heute-hier-morgen-dort
heute-hier-morgen-dort
vakantio.de/heute-hier-morgen-dort
Zuletzt in Helsinki

Jetzt wirds touristisch…

Veröffentlicht: 27.07.2025

Attraktion
Lan Ha Bay
Cat Ba, Vietnam
Tour
Kajaktour durch drei Höhlen in der Lan Ha Bucht
Wassersport · 1h 30m · Catbaventures.com
Unterkunft
schwimmende Hütte in der Lan Ha Bucht
Glamping · Cat Ba
Essen
Deck-Dinner auf dem Boot
$ · Abendessen
Essen
Deck-Lunch auf dem Boot
$ · Mittagessen
Essen
Frühstück auf dem Boot
$ · Frühstück
Essen
Pho Bo auf dem Boot
$ · Frühstück
Fahrt
Cat Ba → … → Ninh Binh
6h 30m
Fähre
Fähranleger Cat Ba → Fähranleger auf der anderen Seite
Vietnam
Sehenswert
Schwimmende Häuser in der Lan Ha Bucht
Cat Ba, Vietnam

Nguyễn Trãi (vietnamesischer konfuzianischer Gelehrter - 1380-1442) sagt:“ Dein Rollertank ist endlich, aber die Zuladung ist es nicht!“

24.07.:

Ein laaaanger Transfertag steht an, der uns zuerst per Taxi vom Hotel zurück nach Hanoi und dann per Bus, „Cable Car“ (https://catbaexpress.com/cat-ba-cable-car.html) und wieder Bus bis nach Cat Ba Town auf die gleichnamige Insel bringt. Um 9 Uhr morgens geht es los, um 15 Uhr kommen wir am Hostel an.

Zwischendurch halten wir noch an einer KfZ-Werkstatt (vergleichbar mit Herberts Garage in Bausenhagen), da die Reifen ein Problem hätten und Sicherheit ja vorginge. Welch ein Glück, dass es keine wirklich notwendigen Autoteile betrifft…

Nachdem alle vier Räder wieder mit mehr Luft gefüllt sind (war DAS das Problem?!), geht es weiter Richtung Hai Phong, um mit dem Cable Car, einer Art Schwebebahn nach Cat Ba überzusetzen. Für das Speedboat sei es zu regnerisch und die normale Fähre sei zu langsam.

Extrakosten 60.000 Dong pro Person. Witzigerweise kostet das Ticket auf der Homepage des Anbieters nur 50.000 Dong und während der Überfahrt mit der Seilbahn regnet es (oh Wunder) nicht!

Vermutlich sind sämtliche Transfer-Unternehmen und Reiseveranstalter angehalten, so viele Touristen wie möglich mit den Cable Cars nach Cat Ba zu schleusen, damit sich der Bau amortisiert.

Die Füchse die…

Zugegebenermaßen ist die kurze Überfahrt schon ganz faszinierend, zumal man den höchsten Seilbahnpfeiler weltweit überfährt und sich so kurzzeitig knapp 215 Meter über dem Meer befindet.

Die restliche Fahrt über die Insel geht es mit einem Bus weiter und nun beginnt es tatsächlich…wer hätts gedacht…wieder zu regnen! Vermutlich trägt auch das Grau in Grau dazu bei, dass wir auf der Fahrt durch den Hauptort doch eher entsetzt sind beim Anblick des Mülls, des Chaos und vor allen der unzähligen Baustellen. Gefühlt besteht Cat Ba Town zu 80% aus Baustellen, zieren Kräne und Gerüstlandschaften das Stadt- und Landschaftsbild. Wir hatten zwar bereits bei der Hotelsuche mehrfach gelesen, dass insbesondere Hotels um das Stadtzentrum gemieden werden sollten (was wir immerhin haben), aber dass es so extrem ist, hätten wir nicht gedacht.

Nachdem wir in unserem etwas abseits gelegenen Hostel einchecken, machen wir uns also mit Regenschirm bewaffnet auf den Weg ins Ortszentrum, um unseren Hunger mit einem Banh Mi zu stillen. Doch zu unser aller Verwirrung und auch ein Stück weit Entsetzen akzeptiert hier nahezu niemand Kartenzahlung. Das mag jetzt westlich arrogant klingen, soll es aber auf gar keinen Fall. Doch in einem Ort, der zu einen Großteil aus Hotels und Imbissen (Restaurants wäre zu hoch gegriffen) besteht, kaum eine Möglichkeit zu haben, bargeldlos zu zahlen, irritiert uns. Dazu werden wir bei jeder Bank weggeschickt, da sie selber nicht über ATMs verfügen. Also frischen wir bei einem Juwelier, wo auch sonst, unseren Millionenvorrat auf und verzichten Ida zuliebe auf ein vietnamesisches Mittagessen, sondern kehren in einer Bar mit Burger und FRTTN ein, was auf der Karte übrigens unter der Rubrik „Something familiar“ aufgeführt wird! Recht haben sie…

Dennoch…wirklich vom Hocker reißt uns Cat Ba bisher nicht und wir sind im Nachhinein enorm dankbar um unseren Plan B, der uns zwei fabelhafte Nächte in herrlicher Umgebung verschafft hat.

