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#1 FSJ IN IRLAND 2021 - CORK CITY | THE REAL CAPITAL OF IRELAND

Veröffentlicht: 08.05.2023

Willkommen in Cork, der inoffiziellen Hauptstadt Irlands und meine Basis in Irland. Cork befindet sich im Süden Irlands im gleichnamigen County Cork. Die Stadt, durch die der River Lee fließt, hat zu Covid Zeiten leider nicht viel zu bieten, da fast alles geschlossen wurde. 

INFORMATIVES ZUM LAND

Irland ist eine Insel im Nordwesten Europas, bekannt für ihre atemberaubende Landschaft, ihre reiche Geschichte und ihre einzigartige Kultur. Sie ist geteilt in die Republik Irland, die den Großteil der Insel umfasst, und Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört. Irland ist berühmt für seine grünen Wiesen, beeindruckenden Küstenlinien, historischen Burgen und lebendige Städte. Die irische Kultur ist tief verwurzelt in Musik, Literatur und Traditionen wie dem St. Patrick's Day. Die Insel hat eine lange Geschichte, die von den alten keltischen Stämmen über die normannische Besiedlung bis hin zu ihrer Unabhängigkeit im 20. Jahrhundert reicht.

Irland war im frühen Mittelalter von verschiedenen keltischen Stämmen bewohnt. Diese Kulturen hinterließen ihre Spuren in Form von Mythologie, Dichtung und Kunst. Die keltische Gesellschaft war stark in Clans organisiert, und der Einfluss der Druiden als religiöse Führer war stark. Im 5. Jahrhundert brachte der heilige Patrick das Christentum nach Irland, was tiefgreifende Auswirkungen auf die Kultur und Religion des Landes hatte.

Im 8. und 9. Jahrhundert begannen die Wikinger, Irland zu überfallen, und gründeten mehrere Siedlungen, darunter die spätere Hauptstadt Dublin. Im 12. Jahrhundert begannen die Normannen ihre Eroberung Irlands, was zur Einführung eines feudalen Systems und einer stärkeren Verbindung zum Königreich England führte.

Ab dem 16. Jahrhundert verstärkte sich der Einfluss Englands auf Irland, was zu Konflikten und Rebellionen führte. Die Tudor-Dynastie versuchte, Irland vollständig zu kontrollieren, und im 17. Jahrhundert kam es zu einer Reihe von Kriegen, die das Land weiter destabilisierten, einschließlich der Irischen Rebellion von 1641 und dem Englischen Bürgerkrieg.

Im 19. Jahrhundert wuchs der irische Nationalismus und der Ruf nach politischer Unabhängigkeit von Großbritannien. Dies führte zu den Irischen Hungersnöten (1845-1852), bei denen Millionen von Iren starben oder in die USA auswanderten. Die Irische Unabhängigkeitsbewegung nahm im 20. Jahrhundert Gestalt an, und 1916 fand das Osteraufstand statt, das den Beginn des Unabhängigkeitskampfes markierte.

Irland erlangte schließlich 1922 seine Unabhängigkeit und wurde zur Irischen Freistaat (später zur Republik Irland). Die Nordirlandfrage blieb jedoch ungelöst, und es kam zu jahrzehntelangen Konflikten zwischen Nationalisten (die eine Vereinigung mit der Republik Irland wollten) und Unionisten (die in Großbritannien bleiben wollten), bekannt als der Troubles.

Irland ist besonders bekannt für seine grüne Landschaft, die durch das gemäßigte Klima und die häufigen Regenfälle geprägt ist. Die Insel wird daher nicht umsonst „die grüne Insel“ genannt. Überall gibt es weite Wiesen, sanfte Hügel und imposante Klippen, die die Küstenlinie zieren. Die Irischen Moorlandschaften und alte Wälder sind ebenso ein Markenzeichen der Landschaft. Besonders auffällig sind auch die vielen Berge und Seen, die das Bild der Insel prägen und eine malerische Kulisse bieten.

