Rundgang durch Saigon
Den ersten Tag in Saigon ließ ich erst einmal ruhig angehen. Ich hatte mir am Abend vorher ein paar gefüllte Croissants besorgt und Kaffee gab es auf dem Zimmer, sodass ich gut...


Veröffentlicht: 27.02.2025






















































Heute gab es wieder einmal eine gebuchte geführte Tour und da klingelte schon kurz nach 6.00 Uhr der Wecker; mit Schlummertaste zögerte ich es dann noch etwas heraus, aber es half ja nichts, denn kurz nach 7.00 Uhr sollte mich ja der Bus abholen kommen und vorher ist um diese Uhrzeit die morgendliche Einnahme des Kaffees ja noch überlebenswichtig ... 7.30 Uhr rollte dann der Bus auch ein und zunächst ging es noch daran, alle weiteren Tourteilnehmer einzusammeln...
Als das erledigt war und ein bunter Mix aus Indern, Briten, Kroaten und meiner Wenigkeit im Bus Platz gefunden hatten, gings los. Zunächst sollte es zu den Cu-Chi-Tunnel gehen. Während der 1,5-stündigen Fahrt dorthin gabs allerdings eine Rast in Produktionsstätte "Quang Minh Lacquerware". Dort stellen an den körperlichen (Spät-)Folgen des Vietnamkrieges und des chemischen Einsatzes u.a. von Agent Orange leidende Personen (, die teilweise mehr als 20 Jahre nach Kriegsende geboren sind) in mühevoller Kleinstarbeit Kunstwerke her, die sog. Lackkunst, wo durch Lacke zur Oberflächenveredlung und unter Einsatz von u.a. alltäglichen Dingen (z.B. Eierschalen) wahre Prachtwerke entstehen ...
Danach gings weiter zu dem Cu-Chi-Tunnel. Während des Vietnam-Krieges errichten die kommunistischen Partisanen auf Seiten der Nordtruppen (Vietcong) im nach Ende des Indochinakrieges eigenständigen und von den USA unterstützten Süden ein Tunnelsystem zur Unterstützung der "Befreiungsarmee"; weitgehend im unwegsamen Dschungelgelände. Die Aktivitäten aus diesen Tunneln heraus haben maßgeblich dazu beigetragen, die Kriegsmoral der USA zu brechen, insbesondere mit dem Erfolg in der sog. Tet-Offensive und der damit verbundenen überraschenden Besetzung der amerikanischen Botschaft in Saigon.
Nach dem Mittag gings dann wieder länger in den Bus zum Mekongdelta nach My Tho, wo es dann verschiedene tourimäßige Besuche gab, was nicht grundsätzlich abschätzig zu verstehen sein soll, da durchaus mit interessanten Eindrücken verbunden. Es ging also zunächst auf eine Bootstour auf dem Mekong, wo man schon einen ganz guten Eindruck vom regen - vermeintlich ungeordneten - Schiffsverkehr bekommt. Mit dem Boot legten wir an verschiedenen Stationen an. So schauten wir uns die örtliche Verarbeitung der Kokosnuss zu unterschiedlichsten süßen Leckereien mit anschließender Verkostung an. Alles natürlich auch mit dem Ziel, den Touris die Waren feilzubieten und zu verkaufen, wobei dies keinen aufdringlichen unangenehmen Charakter hatte. Es gab auch leckeren Schnaps, der ein halbes Jahr mit einer Königskobra versetzt war. Dann gings noch zu einer Verkostung einheimischer Früchte mit traditionellem Gesang eines örtlichen Chors mit althergebrachten Begleitinstrumenten im Hintergrund; oder wohl doch eher vordergründig. Dies war schon sehr interessant einmal anzuhören, aber die Langspielplatte wird wohl eher nicht den Weg in mein zu Hause finden. Vor der Verkostung auf einer Bienenfarm gings noch über schmale Flussläufe bei einer Sampan-Fahrt. Die meist älteren Damen lenkten dabei nicht immer ganz kollisionsfrei die Kähne durch die engen Wasserstraßen und unter niedrige Brücken hindurch ...
Nach langem Tag traten wir danach wieder die über 2,5 Stunden während des Sonnenuntergangs andauernde Rückfahrt in meine Unterkunft in Saigon an, wo ich dann nur noch eine kleine Stadtrunde drehte und mich dann in die air-condition-gekühlte Wohlfühlzone meiner Unterkunft zurückzog ...
