Ica & Huacachina
Als wir in Ica ankamen, merkten wir schon nach kurzer Zeit, dass das eine ziemlich hässliche Stadt ist. Mal davon abgesehen, dass wir ständig angequatscht wurden bezüglich...

Veröffentlicht: 25.07.2023





















Nach knapp 5 Stunden kamen wir in der Hauptstadt Perus an, von der wir schon viele Gruselgeschichten gehört hatten. Es sei hässlich, gefährlich und aktuell seien viele Proteste, weshalb man sich fern von der Innenstadt halten solle, außerdem sei der Plaza de Armas gesperrt. Außer dem letzten Punkt konnten wir das glücklicherweise nicht bestätigen. Wir hatten uns in Lima ein schönes Hotel gebucht, da wir vorhatten viel Zeit dort zu verbringen und die nächsten Reisewochen zu planen. Und unser Zimmer war wirklich toll, wir fühlten uns pudelwohl. Über der Stadt hängt außerdem fast durchgehend eine graue Wolkensuppe, da fällt es gar nicht so schwer drin zu bleiben 😄. Am ersten Abend arbeiteten wir auch den einzigen wirklichen Programmpunkt in Lima ab, wir gingen mal wieder ins Kino. Diesmal in Philips heiß geliebten Indiana Jones mit englischem Originalton und spanischem Untertitel. Lustigerweise waren die ersten 20 Minuten fast komplett auf deutsch - bei Indy sind die Feinde meistens Nazis - wodurch wir wahrscheinlich diejenigen waren, die am meisten im Kinosaal verstanden. Der Film war wirklich gut, wir stopften eine riesige Portion Popcorn in uns rein und schliefen richtig gut in unserem riesengroßen Hotelbett.
Die nächsten beiden Tage verließen wir das Hotel eigentlich nur zum Essen und zum Erkunden des schönen Viertels „Miraflores“, in dem wir wohnten. Bislang gefiel uns Lima ziemlich gut. Unspektakulär aber stabil, nette Restaurants, seltsam viele Casinos, sauber, große Straßen, viele Leute - Großstadt eben, aber nicht stressig.
Am letzten Tag hatten wir uns eine Stadtführung in der Innenstadt gebucht, mal wieder eine Free Walking Tour 😉. Die Innenstadt war im Gegensatz zu Miraflores eher grau-braun, weiterhin ziemlich unspektakulär aber nicht hässlich. Der Plaza de Armas war sogar richtig schön, aber leider präventiv mit Gittern abgeriegelt wegen der immer wiederkehrenden Protestmärsche (gegen die Verhaftung des Präsidenten wegen Korruption). Unsere Guide erzählte etwas zur Geschichte Limas in der Inkazeit und während des Pazifikkrieges mit Chile. Im Jahr 1970 gab es das bis heute schlimmste Erdbeben in der Geschichte Perus, auch in Lima wurde ein Großteil der Gebäude zerstört, was man an den rekonstruierten Kirchentürmen sehen konnte. Außerdem erklärte sie, dass durch die Coronapandemie viele Museen und Restaurants schließen mussten. Die peruanische Küche ist weltweit bekannt, umso trauriger, dass selbst dieses Gewerbe so unter der Pandemie gelitten hat. Die Tour endete an einem enorm großen Denkmal von Francisco Pizarro, der den Vormarsch der Spanier in Südamerika geleitet hatte und später in Lima lebte und starb, welches in einem Park stand mit Blick auf einen Hügel mit bunten Häusern. Weiterhin fanden wir Lima echt in Ordnung, definitiv viiiiiel schöner als Ica 😄 Auf dem Rückweg zum Bus kauften wir uns noch einen der traditionellen Churros, die ganz anders sind, als die Teigstangen, die wir vom Weihnachtsmarkt kennen. Es war eher wie ein süßes Teilchen, mit einer weißen Creme gefüllt, warm und sau lecker! Die ganz originale Version gibt es in einem offensichtlich sehr berühmten Laden, die Schlange davor war unvorstellbar lang. Wir gingen eine Tür weiter, wo es von außen betrachtet exakt denselben Churro gab - nur eben eine Stunde schneller 😜 Auf dem Weg kamen wir außerdem an zwei der Protestmärsche vorbei. Schon vorher hatten wir überall in der Innenstadt einige Polizisten gesehen, die ziemlich freundlich und unbeschäftigt scheinbar nur vorsorglich herumstanden und ein paar Straßen teilweise absperrten. Daher trafen die Protestanten auf eine 1:1-Betreuung durch die Polizei und wir fanden, dass es sehr friedlich ablief. Wir fühlten uns zu keiner Zeit unwohl und hatten nach der Stimmungsmache in den Nachrichten und nach den Erzählungen vorab irgendwie mehr Krawall befürchtet. Der blieb an diesem Tag aber Gottseidank aus und wir konnten ganz unbeschadet zurück in unser Hotel fahren. Dort hatten wir noch unser Gepäck zwischengeparkt, denn wir fuhren mal wieder mit einem Nachtbus weiter - aber diesmal mit luxuriösen 180°-Betten!
Für uns geht es jetzt weiter Richtung Norden zu unserem nächsten Ziel Trujillo.