KULINARIK

Die irische Küche ist rustikal und herzhaft, oft geprägt von den verfügbaren regionalen Zutaten und den traditionellen Kochmethoden. Ein wichtiger Bestandteil der irischen Küche ist die Kartoffel, die nach der Hungersnot im 19. Jahrhundert zu einem Grundnahrungsmittel wurde. Diese wird auf vielfältige Weise zubereitet – als Colcannon (mit Kohl und Butter), Boxty (ein Kartoffel-Pfannkuchen) oder einfach als Kartoffelstampf.

Ein weiteres klassisches Gericht ist der Irish Stew, ein deftiger Eintopf aus Lammfleisch, Karotten, Kartoffeln, Zwiebeln und Petersilie. Dieses Gericht spiegelt die rustikale, einfache irische Küche wider und ist besonders an kalten Tagen beliebt. Sodabrot ist ein weiteres typisches Gericht, das in vielen Haushalten frisch gebacken wird und als Beilage zu Mahlzeiten gereicht wird.

Die Meeresfrüchte Irlands sind besonders frisch und werden in vielen Gerichten verwendet, da die Insel von Wasser umgeben ist. Muscheln, Austern, Kabeljau und Lachs sind in der irischen Küche weit verbreitet, wobei irische Austern und Muscheln auf vielen Märkten und in Restaurants gefeiert werden.

Ein weiteres populäres Gericht ist Coddle, ein herzhaftes Eintopfgericht aus Würstchen, Speck, Zwiebeln und Kartoffeln, das besonders in Dublin eine lange Tradition hat. Auch Kerry Lamb und Dublin Coddle sind kulinarische Spezialitäten.

Desserts wie Apple Pie und Crumble mit Vanillesoße gehören ebenfalls zur traditionellen Küche, zusammen mit einem heißen Irish Coffee oder einem Pint Guinness als Abschluss einer Mahlzeit.

Irland ist auch berühmt für seine Getränke. Der Irish Whiskey ist international bekannt und wird oft in gemütlichen Pubs in Irland serviert. Ein weiteres ikonisches Getränk ist das Guinness, das berühmte Stout-Bier, das in Irland seinen Ursprung hat. Das Getränk hat weltweit einen besonderen Platz und wird als Symbol der irischen Kultur betrachtet.

IRLANDS NATUR

Irlands Natur ist spektakulär und vielfältig. Das Land bietet eine Mischung aus sanften, grünen Hügeln, tiefen Tälern, weiten Ebnen und steilen Klippen an der Küste. Besonders beeindruckend sind die Cliffs of Moher, die mit ihren steilen Felsen 200 Meter hoch aus dem Atlantik emporragen. Diese Naturwunder zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes und bieten einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer.

Irland ist auch berühmt für seine Seenlandschaften, wie den Killarney Nationalpark, der für seine idyllischen Seen, Wälder und Berge bekannt ist. Der Lough Neagh im Norden Irlands ist der größte Süßwassersee des Landes, und viele andere Seen bieten perfekte Gelegenheiten zum Wandern und für Naturbeobachtungen.

Die Irischen Moorlandschaften sind ein weiteres einzigartiges Naturmerkmal, das Irland auszeichnet. Diese weiten, feuchten Gebiete sind Heimat für viele seltene Pflanzen- und Tierarten und bieten eine fast mystische Atmosphäre, die viele Besucher zu schätzen wissen.

CORK

Cork, auch bekannt als das Rebel County, hat einen einzigartigen Platz in der irischen Geschichte und Kultur. Der Spitzname „Rebel County“ geht auf die lange Tradition des Widerstands und der Rebellionen gegen die englische Herrschaft zurück. Die Stadt Cork und ihre Umgebung waren ein Zentrum des Widerstands, besonders während des Irischen Unabhängigkeitskrieges und der Irischen Bürgerkriege.

Der Begriff „Rebel County“ wurde Cork von den Iren selbst verliehen und spiegelt die historische Bedeutung der Region im Widerstand gegen die englische Kolonialisierung wider. Besonders im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Cork ein Zentrum des irischen Nationalismus. Die Stadt war ein Hotspot für viele bedeutende Revolten und Rebellionen gegen die britische Herrschaft.

