Nun ging es weiter nach oben…Wir flogen nach Tokyo. Das Wetter war alles andere als ein Willkommensgruß und es schüttete aus Eimern. Es war jedoch nicht weiter schlimm, da wir den Tag eigentlich nur im Flieger und Bussen verbracht haben, denn wir drehten nach der Landung Tokyo gleich wieder den Rücken zu und fuhren per Bus (hier gab`s auch gleich die nächste lustige japanische Erfindung…das „Schlafvisier“ -siehe letztes Bild!) noch weiter nach Norden, nach Sendai. Wir hatten eine Verabredung! Ein freudiges deutsch-japanisches Wiedersehen mit einer sehr lange nicht gesehenen Freundin - Kunimi! Ich (Lisa) und Kunimi hatten uns vor etwa 10 Jahren in Australien kennengelernt und dort eine Weile zusammen in Melbourne gewohnt. Es war eine tolle Zeit mit schönen Erinnerungen! Das Wiedersehen war großartig und zudem war es toll, dass wir eine Nacht bei ihrer Familie daheim übernachten durften und somit mal einen Blick hinter die Kulissen eines japanischen Haushaltes werfen konnten. Wir wurden freudig empfangen! Die Sprachbarrieren zwischen den Eltern, ihrer 89jährigen Großmutter und uns waren schnell überwunden…denn auch hier hat die Technik Abhilfe geschaffen. Allerdings kam bei den Übersetzungsprogrammen meist ziemlich wirre Sachen zustande, was mehr zur Belustigung als zur wahren Hilfe beigetragen hat. 😊 Am Morgen gab`s ein typisch japanisches Frühstück im Kreise der Familie. Es war sehr sehr schön!

Das Wetter hat auch in Sendai nicht ganz mitgespielt und es war bitter kalt. Kunimis Eltern waren jedoch so lieb uns zwei warme - und viel zu große 😊 - Jacken zu leihen. Per Auto hat Kunimi uns dann ein bisschen die Gegend gezeigt, wir haben ein paar nette Unternehmungen gemacht (Stadtfest mit kämpfenden Samurais, traditionellen Tänzen und zu einem Fuchspark, was echt schräg war und recht mies roch!), viel gefuttert, viel Sake getrunken und es uns in einem typisch japanischen Bad – einem „Onsen“ (eine heiße vulkanische Quelle) nach Männlein und Weiblein getrennt, gutgehen lassen. Als erstes wird sich akribisch gewaschen, dann darf man das Becken -so wie Gott mich schuf- betreten…es folgt die pure Entspannung! – um die Zensur zu vermeiden gibt’s hiervon leider kein Bild- sorry 😉

Was uns aber auch sehr in Erinnerung bleiben wird war der Besuch in Matsushima, ganz in der Nähe von Sendai und ca. 100 km entfernt von Fukushima. Hier gibt es eine Info- und Gedenkstätte zum Tsunami-Unglück im Jahr 2011. Wir haben uns noch gut an diesen Tag erinnern können, damals waren wir in Brasilien und saßen geschockt vorm Fernseher. Nun standen wir eigentlich an genau jenem, oder einer jener Orte, wo die Welle, bzw. Wellen, damals aufs Land trafen. Japan liegt geografisch gesehen in einer ziemlich heiklen Region. Leichte meist kaum spürbare Erdbeben sind hier an der Tagesordnung, doch ab und zu sind Diese eben auch mal stärker. Als Folge bleibt der Strom erstmal aus. Für die Menschen hier war das quasi „normal“ und wurde deshalb so Vielen zum Verhängnis. Dem Tsunami damals ging ein starkes Beben im Meer voraus, der Strom blieb aus und die Menschen erreichte die Vorwarnung auf den Tsunami daher leider nicht. Sie gingen nach dem Beben zur Tagesordnung über und kehrten die Scherben zusammen, als die Welle 1 Stunde und 6 Minuten später hier auf Land traf. Die Informationsstätte war sehr interessant und wir bekamen einige tiefere Einblicke. Videos und Vorher-Nachher Fotos waren sehr eindrücklich. Außerdem wurde ein psychologisches Projekt ausgestellt in dem Kinder ihre persönlichen Erlebnisse jenen Tages darstellen sollten. Sehr ergreifend und keine leichte Kost. Die Welle war über 8 Meter hoch und walzte förmlich alles nieder. Es steht kein Stein mehr auf dem anderen. Man kann auch heute noch Straßen und Gehwege erkennen, allerdings fehlen sämtliche Gebäude des ehemals 6000-Einwohner-Ortes. Einige Menschen leben hier heute noch in Notunterkünften. Zum Gedenken wurde eine steinerne Säule errichtet, die die Höhe der Welle zeigt….

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