Trujillo
Wir machten uns wieder einmal mit dem Nachtbus auf die nun 12-stündige Fahrt nach Trujillo. Diesmal allerdings mit Sitzen, die sich komplett flach nach hinten klappen ließen,...

Veröffentlicht: 31.07.2023

























Leider begann die Reise für Philip wieder mit Übelkeit, schon bevor der Bus losfuhr. Unsere Theorie ist mittlerweile, dass er einfach keine Saubohnen verträgt - die hatten wir nämlich vor jeder Busfahrt mit anschließender Übelkeit gegessen. Nachdem alles raus war ging es Philip dann aber wieder super und die restliche Busfahrt war gut. Am frühen Morgen noch im Dunkeln kamen wir dann in dem kleinen Örtchen Máncora an, das unter den Peruanern als Strandurlaubsort gilt. Wir hatten unser Zimmer schon für den vorangegangen Tag reserviert, sodass wir direkt einchecken und noch ein paar Stunden schlafen konnten.
Am ersten Tag liefen wir durch das süße Örtchen, das auch leckere Restaurants mit veganem und vegetarischem Essen zu bieten hatte und faulenzten am Strand herum. Über uns kreisten viele Fregattvögel und Kormorane, die sich zwischendurch ins Meer stürzten, um sich einen Fisch zu schnappen. Das einzige Manko in Máncora - haha mega Wortwitz 😜 - war, dass die große Straße „Panamericana“ mitten hindurch führt und sich immer mal wieder riesen LKW und Reisebusse mit dem hier üblichen Gehupe durch den Ort quetschten. Ansonsten gefiel es uns gut, die Temperaturen waren langsam wieder tropisch und wir konnten endlich auch abends wieder kurzen Sachen und Badelatschen tragen. Das bringt natürlich das ein oder andere Krabbelvieh mit sich, aber dank unseres Moskitonetzes sind wir da gut geschützt. Außerdem gab es super viele süße Kätzchen, die wir wieder in geheimer Mission mit Felix-Katzenfutter fütterten. Abends guckten wir den Sonnenuntergang, der hier an der Westküste Südamerikas ja immer über dem Meer zu sehen ist.
Am nächsten Tag ging es für uns wieder raus aufs Meer zum Tauchen. Bei leider bedecktem Himmel und dank des Humboldt-Stromes kühlen Wassertemperaturen war uns trotz dicken Wetsuits und Stiefeln ganz schön kalt. Wir hatten eigentlich vor, an einer stillgelegten Ölplattform zu tauchen, diese war aber leider aktuell gesperrt, sodass wir an das nahe gelegene Riff fuhren. Doch leider war davon nur wenig zu sehen, denn die Sicht war weniger als 2 Meter! Um uns herum war es vor allem super grün wegen des vielen Phytoplanktons. Gut für die Fischis, schlecht für unsere Augen 😄 Wir blieben immer ganz nah am Tauchlehrer, aber obwohl wir quasi seine Flossen im Gesicht hatten, sahen wir teilweise seinen Oberkörper kaum. Wir beiden hielten uns immer an der Hand, um uns nicht zu verlieren und ab und an sahen wir ein paar Fische und weiche Korallen. Bei besserer Sicht bestimmt ein toller Tauchort, für uns eher eine weitere Taucherfahrung und Verbesserung unserer Fähigkeiten. Einmal verloren wir unseren Tauchlehrer für kurze Zeit und folgten einfach nur den Blubberblasen, das war etwas gruselig, aber nach ein paar Metern fanden wir ihn wieder und waren sehr erleichtert 😅. Nach zwei Tauchgängen fuhren wir zurück an Land, wo es direkt wieder warm war und wir am Anlegesteg noch belohnt wurden. Denn wir sahen Pelikane, Wasserschildkröten und sogar einen Blaufußtölpel!
Am nächsten Tag fuhren wir wieder mit einem „colectivo“ in den circa 30 Minuten entfernten Ort Punta Sal, den wir von Philips Gastfamilie empfohlen bekommen hatten. Der Ort war ziemlich verschlafen, was vielleicht auch an dem heutigen Nationalfeiertag lag - der uns in den Wochen davor mehr ins Auge gefallen war als an dem Tag selbst. Der Strand hier war richtig schön und wir fanden ein ruhiges Plätzchen im Schatten, denn die Sonne brutzelte stark vom Himmel auf uns herab. Nach einem leckeren Mittagessen machten wir uns gemütlich auf den Heimweg nach Máncora. Wir verbrachten den restlichen Nachmittag im offenen Wohnzimmer des Hotels, wo wir unser Gepäck untergestellt hatten. Abends aßen wir wieder in einem super leckeren japanischen Restaurant um die Ecke, das sensationelles vegetarisches Sushi im Angebot hatte. Mit diesem Festmahl im Bauch ging es für uns dann mal wieder zu einem Nachtbus, der uns diesmal über die Grenze bis in die größte Stadt Ecuadors bringen soll, nämlich Guayaquil.
Somit endet unsere Zeit in Peru, die uns insgesamt sehr gut gefallen hat. Mit dem Bus haben wir das Land einmal von Süden nach Norden bereist. Wir haben alte, neue Freunde getroffen, viel über die Inka und anderen Kulturen gelernt, tolle Stätten besucht und am Ende noch ein paar entspannte Tage am Strand genossen. Peru hat von Allem etwas zu bieten!
