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Gunung Bromo - Probolinggo

Veröffentlicht: 22.03.2023

Unser nächstes Ziel in Java war der berühmte und sehr aktive Vulkan Gunung Bromo im Osten der Insel. Hierzu fuhren wir mit dem Zug nach Probolinggo, einem für indonesische Verhältnisse kleinen Städtchen. Philip hat sich im Vorfeld durch sämtliche Internetseiten gewühlt, um herauszufinden wie wir am besten zu dem Vulkan kommen. Grundsätzlich kann man von mehreren Städten starten, wir entschieden uns für Probolinggo, da es der am nächsten gelegene Startpunkt zu sein schien. Dabei haben wir viele Gruselgeschichten über die Stadt gelesen, von grässlichen Unterkünften über überfüllte Jeep-Touren bis hin zu mafiaähnlichen Busunternehmen, die keine anderen Transportmittel zum Vulkan erlauben. Aber dank Philips Hartnäckigkeit und Ausdauer im Google-Mobil fanden wir den für uns perfekten Plan, nämlich eine Rollertour auf eigene Faust. Da der Berg sehr touristisch ist, sollten die Wege gut erschlossen sein und wir befanden es nicht für notwendig eine geführte Tour zu machen. Wir kamen also am Bahnhof an, wurden fast von einem dieser besagten Busunternehmen abgefangen, lehnten aber dankend ab und wurden von unserem Gastgeber Budi in Empfang genommen. Er hatte angeboten uns mit dem Auto abzuholen, worüber wir nach 7 Stunden Zugfahrt sehr glücklich waren. Und diesmal hatten wir - nach dem kleinen Rückschlag in Yogyakarta - mal wieder eine super Unterkunft und mit Budi einen sehr interessanten und freundlichen Gastgeber. Das Homestay betreibt er seit ein paar Jahren, hatte während der Pandemie geschlossen und jetzt wieder seit einigen Monaten geöffnet. Vorher hat er 26 Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff der „Holland-America-Line“ als Kellner gearbeitet und dabei schon dreimal die Welt in jeweils 160 Tagen umrundet. Er erzählte von seinem Leben und Arbeiten auf dem Schiff, er war schon auf der Osterinsel und ist durch die Antarktis geschippert. Er beschrieb lustige Gäste, die immer wieder kamen und dieselbe Route fuhren und sogar Oprah Winfrey war einmal zu Besuch an Bord. Bei seinen Erzählungen merkte man, wie gerne er dort gearbeitet hatte und wie begeistert er immer noch von „seiner Schiffsgesellschaft“ sprach. Umso beeindruckter waren wir, als er uns den Grund für seine Kündigung verriet. Während der Pandemie waren die Sommeliers gekündigt worden, sodass er als Kellner neuerdings auch alkoholische Getränke wie z.B. Wein servieren sollte. Als gläubiger Muslim wollte er das nicht und verließ nach so langer Zeit seinen Arbeitgeber, um sich ganz dem Homestay und kleinen Café, das er nebenan betreibt, zu widmen. Dass der Islam hier sehr wichtig und verbreitet ist, lernten wir auch einen Tag später, als zum Beginn des Ramadan von den Lautsprechern der Moscheen noch mehr Gebete als sonst schon durch die Straßen schallten. 

Nun aber zurück zu unserer mega coolen Rollertour zum Bromo. Budi verlieh uns seinen Roller und wir machten uns am nächsten Morgen um kurz nach 7 Uhr auf die ca. 90 minütige Fahrt in den Bromo-Tengger-Nationalpark. Wir entschieden uns bewusst gegen die übliche nächtliche Tour zum Sonnenaufgang, da es uns zu gefährlich war nachts mit dem Roller zu fahren und der Nationalpark wohl zu der Uhrzeit sehr überfüllt ist - und mal davon abgesehen ist 2 Uhr nachts aufstehen einfach nicht so unser Ding 😁 Wir fuhren durch die wunderschöne Natur entlang der Serpentinen-Straße immer höher bis auf ca. 2300m, mal wieder mit erstaunlich vollgepackten Rollern, die neben uns herfuhren - es scheint nichts zu geben, was man nicht irgendwie auf einem Honda-Roller verstauen kann. Mit Ausnahme von zwei durchschnittlich schweren Deutschen, die ab einer gewissen Steigung zu 50% (Jana) absteigen mussten, da der Roller sonst verreckt 😄 In der Höhe wachsen bunte Blümchen, die wir in Java bislang nicht gesehen hatten und es wird viel Kohl und anderes Grünzeug angebaut. Wir stellten den Roller an einem kleinen Parkplatz ab und liefen ein Stück bis zu dem Aussichtspunkt. Und wie sich herausstellte hatte sich das spätere Aufstehen gelohnt (höhöhö), es war außer uns nämlich keine Menschenseele da. Wir hatten einen beeindruckenden Blick auf das sogenannte „Sandmeer“, dessen Boden von dem Aschesand bedeckt ist und die drei Vulkane Bromo, Semeru (der höchste Berg Javas und ebenfalls sehr aktiv, bei uns leider verdeckt von den Wolken) und Batok (inaktiv). Anschließend ging es mit dem Roller zurück in das Örtchen Cemorolawang, wir stellten den Roller neben einem Hotel ab, das Kassenhäuschen für den Eintritt war nicht besetzt und wir schmuggelten uns quasi in den Nationalpark - die Autorin möchte betonen, dass dies entgegen ihrer Moral war und sie von dem diebischen Philip hierzu genötigt wurde ☝🏼 Zu Fuß ging es in das Sandmeer, durch den feinen schwarzen Sand und am Ende durch die seltsamen Steinformationen, die die erkaltete Lava bei früheren Ausbrüchen gebildet hat. Überall wurden uns Plätze auf einem Motorrad oder einem Pferd angeboten, sozusagen 1 PS Allradantriebe, die man mieten kann, falls man nicht laufen möchte. Als gute deutsche Wandersleute ließen wir uns natürlich nicht beirren und stapften tapfer bis zu der langen Treppe, die uns an den Kraterrand führte. Und dann blickten wir in diesen riesigen, unglaublich laut brodelnden und dampfenden Vulkankrater. Wir waren sprachlos bei diesem gleichzeitig schönen und bedrohlichen Naturschauspiel und schauten lange einfach nur den Schwefeldämpfen zu. Auch hier war kaum etwas los, die Touristenmassen waren schon weg. Am Fuß der Treppe hatten wir uns einen getrockneten Blumenstrauß andrehen lassen, den man traditionsgemäß in den Krater wirft, also taten wir das auch wie es sich gehört. Im Nachhinein lasen wir, dass das Wort „Bromo“ von dem hinduistischen Gott der Schöpfung „Brahma“ stammt und der Krater für das hier lebende Tengger-Volk als Pilgerstätte gilt, einmal im Jahr gibt es wohl auch Opfergaben. Es gibt außerdem einen Tempel am Fuße des Bromo, der bei unserer Ankunft aber geschlossen war. Nach einiger Zeit kratzte der Schwefel langsam in unserem Hals und der Nase und wir machten uns auf den Heimweg. 

Insgesamt war das alles sehr beeindruckend und wir werden noch oft an den Bromo und auch Budi denken. Als nächstes geht es für uns nach Banyuwangi, ganz an der Ostküste, von wo aus wir den Ijen-Vulkan besteigen möchten.


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