei wieder über 30 Grad gab, und ab ging es zum letzten Punkt auf der Tour zurück nach Kampot zur Salzherstellung ... Und tatsächlich war es so, dass man dort wenig zur Salzherstellung sehen konnte, da keine Arbeiter da waren und die Felder viel Wasser führten ... Ich las mir wieder etwas zum Prozess der Salzherstellung im Netz durch und dann durchschritten wir - mit Mitch - etwas die Felder ... Inzwischen stand die Sonne tief und ging während der Zeit an den Salzfeldern auch malerisch unter ... Danach gings zurück in die Unterkunft, wo ich dann auch etwas zu Essen fand, dass kein Seafood enthielt ...
Bei lockerem Gespräch und kaum Zugewinn an neuen Erkenntnissen, da ich tatsächlich nunmehr schon alles kannte, was Andi und Gerhard berichten konnten, ließ ich den Abend gemütlich an der Bar ausklingen ...
Kampot ist sehr gemütlich und hat Charme. Hier hätte ich es auch ein bis zwei Tage länger aushalten können, aber morgen (20.02.) geht es zum späten Vormittag weiter in die Hauptstadt nach Phnom Penh und somit zum letzten Halt in Kambodscha ...