Nun haben wir am Ende unserer Reise noch ordentlich viel Zeit und drei Tage bleiben uns, um uns in Hanoi von Vietnam zu verabschieden. Da wir schon viel von dem, das Hanoi zu bieten hat, bereits angeschaut haben, lassen wir die Tage immer sehr ruhig angehen und unternehmen immer nur kleinere Ausflüge. Gestern verbrachte ich zum Beispiel den Vormittag während Andra vorbildlich joggen war, hauptsächlich im Harry Potter Café, in dem ich weitere Tränke aus den Büchern probierte und sich langsam die Liste meiner schon getrunkenen füllt.
Mittags zogen wir dann zum „Museum of Fine Arts“ los und konnten dort mehrere Jahrhunderte der vietnamesischen Kunst erleben, was sogar für mich, als nicht übermäßig begeisterter Kunstmuseumsgänger, wirklich interessant war. Denn da es wirklich schöne Exponate gab und die Unterschiede von manchmal nur einem Jahrhundert sehr deutlich zu sehen waren, ging man mit offenen Augen durch die Ausstellungsräume und freute sich über das zu Sehende.
Den Anfang machten wunderschöne alte Statuen......gefolgt von Statuen völlig anderen Stils, obwohl nur gut ein Jhd. dazwischen liegt.Halong Bay als LackgemäldeHo Chi Minh als HolzschnittNachkriegszeitkunstGesticktes GemäldeDanach ging es in ein kleines verstecktes Café in einem engen Hinterhof, wo wir den hier typischen Egg Coffee tranken. Für diesen wird zu normalem Kaffee ein Schaum aus Eigelb, Zucker und Kondensmilch gegeben, wodurch das Getränk ein wenig wie flüssiges Tiramisu schmeckt, also unglaublich gut. Generell muss an dieser Stelle einmal der vietnamesische Kaffee erwähnt und gewürdigt werden. Durch eine besondere Zubereitung mit einem kleinem „Bechergerät“ mit Filter und der Nutzung von dickflüssiger Kondensmilch (kein Vergleich zu der dünnflüssigen aus Deutschland) erhält der Kaffee ein unglaubliches geschmackvolles Aroma und wird uns in Thailand unglaublich fehlen...Egg CoffeeNachdem wir unsere Egg Coffees ausgetrunken hatten, ging es über den Nachtmarkt Hanois, auf dem wir ein paar Souvenirs kauften und zum Abschluss des Tages in eine kleine Bar mit fantastischer Livemusik.Der Nachtmarkt Heute ging es auf in den Norden Hanois. Nach einem ordentlichen Fußmarsch von gut eineinhalb Stunden und einer geschlossenen Pagode auf einem See kamen wir bei einem Blumenmarkt an, der vor Farben und verschiedenen Formen der schönsten Blumen aus allen Nähten zu platzen schien. Impressionen vom BlumenmarktNach dem Markt hatte die kleine Pagode auf dem See wieder geöffnet und wir schauten uns diese kurz an. Sie war sehr hübsch anzuschauen mit ihren weißen Buddhas in der roten Pagode, die sich in den Himmel streckte, den Bonsai-Bäumen und dem dunkleren und prunkvolleren Innenleben des dortigen kleinen Tempels. Die Tran Quoc-PagodeDarauf ging es zurück zum Kern der Stadt, wo wir uns zum verspäteten Mittag - es war bereits 16 Uhr - an die Gleise der sonst verlassenen Zuglinie setzten und dort auf den Zug warteten. Dieser kam auch pünktlich und rauschte dann doch näher als erwartet an uns vorbei, sodass wir glücklich waren vorher den Tisch, auf dem unsere Kaffees und mein Pho standen, weit genug von den Schienen weggezogen zu haben. Das Essen an den Gleisen und der nahende ZugDas Highlight des Tages war ein Kalligraphie-Kurs, den wir in einem kleinen und gemütlichen Atelier an den Schienen zu zweit absolvierten. Neben Kalligraphie bot der Laden auch Kurse zur Herstellung eines besonderen Papiers an, dessen genaues Rezept wohl nur noch drei Familien in ganz Vietnam beherrschen und Papier aus dem Holz eines speziellen Baumes und einem bestimmten Kleber ist. Wir übten zuerst verschiedene Striche und Formen und machten uns danach erst daran Wörter und Buchstaben zu Papier zu bringen. Nach gut zweieinhalb Stunden waren wir dann so weit und hatten uns ein Wort und ein Schriftbild überlegt. Dieses galt es dann in möglichst ein oder zwei Versuchen auf das teure und kostbare Papier zu bringen und es darauf mit einem roten Fingerabdruck abzuschließen. Atelier und ArbeitsgerätWas dort wohl stehen mag...Die Form der Buchstaben war zwar vorgegeben, jedoch konnte man selbst entscheiden, wie man diese zu Papier brachte. So hatte ich beispielsweise die Idee den Abstrich des „g“s als „l“ des zweiten Wortes zu nutzen - worauf ich schon stolz bin. Wenn man sich das obige Bild anschaut, sieht dies nicht wirklich schwer aus, allerdings war es eine große Herausforderung, sich mit dem Pinsel vertraut zu machen und die Striche und Rundungen die Form annahmen, die einem vorschwebten und wir die zweieinhalb Stunden auch wirklich brauchten. Nun sind wir zurück im bestem Café der Welt und lassen den Tag in Ruhe ausklingen. Morgen ist dann unser letzter ganzer Tag hier in Vietnam, was zwar traurig sein mag, aber auf Thailand freue ich mich nun auch schon sehr.
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