Nach einer Duschung, die unserem 15€ inkl. Frühstück-Hostel absolut würdig ist, geht es auf die immerhin sehr schöne Dachterrasse zum Spieleabend.

Mal schauen, was die Nacht so an Erholung bringt…

25.07.:

Der große Ausflug mit Übernachtung auf einem Boot in der Ha Long Bucht steht an und als Wecker dient uns, wie sollte es anders sein, um ca. 6 Uhr ein ausgeprägter Regenguss. Die Nacht ist ein Wechsel aus Permafrost und römischem Dampfbad, da es mit Klimaanlage wirklich irre kalt ist, ohne allerdings das Zimmer direkt auf 30 Grad und 5000 % Luftfeuchtigkeit aufgeheizt wird.

Da es die Zeit erlaubt, bleiben wir noch ein wenig liegen, lesen Bücher und lauschen den Grillen draußen vor dem Fenster, die sich jedoch irrtümlich als Bauarbeiter entpuppen, die fleißig vor sich hinflexen! Verblüffende Ähnlichkeit…

Das Frühstück, ähnlich wie mittlerweile das gesamte Badezimmer (es tropft u.a. aus der Dusche, unterm Waschbecken und am absurdesten über der Toilette, was uns dazu veranlasst, mit Handtuch auf dem Kopf dem notwendigen Geschäft nachzugehen), wird dem 15€-Hostel ebenfalls vollends gerecht, denn außer Toast mit Marmelade, Pancakes aus Reismehl und Kaffee, der Tote weckt oder Lebende von innen zersetzt, gibt es nichts!

Wir checken aus, fahren ca. fünf Minuten Taxi, machen den Fehler, nicht vorher verhandelt zu haben, so dass dieser Halsabschneider für die vergleichbare Strecke Kelsterbacher Straße 48 - Frauenhofschule 60.000 Dong haben möchte. Wir lehnen ab, einigen uns dann letzendlich auf 50.000, was immer noch ein absurd hoher Preis für diesen Weg darstellt. Zu Fuß ist mit sämtlichem Gepäck auf Straßen ohne Bürgersteig im Übrigen keine Option.

Nach dem Check-In im Office des Anbieters und einer kurzen Busfahrt zurück zu unserem Hotel, welches für uns bis dato unbekannt, witzigerweise direkt gegenüber des Anlegers liegt, besteigen wir mit 15 anderen Touristen und unserem Guide Ben zuerst ein etwas kleineres Boot, das uns matruschkagleich zu einem größeren Boot und unserer Bleibe für die nächsten knapp 30 Stunden schippert!

Die Reisegruppe ist bunt gemischt. Wir fühlen uns ein bisschen wie in Agatha Christies Tod auf dem Nil. Jeder beäugt jeden, langsam werden steif die ersten Gespräche begonnen. Muss ja, sich 30h anschweigen wäre zwar gerade wünschenswert, aber insgesamt dann doch etwas schräg.

Unangenehme Pausen füllt unser Guide mit vielen Anekdoten und Informationen rund um die Insel Cat Ba, die Bucht und Vietnam im Allgemeinen. (Kurze Randbemerkung an dieser Stelle: ein paar unserer Mitreisenden ergreifen unvermittelt die Flucht und verlassen das Deck. Bildung ist nicht unbedingt erwünscht.)

Bis 1994 gab es in Vietnam keinerlei Tourismus. Logisch - das Land war mit einem Embargo belegt. Bis die Pandemie die Welt lahmgelegt hat, ist der Tourismus beständig gewachsen und hat zu Spitzenzeiten 12% des BIPs ausgemacht. Im Vgl: in Thailand waren es 2019 17 %

Insbesondere die Halong Bucht erfreut sich großer Beliebtheit. Ggf war die internationale Aufmerksamkeit Grund genug für die UNESCO, das Areal 2023 in die lange Liste der Weltkulturerbe aufzunehmen und zu schützen.

Schutz ist in der Tat bitter nötig. Die ganze Bucht ist zugemüllt. Wohin das Auge schaut, überall schwimmt Styropor, treiben PET-Flaschen vor sich hin.

