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Zwei Tage in Umeå

Veröffentlicht: 30.06.2026

Spaziergang
Stellplatz bei Umeå → Umeå Zentrum
30m
Unterkunft
Stellplatz bei Umeå
Frei­camping · Umeå
Essen
Guilty Pleasures Café
$$$ · Abendessen
Essen
Café Rost
$ · Snack
Museum
Bildmuseet
Umeå, Schweden
Sehenswert
Krankenhaus / Gesundheitszentrum in Umeå
Umeå, Schweden
Sehenswert
hauseigene Apotheke
Umeå, Schweden
Sehenswert
Fantasy / Nerd Store in Umeå
Umeå, Schweden
Sehenswert
Wasserfront in Umeå
Umeå, Schweden

Wir verbringen noch einen entspannten Tag auf dem Campingplatz in Rödviken, waschen ein paar Klamotten (man kann aus geriebener Gallseife und Wasser ein passables Waschmittel herstellen), und machen allgemein klar Schiff. Apropos Schiff neben uns parkt ein Wohnmobil das ungelogen ein Reisebus sein könnte. Ich habe es mir mittlerweile zum Spaß gemacht die verschiedenen Camping Konstruktionen zu begutachten und das kommt definitiv in die Top 10 der interessantesten Gefährte. 

Anschließend nutzen wir das gute Wetter um eine Runde Minigolf zu spielen und ein Eis zu essen. Der Tag war bisher der gemütlichste auf einem Platz, weil wir nicht nur to dos abhaken und wieder von Hof reiten, sondern die Seele etwas baumeln lassen. Die Stimmung ist dafür auch perfekt, es gibt keine Check Out time und die Rezeption ist immer von Jugendlichen besetzt die sich in den Ferien etwas dazu verdienen wollen. Deshalb dürfen wir auch einfach so lange spielen bis wir keine Lust mehr haben. Am Ende meistern wir jede Bahn außer der einen mit dem Basketballkorb, aber ich bin mir sicher dass sie einfach unmöglich ist (und will auch in dem Glauben gelassen werden, danke). 

Nachmittags machen wir uns dann auf den Weg nach Umeå. Die Stadt ist schon länger unser nächstes erklärtes Ziel und ich freue mich auch wieder auf einen etwas großstädtischen Flair. Irgendwie hat es sich eingebürgert, dass wir auf den Fahrten Bibi Blocksberg hören, Henry präferiert allerdings nun Bibi und Tina und es wird zu dem Sound unserer Roadtrips. Park4Night leitet uns zu einem grandiosen Platz. Ruhig, eben in der Natur gelegen und mit einem schönen 30 minütigen Spaziergang erreichen wir das Zentrum von Umeå. 

Wir nutzen die Gelegenheit direkt und laufen zum Abendessen in die Stadt. Zu meinem Geburtstag haben wir sowohl meine Mutter als auch mein Vater einen Gutschein zum Essen gehen / Urlaubsgeld geschenkt. Davon wird jetzt im 'Guilty Pleasures Café' direkt etwas auf den Kopf gehauen. Wir speisen fürstlich. Ich gönne mir Trüffelpasta, Henry sich einen Burger und wir uns gemeinsam einen Syrischen Feta Dip, einen Tropical Cocktail und als Nachtisch Erdbeeren in flüssiger Schokolade. Unsere Kellnerin ist super nett und geduldig und wiederholt ihre schwedischen Sätze für mich auch gerne nochmal langsam, damit ich üben kann :) 

Auf dem Rückweg sehen wir uns noch etwas in der Stadt um und planen den morgigen Tag. Die Stadt ist eine komische Mischung aus klein und Groß, historisch und schon zu gewollt modern. Direkt an der Wasserfront die auf unserem Heimweg liegt steht ein großes weißes Gebäude, das aussieht als wäre es ein Tesla Store / Hotel. Tatsächlich beherbergt es neben einem Hotel noch ein Gemeindezentrum und eine Bibliothek, aber irgendwie wirkt es einfach nicht einladend. Der Weg am Wasser wird von vielen Joggern genutzt und insgesamt fällt auf, dass auch diese Stadt recht jung ist. Außerdem wirkt die Stadt diverser als die kleineren Städte (für Stockholm können wir ja nicht sprechen). Auffällig sind auch viele Menschen in traditionell Samischer Kleidung unterwegs. Sie scheinen von einer Veranstaltung zu kommen, die ich in meiner schnellen Recherche nicht herausfinden konnte. Aber wir lernen, dass die Sami Stämme auch deutlich weiter südlich leben, als ich es im Kopf hatte. 

Am nächsten Tag wache ich wieder mit Schmerzen und Unwohlsein auf und wir beschließen dem ganzen ein für alle Male ein Ende zu setzen. Da wir in einer größeren Stadt sind sollten wir die Chance nutzen und einfach in ein Krankenhaus gehen. Mithilfe von Gemini und Maps Versuche ich herauszufinden wie das schwedische System funktioniert und wo genau ich mit meinen absolut nicht lebensbedrohlichen Symptomen hin gehen soll. Am Ende fühle ich mich nicht wirklich schlauer und nachdem ich auch bei der nationalen Gesundheitshotline nicht weiterkomme, beschließen wir einfach irgendwo hin zu fahren, die Leute dort werden uns schon weiterhelfen können. Ich fühle mich etwas schlecht und habe Angst dramatisch zu wirken, aber das Krankenhaus/Gesundheitszentrum wirkt ruhig und ist fast leer. Die Dame an der Rezeption spricht nur gebrochenes Englisch, gibt sich aber aller größte Mühe mit meinem deutschen Versichertenkärtchen irgendwie weiterzukommen. Am Ende kriege ich meine eigene, temporäre schwedische Sozialversicherungsnummer und werde ins nächste Wartezimmer geschickt. Das ganze Gebäude wirkt wie ein Dungeon in das man immer weiter vordringt. Es gibt so viele verschiedene Wartezimmer, dass wir uns einmal an die falsche Stelle setzen und von der Ärztin gesucht werden. Am Ende werden mir Antibiotika verschrieben, die ich direkt in der hauseigenen Apotheke abholen kann. Die ganze Arie kostet uns unter 2 Stunden, insgesamt 20€ und alle geben sich unglaublich viel Mühe mit auf Englisch weiter zu helfen. 