Eine der bekanntesten Episoden, die zu diesem Spitznamen führten, war der Irische Unabhängigkeitskrieg (1919–1921). Während dieses Krieges war Cork ein strategisch wichtiger Punkt für die irischen Rebellen, die gegen die britischen Truppen kämpften. Die Stadt war auch ein Zentrum der Irischen Republikanischen Armee (IRA), und viele der bedeutenden Aktionen gegen die britische Herrschaft fanden hier statt.

Besonders die Zerstörung von Cork während des Irischen Bürgerkriegs (1922–1923) hinterließ tiefe Spuren in der Geschichte der Stadt. Nach der irischen Unabhängigkeit und der Gründung des Irischen Freistaates kam es zu Konflikten zwischen den Provisorischen Regierungen und den Anti-Treaty-Kräften. Cork war stark betroffen, und Teile der Stadt wurden zerstört, als Truppen der IRA versuchten, die britische Kontrolle endgültig zu brechen.

Die Rebellionen und Aufstände in Cork hatten tiefe kulturelle und soziale Auswirkungen, die noch heute in der Region spürbar sind. Cork entwickelte sich zu einem Symbol für den irischen Widerstand und den Nationalismus. Viele der berühmtesten Figuren der irischen Unabhängigkeitsbewegung stammten aus Cork, darunter Terence MacSwiney, der während des Hungerstreiks im Jahr 1920 für seine Forderungen nach Unabhängigkeit und Freiheit starb.

Die Stadt Cork und ihre Umgebung waren auch nach der Gründung des Irischen Freistaates weiterhin ein Zentrum für politisches Engagement und revolutionäre Aktivitäten. Der Kampf um die irische Unabhängigkeit hinterließ in der Region eine tiefe Verbundenheit mit der Geschichte und den Prinzipien von Freiheit und Selbstbestimmung.

Heute ist Cork stolz auf seinen Spitznamen als „Rebel County“. Die Geschichte des Widerstands wird in vielen Teilen der Stadt und der Region gepflegt, besonders in Denkmälern und Museen, die der irischen Unabhängigkeitsbewegung gewidmet sind. Der Cork Public Museum und der Freiheitspark sind Orte, an denen Besucher mehr über die Rolle von Cork im irischen Unabhängigkeitskampf erfahren können.

Die kulturelle Bedeutung des „Rebel County“ ist auch in der heutigen Zeit noch sehr präsent. Cork ist bekannt für seine lebendige Musikszene, seine Festivals und seine kreative Atmosphäre, die den Geist des Widerstands und der Unabhängigkeit weitertragen. Der Stolz auf die eigene Geschichte und das Erbe des Widerstands sind nach wie vor ein bedeutender Teil der lokalen Identität.

Cork ist eine Stadt, die sich durch ihre ganz eigene Identität und besondere Atmosphäre von anderen Städten Irlands abhebt. Im Süden des Landes gelegen, hat die Stadt eine lange Geschichte, die tief in der irischen Kultur verwurzelt ist. Besonders bemerkenswert ist die geografische Lage von Cork. Die Stadt liegt an der wunderschönen Cork Bay, einem der größten natürlichen Häfen der Welt, und bietet atemberaubende Küstenlandschaften, die durch zerklüftete Klippen und malerische Buchten geprägt sind. Im Vergleich zu den touristischeren Regionen Irlands bietet Cork eine weniger überlaufene, dafür aber genauso beeindruckende Natur, die vor allem für Wanderer und Naturliebhaber ein wahrer Genuss ist.

Die Stadt hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem kulturellen Zentrum entwickelt. Cork ist bekannt für seine lebendige Kunstszene, die viele lokale Künstler und Musiker anzieht. Das jährliche Cork Jazz Festival und das Cork Film Festival sind nur zwei Beispiele für die kulturellen Ereignisse, die die Stadt zu bieten hat. Diese Festivals ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an und tragen dazu bei, Cork als kulturellen Hotspot Irlands zu etablieren. Dabei geht der künstlerische Ausdruck in Cork weit über diese Veranstaltungen hinaus und ist ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lebens.

