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Live Nätra distrikt

Hier liegt sonst immer Schnee

Veröffentlicht: 11.07.2026

Unterkunft
kleiner Rastplatz am See irgendwo im nirgendwo
1 Nacht · Frei­camping
Attraktion
Arvidsjaur
Arvidsjaur, Schweden
Attraktion
Storforsen
Storforsen, Schweden
Unterkunft
Xplore Camping
1 Nacht · Frei­camping · Storforsen
Attraktion
Storforsen
Storforsen, Schweden
Grenze
Schweden → Schweden
nördlicher Polarkreis
Attraktion
Jokkmokk
Jokkmokk, Schweden
Tour
lokales Museum in Jokkmokk
Museumsbesuch
Essen
Pizzeria in Jokkmokk
$ · Abendessen
Attraktion
botanischer Garten in Jokkmokk
Jokkmokk, Schweden

21 + 22 Juni (Arvidsjaur und Jokkmokk)

Nach midsommar ist unser nächstes Ziel Arvidsjaur. Hier waren wir schon gemeinsam im tiefen Schnee und bei Dunkelheit und sind jetzt gespannt die Landschaft ganz ohne Schneedecke zu sehen. Durch unseren langen Schlaf und das Abenteuer im Meer schaffen wir es nicht in einer Etappe und halten nachts an einem kleinen Rastplatz am See irgendwo im nirgendwo. Ich manövriere den Wagen noch so, dass wir einigermaßen grade stehen und nicht mit den Köpfen nach unten schlafen müssen, dann hauen wir uns hin. 
Am nächsten Morgen geht es dann weiter bis Arvidsjaur. Der Ort lebt eigentlich im Winter von den Teststrecken für Autos und ich hatte im Sommer ein verschlafenes Dörfchen erwartet, aber es herrscht reges Treiben und wir treffen auf recht viele weitere Touristen. Irgendwie ist es aufregend nach einigen Wochen an einem Bekannten Ort zu sein. Im Januar war ich nochmal mit meiner Mutter und meinem Opa hier und weiß deshalb auch ohne park4night zu befragen wo wir gut stehen oder wo wir einkaufen können. Am Parkplatz machen wir Bekanntschaft mit einer unfassbar zutraulichen Katze. Wir überlegen kurz einfach Vanlifer mit Katze zu werden, aber dann fällt uns auf, dass wir damit bestimmt einen anderen Menschen sehr traurig machen würden. Also genießen wir die Aufmerksamkeit der Katze, solange wir sie kriegen können und ziehen alleine weiter. Der Trip wird zu einer kleinen Nostalgie Reise und wir beschließen einfach dieselbe Runde zu laufen, wie bei unserem letzten Besuch. Nur diesmal reichen Turnschuhe, statt Schneeschuhen und wir können nicht über den See abkürzen, der besteht nämlich überraschenderweise vollständig aus flüssigem Wasser (und wir sind nicht Jesus I guess). Die Tour ist trotzdem nett und wir finden oben im Wald wieder Vorrichtungen zum Disc Golf spielen, die Schweden scheinen sich ohne Schnee nicht wirklich beschäftigen zu können... Wir hatten ursprünglich überlegt hier ein kleines rotes Haus zu mieten, aber es gibt wirklich nichts zu tun und so beschließen wir zum nächsten Nostalgie Punkt zu reisen: Storforsen. Auf dem Weg begegnet uns plötzlich eine Rentierherde samt Babys, wir wenden schnell uns beobachten den unkoordinierten Haufen der gleich mehrmals die Straße überquert.

Storforsen heist einfach nur große Stromschnellen und der Name ist Programm. Auch hier war ich zuletzt im Januar, habe die massiven Wassermengen in halb gefrorenem Zustand gesehen und war sehr beeindruckt. Jetzt möchte ich wissen wie das ganze im Sommer aussieht. Wir übernachten im Xplore Camping bei (Trommelwirbel...) Stefan. Nein, wir kennen ihn noch nicht, aber ich finde es schon sehr auffallend, wie viele deutschsprachigen Optionen es bei park4night in dieser Region gibt. Wahrscheinlich kommt das ganz natürlich mit der Automobilindustrie - quasi ein 2 für 1 Deal. Der Platz ist wirklich schön, aber wir bemerken leider zu spät, dass es keine Möglichkeit gibt das Grauwasser abzulassen. Eigentlich dachte ich, dass das eine Standart Dienstleistung auf einem Campingplatz ist, aber in Zukunft werde ich immer danach filtern. Dafür können wir nochmal eine Ladung Wäsche waschen und sind in wunderschöner Laufdistanz zu Storforsen. Ein paar Bits gewinnt man, ein paar Bits verliert man... Erstmal schlafen wir gut auf unserem schönen Platz unter Bäumen. Am nächsten Morgen laufen wir dann zu den Stromschnellen. Ich bin ganz verwundert, denn vor uns liegt ein wunscherschöner Ort mit vielen kleinen Wasserfällen und großen Felsen, aber so richtig erkennen ich es noch nicht wieder. Henry freut sich über die schöne Landschaft, muss aber auch sehr verwirrt sein, warum ich darauf bestanden habe hier zu stoppen. Wir springen über die Bächlein und nutzen die vielen kleinen Brücken, bis wir schließlich ein lautes Rauschen hören. Wie folgen dem Geräusch und kommen an einem, riesigen, reisenden und tosenden Fluss an. Die Wassermenge ist absolut nicht greifbar. Und ich bin mir sicher; egal was da rein fällt, man wird es nie wieder finden. Noch nie in meinem Leben habe ich mein Handy so gut festgehalten. Laut der Infotafel neben uns sind die Wassermengen rund um midsommar am größten (850m² pro Sekunde) wir haben also ausversehen perfektes Timing. Die Fotos können nicht darstellen, wie beeindruckend und beängstigend der Strom ist. Die Umgebung außenrum wirkt magisch und erinnert mich an Rivendell. Bisher der erste Ort der im Sommer komplett anders aussieht. 