Die Stürme der vergangenen Wochen und insbesondere der Taifun mit seinen Regenfällen haben die Tide und die Flüsse dramatisch ansteigen lassen und somit den auf den Straßen liegenden Müll mit sich ins Meer und die Bucht geholt!

Man kann Ben aber ansehen, dass ihm die Verschmutzung dieses Archipels sichtlich unangenehm ist. Ob nun aus wirtschaftlichen Gründen, da es ggf Touristen abschreckt oder aus Naturverbundenheit, wissen wir nicht. Vermutlich beides, denn er erzählt davon, dass es mit zwei Schleppern eigentlich total einfach wäre, nach einem Unwetter den Müll aus den Buchten zu holen, doch obliegt dies den Provinzen und nicht dem Staat, die sich nur (warum auch immer) nicht einigen wollen.

Dafür hat man sich ziemlich flott darauf verständigen können, die schwimmenden Dörfer aus den Buchten zu entfernen. Angeblich seien sie größtenteils für die Verschmutzung der Buchten verantwortlich. Die meisten von ihnen haben keinerlei Bildung genossen, und entsprechend keine Hemmungen ihren Unrat ins Meer zu entsorgen. Heute ist die Anzahl an Häusern auf dem Wasser limitiert und na klar, auch dem Tourismus zugänglich gemacht worden. Ab 50$/Nacht kann man sich in einem der Schwimmenden Hütten einmieten. Glasboden und Verkostung inklusive.

Nach einer kurzen Einweisung und der Zimmerverteilung begeben wir uns zum ersten Lunch an Deck. Es gibt frische Meeresfrüchte, frische Ananas, Reis, Gemüse und für die Kinder unter uns frittiertes Zeug. Die Menge reicht für mindestens drei weitere Truppen und trotzdem verbliebe ausreichend, um sich der Völlerei hinzugeben.

Sich nach einem einem solchen Festmahl in den Bikini zu schmeißen , ist nicht unbedingt optimal, aner Eitelkeit wäre fehl am Platz. Baden in einer der unzähligen Lagunen zwischen den knapp 2000 Inseln will sich sicher niemand entgehen lassen. Es gäbe zwar die Möglichkeit, die Leiter ins Wasser zu nehmen, aber wer will das schon?! Der knallvolle Bauch zieht eh nach unten, also wird vom Bug ins blaue Badewannenwarme Wasser gesprungen. Die Temperatur des Wassers unterscheidet sich tatsächlich kaum von der Lufttemperatur (vermutlich aufgrund der geringen Tiefe von max 10 Metern) und da in dieser Bucht nur wenig Müll herumschwimmt, zögert keiner der Gäste lange.

Da wir eh einmal nass sind, geht es im Anschluss für 1 1/2 Stunden per Kayak durch drei Höhlen, von denen eine voller Fledermäuse hängt, die einen immensen Lärm machen (typisch Vietnam eben).

So viele Fotos können wir gar nicht knipsen, wie wir alle paar Meter aufs Neue staunen und selbst der einsetzende Regen trübt diesen fantastischen Eindruck nicht, sondern macht die Szenerie eher ein wenig mehr zu einer Landschadt, in der jeden Moment Dinosaurier aus dem Nichts auftauchen könnten!

Als unser Guide Ben auf dem Rückweg zum Boot die Möglichkeit zum Schwimmen und Ausstieg aus dem Kayak erwähnt, lässt Ida sich das nicht zweimal sagen und hüpft nochmal ins Meer, um sich den Rest den Weges vom Kayak ziehen zu lassen. Kind müsste man manchmal noch sein.

Zum Abend gibt es wieder ein gigantisches Essen, was mit deutlich weniger Kommunikation am Tisch stattfindet. Sämtliche Passagiere sind müde und erschlagen von den heute erlebten Eindrücken. Wir bekommen zwar noch die Möglichkeit, im Dunkeln Oktopus angeln zu dürfen, jedoch bleibt der Erfolg bis auf ein handgroßes Exemplar kollektiv aus.

26.07.:

Der nächste Morgen beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück und einer extra großen Portion Pho Bo für Ida, die allerdings so groß ist, dass wir den halben Tisch dankbar damit versorgen können.

Obwohl für heute Dauerregen angesagt war, machen wir uns heute bei strahlendem Sonnenschein für eine weitere Kayaktour bereit. Ziel ist eine herrliche Lagunen in der Lan Ha Bucht, die nur über den Wasserweg bei passender Tide zu erreichen ist. Der Tidenhub ist mit max 4 m überschaubar (im Vgl: am Mont St Michel sind es 15 m). Dennoch reicht es, um die Hölen komplett zu fluten. Durch die einsetzende Flut müssen wir auf dem Rückweg ordentlich arbeiten. lDreimal muss Ben mit seinem Behelfsmotor am Kayak anderen Paddlern helfen, die es allein nicht durch die Höhlen zurückschaffen, schließlich soll es anders als bei Agatha Christie eben keine Toten geben.

