Tokyo, das war einmal mehr Superlative! In der Metropolenregion leben ca. 38 Mio. Menschen. Tagsüber kann man sich Dank des perfekten öffentlichen Nahverkehrssystems schnell und komfortabel bewegen. Aber wehe der Arbeitsschluss am frühen Abend naht. Dann platzen die Straßen mit ihren Menschenmassen aus allen Nähten. Man kennt die Bilder der berühmten Kreuzung in Shibuya, wo täglich zehntausende Menschen die Straßenseite wechseln. Wahnsinn! Menschen über Menschen. Auch in der Metro, die man der schieren Gesamtnetzgröße nie verstehen wird. Ersteigt man eine Bahn, die eigentlich voll war, in die man eigentlich selbst nicht mehr dachte reinzupassen, quetschen sich mindestens noch 15 weitere Personen zu. Alles geht! Zur Not wird man zu den Stoßzeiten von weiß-behandschuhten Mitarbeitern in den Wagon geschoben. Es muss schnell gehen, mitunter ist die Zugtaktung 90 Sekunden. Allein am Bahnhof Shinjuku pendeln täglich 2-3 Millionen Menschen. Das allein war sehr beeindrucken! Trotz all der Massen kein Chaos, alles läuft respektvoll, aber vor allem perfekt organisiert ab.

Die Stadt bietet viele Viertel mit den unterschiedlichsten Facetten. Schicke Ausgehviertel, das Businessviertel mit Blick über Tokyo vom World Trade Center aus, daneben der historische (und heute noch bewohnte) Kaiserpalast, Verschmelzungen hoch moderner und historischer Architektur (wie die Mitsubishi-Zentrale oder den von Amsterdam kopierten Hauptbahnhof). Dann der größte Fischmarkt der Welt, klar den braucht es hier….Wenige Bahnminuten entfernt das hippe und für europäische Augen total skurrile Elektroviertel Akihabara mit seinen unzähligen Mangaläden, Werbeplakaten und Mädchen in verspielten Dienstmädchen-Kleidern mit niedlichen Schleifchen im Haar, die versuchen mit ihren Kulleraugen und strahlenden Lächeln die Kundschaft in ihre Cafes zu locken. Überhaupt ist das japanische Schönheitsideal für unsere Geschmäcker doch teiweise etwas grenzwertig. Aber hier orientiert sich eben alles und jeder an den großen Manga-Ikonen - große Augen, kindliche Gesichter, lange Beine und tiefer Ausschnitt. Es gibt weitere abgedrehte und junge Viertel in Tokyo. Alles dreht sich um Technik, Essen und Konsum. Zwischendrin findet man auch immer wieder skurrile aber oft auch hilfreiche Erfindungen. Hier gibt es eben nichts was es nicht gibt und auch Dinge, die wir uns überhaupt nicht vorstellen können! Tokyo ist Wahnsinn! Klassik trifft Moderne, Traditionen trifft auf Zukunfttrends.

Die wohl schrägste Veranstaltung für uns in Asien war das tokyoer Oktoberfest, das Anfang Juni ausgetragen wird. Wie schon erwähnt läuft in Japan alles ruhig und respektvoll ab, die Menschen tragen Anzug und sind nicht dafür bekannt extrovertiert zu sein….doch fließt das Bier erst einmal in Strömen fallen auch hier jegliche Anstands-Vorhänge ;-) Es war eine heiden Stimmung und man dachte fast man sei auf der Wiesn. Eine deutsche Band in Trachten mit den üblichen Oktoberfest-Gassenhauern, zu unserer Überraschung grölten die Japaner voller Inbrunst mit! :-) Auch einige im Publikum in Dirndln und Trachten, mit schwingende Bayern- und Deutschlandfahnen und einem Alkoholpegel, den wir in Japan nicht erwartet haben. Das Bier war allerdings mehr als doppelt so teuer wie in München, die Bratwürste wurden mit Stäbchen gegessen und gern auch mal ´ne Muschel zum Gerstensaft verzehrt. Und so feiert man in einem kleinen Park, umgeben von Wolkenkratzern eine ausschweifende Party, die dann aber auch schon gegen 22:00 Uhr zu Ende ist. Ja, der Durchschnittsjapaner verträgt nicht viel und muss am Folgetag auch wieder in aller Herrgottsfrühe malochen.

Und, was fehlt jetzt noch in der Japanreise?? Richtig, der Fuji! Neben der Kirschblüte denkt wohl bei Japan jeder auch sofort an den heiligen Berg der Japaner – und wohl DAS Fotomotiv schlechthin… Also haben wir uns entschlossen noch zwei Nächte am Fuß des Berges zu verbringen. Allerdings ist die Geschichte schnell erzählt, da wir die beste Sicht auf den Berg bei unserer Ankunft vom Zug aus hatten. Den Rest der Zeit hüllte sich der Gipfel durchgehend in Wolken. Somit haben wir die Zeit dort tot geschlagen ohne einen weiteren, unverhüllten Blick auf den perfekten Bergkegel zu erhaschen…

So endete eine tolle, ausgiebige und nicht ganz billige Rundreise durch Nippon. Was uns von Japan in besonderer Erinnerung bleiben wird….definitiv das japanische Hightech-Klo, das Nächtigen auf den Tatamimatten, die viel zu kurzen Badewannen, die Klo-Pantoffel, das ständige Warnen vor Gefahren, der Schaffner im Zug der sich sowohl beim Betreten, als auch beim Verlassen des Zugabteils tief verbeugt, die unaufhörliche Freundlichkeit und das ständige Bedanken, Wörter wie Nishimachi, Moshimoshi, Hai, Hachi, Konnichiwa und Arigatougozaimasu….und zu Guter Letzt: das Oktoberfest 2017 in Tokyo! :-)

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