3. Eine Wanderung entlang des Monte Subasio
Im Wanderführer stand "sehr anspruchsvoll". Beinahe hätte ich mich davon abbringen lassen, diese erste Tour über die Berge zu machen. Zum Glück, hab ich mich nicht beirren...


Veröffentlicht: 17.04.2025






Wenn man stark befahrene Straßen und häßliche Gewerbegebiete vermeidet und sich von heftigen Windböen und Dauerregen nicht die Laune verderben lässt, dann wird man die Strecke zwischen Foligno und Pissignano genießen.
Das Valle Umbra, zeigt sich vor allem an den Berghängen immer wieder von der reizenden Seite. Aber ich vermisse doch das Ursprüngliche des Apennin, den ich nun hinter mir gelassen habe.
Ich wandere heute 20 Kilometer am Bergsaum entlang, fast immer zwischen Olivenhainen. Übrigens: Das Olivenöl aus dieser Gegend ist weltweit wegen seiner Qualität und dem hohen Polyphenolwert geschätzt. Die EU hat erstmals nach Einführung D.O.P (eine geschützte Ursprungsbezeichnung) dieses Gütesiegel den Olivenölen aus Umbrien verliehen. Es ist damit garantiert, dass alle Produktionsschritte in der Region erfolgt sind. Die kalkhaltigen und durchlässigen Böden bieten eine ideale Grundlage.
Durch einen Mann, der gerade am Sammeln ist, werde ich auf den essbaren Wildspargel aufmerksam, der zwischen Feldgehölzen wächst. Und dann gibt es auch noch den schwarzen Trüffel. Ich meine, auf dem Weg eine verlorene Knolle entdeckt zu haben. Allerdings hielt ich sie für Tierkot, erst meine spätere Recherche ergab, welchen Schatz ich gesehen habe.
Soweit die kulinarischen Highlights. Das architektonische Highlight auf der Strecke ist Trevi, ein hübscher Ort, weithin sichtbar an einen Bergrücken geschmiegt.
Auch, wenn Touristen offensichtlich das Städtchen für sich entdeckt haben, es geht hier noch beschaulich zu, zumindest im April und Mai. Es sind die Kleinigkeiten, die den Charme ausmachen. Ein Laden, der geöffnet und sich selbst überlassen ist, weil der Ladenbesitzer mal schnell für eine Viertelstunde wegmusste. Und die Trattoria, die drinnen nur 8 Sitzpätze hat, aber vortreffliches Essen.
Im Ort gibt es außerdem ein sehenswertes Kunstmuseum, das sich unter anderem der Geschichte der Ölkultur widmet.
Ebenfalls weithin sichtbar an einer Hangkante steht das mittelalterliche Schloss Pissignano, ursprünglich eine Siedlung, die von Benediktinermönchen mit einer Mauer umfasst wurde.
Die Via Flaminia in Pissignano hat ihren Namen nicht einfach nur so erhalten. Hier verlief die Via Flaminia, die Rom (durch den Apennin) mit der Adriaküste verbunden hat.
Und hier findet man auch den See, in dem der Fluss Clitunno entspringt. Kein geringerer als Plinius der Jüngere hat diese Quelle als "lieblichen Ort" beschrieben. Der See hat tatsächlich einen besonderen Reiz. Nicht weit davon entfernt, werde ich gleich mein Quartier beziehen. Angesichts des strömenden Regens und meinen durchnässten Schuhen lasse ich diesen Schatz links (genauer gesagt, rechts) liegen, ohne mich hier kurz niederzulassen.
