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Trujillo

Veröffentlicht: 28.07.2023

Wir machten uns wieder einmal mit dem Nachtbus auf die nun 12-stündige Fahrt nach Trujillo. Diesmal allerdings mit Sitzen, die sich komplett flach nach hinten klappen ließen, sodass man richtig liegen und schlafen konnte. Soweit die Theorie. Aber wir hatten die Rechnung ohne den sehr dicken Mann schräg hinter uns gemacht. Wir übertreiben nicht wenn wir sagen, dass wir noch nie jemanden so laut haben schnarchen hören. Trotz Ohrstöpsel war der gute Herr so ohrenbetäubend, dass Jana ganz unwillkürlich in ihren Geburtstag rein feiern konnte, denn an Schlaf war für sie nicht zu denken. Selbst nach mehrmaligem Rütteln am Knie erwachte der Mann nicht aus seinem offensichtlich sehr sauerstoffarmen und komatösen Schlaf, sodass Philip dazu überging, ihm Papierkugeln ins Gesicht zu werfen. Nachdem auch dies erfolglos blieb, rüttelte Philip so fest am Bein des Mannes, dass er endlich verblüfft die Augen öffnete und ab dann zu unserer Erleichterung einfach von alleine wach blieb. Die letzten 3 Stunden schliefen wir dann wie die Babies! Etwas zerknautscht - lag es an der 30 oder doch nur an der Busfahrt? 😉 - kamen wir in Trujillo an, wo die letzten Feierwütigen aus den Discos rausgefallen kamen. Wir stellten unsere Rucksäcke im Hotel ab und frühstückten etwas in der Innenstadt. Auf dem Hauptplatz war eine große Parade, die mit Musik und viel Tamtam über die Straße zog. Wir wurden nicht ganz schlau daraus, was der Anlass der Parade war (sicher nicht Janas Geburtstag 😁), sie bestand sowohl aus Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums, Militärs, Bergrettung, Turnern und Frauen in blauen Anzügen, die im Stechschritt marschierten - vielleicht eine Übung für den am 28.7. stattfindenden Nationalfeiertag. Unser Hotelzimmer war auch diesmal wieder sehr schön und wir genossen es, dass wir hier ein paar weitere entspannte Tage vor uns hatten. Janas Geburtstag verbrachten wir dann auch ganz unspektakulär, schlenderten durch die Stadt mit ihrem hübschen Plaza de Armas, guckten einige Kirchen von außen an, aßen lecker und machten uns einen gemütlichen Abend im Hotelzimmer.


Am nächsten Tag fuhren wir mit einem „colectivo“ in das nahe gelegene Örtchen Huanchaco. Diese mal kleinen, mal normal großen Busse fahren immer dieselbe Strecke und man kann überall entlang des Weges ein- und aussteigen. Die Fahrer haben es grundsätzlich ziemlich eilig, sodass man auf die Frage wohin er fährt oder wieviel es kostet meistens nur einen genervten Blick kassiert - er fährt eben dorthin wie immer, hält wo man möchte und es kostet so wenig, dass man da nicht drüber reden muss 😄 So düsten wir also als gefühlt einzige Nicht-Peruaner zu dem im Internet als „Surferort“ gerühmten Huanchaco. Der Ort war irgendwie am Ende nicht das, was wir erwartet hatten. Die Straßen waren nicht sonderlich schön, der „Strand“ bestand aus Steinen und es gab nur kleine Wellen - von „Surferort“-Atmosphäre war da nicht viel zu spüren. Nachdem wir den Surfern ein bisschen zugeschaut hatten, wollten wir nur noch zu Mittag essen und uns wieder auf den Heimweg machen, als wir dann doch noch etwas lustiges erlebten. Auf der Straße gegenüber führten zwei Polizisten einen Tanz auf, begleitet von unfassbar lauter Musik, die aus einem Kofferraum mit mehreren Lautsprechern dröhnte und wurden von einer Kamera gefilmt. Leider saßen die Tanzschritte nicht so 100% und das geräuschvolle Spektakel dauerte ziemlich lange. Wir fragten die Inhaberin, wieso die Polizei da so lautstark herumtanzt. Das sei für den Nationalfeiertag und da es eben die Polizei sei, dürfen die so laut sein. Aha, wir halten fest: die Peruaner lieben ihren Nationalfeiertag und sind insgesamt ein sehr geräuschintensives Volk 😄 Wir fuhren wieder zurück nach Trujillo und kauften uns in einem Einkaufszentrum noch eine Actionkamera für unter Wasser.

Am nächsten Tag hatten wir nach dem Check-Out noch viel Zeit bis unser Bus abfuhr. Wir fuhren wieder mit dem „colectivo“ zu einer Ausgrabungsstelle, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Hier wurde die größte präkolumbische Stadt des damaligen Südamerika entdeckt, Chan Chan, die von der Chimú-Kultur aus Lehm gebaut wurde. Die Chimú lebten schon vor den Inka und wurden von diesen erobert. Chan Chan erstreckt sich über 28 Quadratkilometer entlang der Küste, davon sind jedoch nicht alle Teile für Touristen zugänglich. Da wir etwas müde von den vielen Touren durch Ruinen waren, entschieden wir uns diesmal gegen einen Guide und guckten uns einfach nur die schönen Verzierungen in den alten teilweise beeindruckend hohen Mauern an. Anschließend besichtigten wir noch das dazugehörige Museum. Nachmittags machten wir uns wieder auf den Weg zum Hotel und von dort zum Busbahnhof.

Insgesamt war Trujillo ein süßes Städtchen, in dem wir ein paar ruhige Tage verbrachten, Huanchaco muss man nicht gesehen haben.


Für uns geht es jetzt wieder ein gutes Stück weiter entlang der Küste Richtung Norden, nämlich in den Badeort Máncora.

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