Prep-Day
Wir bereiten uns auf Norwegen vor und cyclen alles durch


Veröffentlicht: 11.07.2026
26.06 Abisko - Narvik
Die zweite Nacht in Abisko verbringen wir am gleichen Parkplatz. Wegen des Regens schlafen wir gemeinsam unten im kleineren Bett. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass wir die Geräusche von außen nur gedämpft hören. Die Geräusche von innen allerdings ....
Ich bin noch mehr als im Halbschlaf, als ich mitkriegen, dass Henry auf wilder Mücken Jagt ist. Gut, dass ich so unfassbar müde bin, denke ich und schlafe weiter. Ich höre auch kein nerviges Surren und glaube, dass Henry paranoid sein muss. Als er schließlich über mich klettert um die Biester im restlichen Wohnraum zu jagen öffne ich schlaftrunken ein Auge und Frage wie viele er denn schon erlegt hat? Etwa 15 lautet seine Antwort. Meine Einschätzung schien komplett falsch zu sein. Trotzdem hole ich Henry erstmal zurück ins Bett und wir versuchen weiter zu schlafen. Er ist allerdings allzeit bereit senkrecht im Bett zu sitzen und der nächsten Mücke den gar aus zu machen, die sich in unsere Nähe wagt. Jetzt bin ich auch wach, aber wenigstens konnte ich den Großteil der Nacht (mit Unterbrechungen) schlafen. Nochmal falsch gedacht, es ist 04:00 Uhr. Fucking vier Uhr und ich fühle mich als hätte ich schon ein ganzes weiteres Leben gelebt. Leicht verzweifelt rätseln wir wie die Mist Viecher es in so großer Zahl in den Van schaffen. Ich kontrolliere alle Fenster, aber, wie Henry versprochen hat, sind alle zu. Es kann doch nicht sein, dass die alle schon am Abend vorher reingekommen sind?? Wir geben die Hoffnung auf wieder einzuschlafen und schauen unsere aktuelle Serie (Ponies, ist ganz okay). Zwei Folgen, keine Minute Schlaf und fünf weitere Mücken später beschließen wir einfach den Tag zu starten. Kein Plan was daraus werden soll, ich fühle mich weder fit zu fahren, noch vier Stunden lang zu wandern aber vielleicht schaffen wir es ja am Mittag den Schlaf nachzuholen.
Wir beschließen den Tag einfach zu beginnen und die geplante Wanderung zu machen. Diesmal soll es in den anderen Teil des Abisko Nationalpark gehen. Ich bin so müde wie gefühlt noch nie in meinem Leben. Henry hingegen scheint sehr motivert und so laufen ich ihm einfach hinterher und versuchen werde einzuschlafen, noch umzuknicken. Auch das Red Bull hilft nur leicht und so beschließe ich nach einer Stunde die Tour abzukürzen. Henry zieht durch. Auf dem Rückweg sehe ich noch das Sami Dorf auf das ich mich gefreut habe und bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. Im Van schaffen ich es nicht zu schlafen, aber das Dösen hilft auch. Mein Henry vibriert und Henry schreibt, dass er noch einen Umweg geht um die Straße zu vermeiden. An diesem Punkt ist er länger unterwegs als wir geschlafen haben, what a mad man. Als er wieder am Van ankommt sind wir beide gestärkt und beschließen die Fahrt nach Norwegen anzutreten.
Kurz vor der Grenze steht noch ein Supermarkt und wir beschließen die verbrauchten Vorräte und frisches Gemüse noch in Schweden zu kaufen. Die Idee scheint nicht wirklich originell zu sein - im Supermarkt ist so es gerammelt voll, als wäre es der 23. Dezember. Solche Zustände haben wir hier noch nicht erlebt. Die Kennzeichen verraten, dass logischerweise viele Norweger die günstige Einkaufsmöglichkeit wahrnehmen. Es gibt sogar ein Wort dafür 'Harrytur' - sorry Harry!
Hinter der Grenze ändert sich rein gar nichts, etwas enttäuschend. Wir sehen allerdings sehr viele schöne einzelne kleine Hütten die in der Landschaft verteilt stehen, bestimmt haben wir die Bewohner eben im Laden getroffen. Wir fahren bis Narvik, weil es dort eine service station. Es stellt sich heraus, dass die Hochsaison hier die Ski Saison ist und deshalb aktuell alles kostenlos nutzbar ist. Manchmal muss man Glück haben :) Henry opfert sich und steht im Regen um das Wasser zu füllen während ich den nächsten Platz und die weitere Fahrt plane.
Entlang des Weges sehen wir einige Hinweisschilder zur Schlacht um Narvik. Im zweiten Weltkrieg haben hier Norweger, Briten, Polen und Franzosen gegen die Nazis gekämpft und in der ersten Phase auch alle 10 Schiffe versenkt. Am Ende wurde die Hafenstadt aber doch besetzt. Auch an unserem Parkplatz steht ein großes Denkmal. Wir sind beide super hungrig und zwiebeln uns je drei Wraps mit Reis, Bohnen und Halloumi rein. Geschafft wollen wir uns kurz hinten auf dem Bett ausruhen. Drei Stunden später wachen wir auf und beschließen einfach auf ernst zu schlafen.