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Von Sens an die Loire, Tag 10

Veröffentlicht: 27.07.2023

Donnerstag, 27. Juli 2023 , Tag 10, wir haben unsere sehr schöne Ferienwohnung zeitig verlassen und saßen um 9:00 Uhr auf den Rädern. Heute war das Wetter insofern besser, dass wir keinen richtigen Regenschauer abbekommen haben, dafür hatten wir aber mal wieder kräftigen, heftigen, starken Gegenwind. Es hat uns erneut zermürbt. Wir haben die positiven Auswirkungen des Ruhetags gespürt, die Gesäße taten nicht mehr so weh, die Beine waren erholt, wir hatten mehr Kraft und wir waren besser motiviert. Wir sind erneut durch sehr schöne Landschaften gefahren, die Frequenz der kleinen Städtchen mit Cafés und Einkaufsmöglichkeiten nimmt zu, was uns gut gefällt, weil es für uns logistisch erheblich einfacher ist. Wir sind über zum Teil einsame Landstraßen und  Feldwege gefahren, auf denen wir mutterseelenallein waren, aber auch über hochfrequentierte Landstraßen, auf denen rücksichtslose LKWs mit 100 km/h an uns vorbeigedonnert sind, dass wir uns gegen den Sog wehren mussten. Am frühen Nachmittag machen wir üblicherweise eine Essenspause, für die Andrea diesmal zwei sehr leckere Hühnerbeinchen auf dem Markt gekauft hatte. Falls ihr euch wundert, dass wir manchmal 70 km Etappen fahren und manchmal nur 40 km Etappen fahren: wir machen die Länge unserer Etappe zwar auch von Höhenmetern und Wetter abhängig, aber viel mehr von den Möglichkeiten der Übernachtung. Und bisher ist es so, dass wir durch strukturarme Regionen gefahren sind, wo die Übernachtungsmöglichkeiten gering waren. So auch heute. Deshalb mussten wir heute unbedingt bis an die Loire kommen. Über 80 km war uns allerdings zu lang, so dass wir uns entschlossen haben, in Nogent sur Vernisson den Vorstadtzug zu nehmen und die verbleibenden 15 km bequem mit dem Zug zu nehmen. Um 15:21 Uhr sollte es losgehen, so dass wir die letzten 20 km vor Nogent wie die Besessenen gegen den Wind reingetreten haben, denn der nächste Vorstadtzug wäre erst 3 Stunden später gefahren. Wir haben es auch geschafft und waren um 15:15 Uhr am Bahnhof, allerdings nur um festzustellen, dass der Zug 1 Stunde Verspätung hat, dann hatte er 2 Stunden Verspätung, dann hatte er zweieinhalb Stunden Verspätung und am Ende kam er um 18:11 Uhr. Wir haben also fast 3 Stunden auf dem Bahnsteig in Nogent gesessen, weil wir die letzten Kilometer nicht mehr mit dem Rad fahren wollten. Der Grund für die Verspätung war sehr traurig: der Zug war vorher mit einem Menschen kollidiert, der in suizidaler Absicht vor den Zug gesprungen war. So waren die Passagiere in dem Zug auch 3 Stunden gefangen und von ihrer Laune kein bisschen besser als wir. Gott sei Dank konnten wir unsere Fahrräder im Zug mitnehmen und sind dementsprechend die verbleibenden Kilometer zwar spät, aber sehr elegant bis zum Ziel gekommen . Am Ende des Tages sind wir nach Gien gekommen, einem kleinen, sehr schönen Städtchen an der Loire, in dem wir, selbstverständlich nachdem wir in der örtlichen Brasserie erst mal ein großes Blondes vom Fass getrunken haben, ein sehr schönes Hotel mit Fluss Blick bezogen haben.

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