Cork unterscheidet sich auch kulinarisch von vielen anderen irischen Städten. Die Region ist bekannt für ihre frischen, regionalen Produkte, die in lokalen Märkten wie dem berühmten English Market angeboten werden. In Cork wird besonders auf lokale Produktion und Nachhaltigkeit Wert gelegt, und das spiegelt sich in den vielen Cafés, Restaurants und Märkten wider, die eine vielfältige irische und internationale Küche bieten. Der Fokus liegt dabei auf Qualität und Authentizität, was Cork zu einem attraktiven Ziel für Feinschmecker macht.

In Sachen Architektur bietet Cork ebenfalls eine besondere Mischung aus georgianischen und viktorianischen Gebäuden, die die Straßen der Stadt zieren. Zusammen mit modernen Bauten entsteht ein spannender Kontrast, der der Stadt ihren ganz eigenen Charme verleiht. Die enge Straßenführung, die vielen Brücken über den River Lee und die malerischen Gassen sorgen dafür, dass sich Besucher in Cork schnell wohlfühlen und die Stadt in ihrem eigenen Tempo entdecken können.

Cork hat im Vergleich zu anderen Städten Irlands einen besonders starken lokalen Charakter. Die Menschen hier sind stolz auf ihre Stadt und ihre Geschichte, und dieser Stolz zeigt sich in der Gastfreundschaft und der starken Gemeinschaft, die in Cork gepflegt wird. Die Stadt hat eine besondere Atmosphäre, die sowohl traditionell als auch modern ist, was sie zu einem einzigartigen Ort im Vergleich zu anderen irischen Städten macht.

Blick auf die "South Side" vom Shandon-Viertel

Zu meiner Zeit hier waren ALLE Läden mit Ausnahme der Lebensmittelgeschäfte geschlossen. So musste ich mich anfangs mit einsamen Spaziergängen durch die Straßen Corks und entlang des River Lee zufrieden geben. Zu Anfang besuchte ich meist gerne den English Market mit seinen kulinarischen Highlights, wie zum Beispiel das getrocknete Tomatenpesto oder Oliven gefüllt mit Peperoni.

English Market

Meine Spaziergänge endeten meistens im Shandon-Viertel, hoch oben über Cork mit Blick über die Stadt. Da die Pubs zu diesem Zeitpunkt leider geschlossen waren, musste ich irisches Bier auf eigenem Wege verköstigen und die meisten Sorten haben wirklich nicht gut geschmeckt. Mein absoluter Favorit ist Smithwicks, ein Red Ale aus Kilkenny, welches nicht so stark war wie Guinness oder Murphy´s. Cork teilt sich auf in 2 Teile, getrennt durch den River Lee. Die North Side und die South Side.

"North-Side" von Cork

Da ich auch in der South Side lebte, verbrachte ich den Großteil meiner Zeit auch dort, zumal die North Side als eher unsicherer Ort eingestuft wurde. Einer meiner Lieblingsplätze in Cork ist der Patricks Hill, mit einem schönen Blick über Cork. Zum St. Patricks Day hatte ich dort einen magischen Sonnenuntergang mit grün angestrahlten Kathedralen und Gebäuden.

Sonnenuntergang am Patricks Hill

Am ehemaligen Hafengelände der Stadt verbrachte ich so manchen Abendspaziergang zum Blackrock Observatorium, entlang am GAA Stadion von Cork. An manchen Tagen konnte man hier sogar Lachsfische im River Lee sehen und einmal konnte ich sogar einen verwirrten Delfin sichten, dazu aber später mehr…

Das sterbende Hafenviertel von Cork

Die Cork University thronte förmlich über dem River Lee in Blickrichtung zur ehemaligen Anstalt auf der anderen Seite. Die Universität besitzt Ähnlichkeiten mit Hogwarts aus den Harry-Potter Filmen.

ICH BIN VERLIEBT


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