Nach kurzer Bootsfahrt folgt nochmal ein Sprung ins Meer, um an einem nahen Strand, den ein groooooßes Schild mit der Aufschrift „Schwimmen verboten“ ziert, Muscheln zu sammeln, ehe es langsam aber unvermeidbar zurück Richtung Zivilisation geht, wo sich die Wege der zusammengewürfelten Familie (Bens Bezeichnung) wieder trennen.

Was bleibt ist das Fazit: Wir würden Cat Ba nicht nochmal besuchen, geschweige denn als Urlaubsziel empfehlen. Dafür fehlt es für unsere Vorstellung komplett an Charme und Attraktivität. Die Tour mit Ben, bzw. seinem Arbeitgeber Catbaventures.com würden wir jederzeit und uneingeschränkt weiterempfehlen. Es passte einfach alles, von den Aktivitäten, dem Essen, dem Zimmer. Abgerundet durch das kleine Quäntchen Bildung, gibt es von uns 5 von 5 Sterne.

Kaum an Land wartet der nächste Transfer. Schon vor Beginn des Ausflugs haben wir die Tickets für die Rückreise gen Ninh Binh gebucht. Typisch deutsch und von Natuur aus Sparfüchse wollten wir ein wenig Geld sparen. Also statt „Luxury VIP-Limosine“ nehmen wir den stinknormalen Bus und quetschen uns in ein zwar buslanges Gefährt, das innen aber aus Miniatursitzen besteht, auf denen lediglich Ida angemessen Platz nehmen kann. Wir sind unterwältigt.

Dazu versucht der Fahrer scheinbar ähnlich wie Doc Brown und Marty McFly in der Zeit zurückzureisen, so schnell kurvt er die Küstenstraße Richtung Fährhafen entlang, hält aber zusätzlich noch an jeder Milchkanne, um das Gefährt vollzubekommen. Oder er möchte die Fähre bekommen, die eine halbe Stunde zuvor bereits abgelegt hat…man weiß es nicht!

Am Fähranleger angekommen werden wir in einen Unterstand gepfercht, wo wir scheinbar warten sollen. Kommuniziert wird außer mit „We der, ca aut“ nicht, doch da wir am Meer stehen, wird die Fahrt so oder so definitiv nicht fortgesetzt.

Irgendwann kommt die Fähre, alle Mann Marsch Marsch ab auf die Fähre, die entweder aufgrund ihrer Überfüllung (vielleicht die Letzte des Tages?!) oder, um Touris das Cable Car auch auf diese Weise schmackhaft zu machen, so langsam fährt, dass wir wohl mit dem Kayak inklusive dem Ida-Bremsklotz hinten dran, schneller gewesen wären, hätten wir denn eins gehabt.

Auf der anderen Seite angekommen, müssen wir nur den richtigen der beiden Busse nehmen, die am Anleger warten. „Ninh Binh?!“ „Ninh Binh!“ ist alles, was wir als Antwort bekommen. Leider zeigt der Fahrer auf beide Busse. Nachdem wir ihm unser Ticket zeigen, schickt er uns in den falschen, denn dieser sieht wahrlich nach Luxus und VIP aus und nicht nach unserer gebuchten Holzklasse.

Doch auch nach dem erneuten Zeigen des Tickets werden wir in das Edelfahrzeug gebeten.

Oh Wunder entsteht kurze Zeit später Hektik unter den Fahrern, da das Lufus-Gefährt überfüllt ist! Wer hätts gedacht. Nachdem endlich die Namensliste abgeglichen wird, „dürfen“ wir rüber in den anderen Bus, der zwar mehr schlecht als recht klimatisiert ist, aber immerhin mehr Platz bietet als die Schuhschachtel auf Cat Ba!

Nach insgesamt 6 1/2 Stunden Transferzeit kommen wir gegen 21 Uhr am Hotel an und wollen nur noch eins: ins Bett!

Gute Nacht alle zusammen.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
2 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Familie (4)
AbenteuerlichEntspannend
  • Lan-Ha-Bucht
  • Kajaktour durch drei Höhlen
  • Schwimmen und Lagunen
  • Rücktransfer per Bus und Fähre
KajakBadezeug
NaturTransitAbenteuerEssen
heute-hier-morgen-dortFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (1)

Ingrid vor etwa 1 Jahr
Was ihr alles erlebt .toll

Vietnam
Reiseberichte Vietnam