Begeistert davon wie schnell das ging, fahren wir zurück zum Platz um zu frühstücken. Von dort aus gehen wir dieselbe schöne Strecke am Wasser entlang in die Stadt und gehen zuerst zum lokalen Fantasy / Nerd Store. Henry guckt in den Städten immer ob es einen Warhammer Store gibt, aber in Schweden sind die sehr karg verteilt. Der Fantasy Store im Umeå ist dafür riesig und breit aufgestellt. Besonders begeistert und sie selbst gemachte Deko und die massive Auswahl an Farben. Gut, dass Henry eh schon alles besitzt und wir im Van eh keinen Platz für Neuanschaffungen haben. In einer Seitengasse entdecken wir ein super schönes Café in den wir eine kleine Pause einlegen. Als wir sehen was für ein leckerer Salat am Nachbartisch serviert wird, beschließen wir später nochmal zum Essen herzukommen. Das Café Rost in Umeå ist sehr zu empfehlen! 

Anschließend laufen wir ans andere Ende des Zentrums zum 'Bild Museet'. Das Museum ist, groß, modern, liegt am Wasser und ist komplett kostenlos. Aktuell haben sie 'full house' und wir können auf jeder Ebene eine Ausstellung bewundern.
Ganz oben gibt es eine Ausstellung zu KI (wie außergewöhnlich, das Thema wird nie beleuchtet), die vollständig interaktiv ist. Am besten hat mir persönlich direkt der Anfang gefallen. Man kommt in einen stylischen Vorraum und wir von einer KI begrüßt, die fragt welche Sprache man spricht. Man kann sich dort in eine unheilige Mischung aus Jacuzzi und Couch setzen und mit der KI sprechen. Vor uns ist eine Gruppe von jungen Amerikanerinnen, die diesen Teil belegen, daher gehen wir direkt weiter in den großen Ausstellungsraum. Dort sehen wir eine Mitte zwanzig jährige Frau vor zwei Bildschirmen sitzen, einer zeigt ein live Video vom Vorraum, einer hat ein Text to Speech Programm offen. Man spricht die ganze Zeit nicht mit einer allwissenden KI, sondern mit einer Studentin die einfach nur Zugriff auf die Kamera hat. Henry spekuliert, ob das gleichzeitig für irgendeine Studie genutzt wird und was gemessen werden könnte. Als die Amerikanerinnen nach etwa einer Viertelstunde weiter gehen und ihnen die Auflösung sehen lachen sie nur extrem verlegen. Es gibt außerdem ein Spiel bei den man auf Zeit Versicherungsantrage prüfen und bewilligen oder ablehnen soll. Dabei soll man sowohl als Geld als auch auf die Kundenzufriedenheit achten. Man kann jederzeit eine KI übernehmen lassen die deutlich schneller, aber auch willkürlicher entscheidet. Ich verstehe was das Spiel uns sagen möchte, aber am Ende verlieren wir auch jedesmal wenn wir selber entscheiden -  liegt die Kritik also gar nicht bei der KI sondern bei Versicherung generell?? Was möchte die.... Künstler....in uns sagen? 
In den mittleren Etagen sind die Werke des Abschlussjahrgangs der Kunstuniversität Umeå ausgestellt. Uns ist das alles etwas zu hoch und wir bleiben nur an einigen bunten Teppichen hängen, zu denen es jeweils korrespondierende Mini Cartoons gibt. Was das über uns aussagt weiß ich allerdings schon. 
Ganz unten wird das Kinderbuch des Jahres ausgestellt, das von einer Künstlerin aus Umeå geschaffen wurde. Es kommt ganz ohne Text aus und verfolgt ein halb geschlüpftes Kücken, aka ein Ei auf Beinen, auf seiner Reise durch Feld und Wiesen, sowie dessen Mutter auf der Suche nach ihrem Ei. Im Museum sind die originale der Illustration in A0 ausgestellt. 

Auf dem Rückweg essen wir noch, wie vorgenommen, den Pad Thai Salat, der mit dem ersten leckeren Brot des Urlaubs seit Kopenhagen serviert wird (mir kommen fast die Tränen). Ich beschließe, dass das Essen von meiner Mama spendiert wird und wir holen uns zur Krönung noch in einer fancy Konditorei je ein Törtchen :) 

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
2 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
Zu zweit (2)
EntspannendKulinarisch
  • Minigolf auf dem Platz
  • Abendessen im Guilty Pleasures Café
  • Spaziergang am Wasser in Umeå
  • Besuch im Bildmuseet
  • Antibiotika in der hauseigenen Apotheke abgeholt
StadtEssenKulturTransit
  • Krankenhaus / Apotheke20 €
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