Nach dem Besuch reisen wir vom Campingplatz ab und weiter nach Jokkmokk. Auch hier war ich im Januar. Der Ort bzw das Dorf, denn es gibt unter 3000 reguläre Einwohner, ist bekannt für den samischen Wintermarkt und wäre auch für Midsommar eine Option mit Festlichkeiten gewesen. Auf dem Weg überqueren wir den nördlichen Polarkreis und werden ab sofort noch mehr Mitternachtssonne genießen können :) 
Jokkmokk ist hauptsächlich als Sami Hauptstadt bekannt, auch wenn es nicht wirklich eine Hauptstadt ist und es verschiedene Sami Völker gibt die in ganz Skandinavien leben. Trotzdem merkt man wie sehr die Stadt von der Geschichte geprägt ist. Zum Wintermarkt kommen mittlerweile über 40.000 Besucherinnen und man merkt, dass der Tourismus hier die Haupteinnahmequelle ist. Uns natürlich eingeschlossen, denn wir kaufen hier ein, besuchen das lokale Museum und gehen noch etwas essen. Das Museum überzeugt uns aber voll und ganz. Die Ausstellung deckt die Natur, Geschichte, Kultur und Entwicklung der Sami ab und ist kreisförmig angelegt. Am besten gefällt uns natürlich wieder die Abteilung für Kinder in der man interaktiv mit Mini-Games lernt. Also balancieren wir ein Boot, fliegen als Adler über Nord Schweden und raten Baumarten. Leider ist das Spiel in dem man Mücken (aka Buzzer) durch Geräusche Orten und schnell hauen muss ist leider außer Betrieb, ich bin mir sicher dass Henry sonst den Highscore geholt hätte. 
Anschließend essen wir die erste Pizza des Urlaubs. Nicht dass wir vorher keine Lust gehabt hätten, aber die Schweden können einfach keine Pizza machen. Jede Pizzeria die uns bislang begegnet ist sah aus als würde man mit Sodbrennen und/oder Bauchschmerzen zahlen. Allgemein wirkt es so als wäre Pizza hier mehr guilty pleasure fast food, als ein Genuss. Was die skandinavischen Länder aber richtig machen ist standartmäßig Dips für die Kruste anzubieten. Absoluter Game Changer. Auf dem Menü gibt es genau eine vegetarische Pizza, aber der 'Sonderwunsch' Magerita wird mir gewährt. Henry's vegetarische Pizza sieht aus als hätte man panisch die Salatbar geplündert, schmeckt Dank leckerem Teig und Tomatensauce trotzdem vorzüglich. 
Auf dem Rückweg besuchen wir noch den lokalen botanischen Garten (ist jemand überrascht?) und mir fällt auf halbem Weg auf, dass ich auch hier schon im Winter war. Damals konnte man von dem Garten allerdings nichts erahnen und ich bin begeistert von den kleinen Pfaden die durch Bergpflanzen führen. Damit haben wir offiziell alle Angebote in Jokkmokk genutzt und führen unsere Reise in den Norden fort. 

Auf einen Blick

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Dauer
2 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
Zu zweit (2)
AbenteuerlichKulturellKulinarischAbseits der Pfade
  • Übernachtung an einem kleinen Rastplatz am See
  • Begegnung mit einer zutraulichen Katze in Arvidsjaur
  • Rentiere mit Babys auf der Straße
  • Storforsen im Sommer mit voller Wassermenge
  • Überquerung des nördlichen Polarkreises
  • Besuch des lokalen Museums in Jokkmokk
  • erste Pizza des Urlaubs
  • botanischer Garten in Jokkmokk
Turnschuhe
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