Zwei Tage in Umeå
Wir verbringen zwei Tage in der Stadt Umeå


Veröffentlicht: 04.07.2026
19 + 20 Juni (Killingsands Havbad)
Unser Plan für midsommar ist der gleiche wie für alle anderen Gelegenheiten: es gibt keinen. Ich informiere mich online schon seit ein paar Tagen, Sorge mich aber, dass alles was SEO optimiert ist, auch überfüllt sein wird. Wir überlegen auch einfach weiter in Umeå zu bleiben und zu schauen was in der Stadt passiert, aber es drängt und weiter gen Norden. Außerdem ist die klassische Vorstellung von midsommar doch auch in der Natur, oder? Das Wetter soll schön werden und ich sehe, dass es entlang der Küste schöne Plätze am Strand gibt. Kurzentschlossen fahren wir los und halten auf dem Weg bei einem Supermarkt. Denn der Faktor der mir bei all meiner Recherche (kurze Google Suche) im Kopf geblieben ist, ist der Fokus auf Familie und gemeinsame Zeit. In Schweden ist midsommar das sommerliche Gegenstück zu Weihnachten und daran orientieren wir uns nun. Typischerweise gibt es Kartoffeln mit Dill, Hering, Lachs und Erdbeeren mit Sahne. Wir orientieren uns grob, lassen den Fisch Anteil Weg, vergessen den Dill und kriegen keine Erdbeeren mehr. Der Einkauf wird dennoch groß und festlich, wir Supplement irren mit Spargel und Pfirsichen. Auf dem Parkplatz treffen wir noch einen Berliner, der nur mit Rad und Zelt bewaffnet von Helsinki nach Malmö fährt. Er findet es hier im Norden schon deutlich abwechslungsreicher und besiedelter als ganz Finnland bisher. Die Erzählung deckt sich mit der der beiden Schweizer, die wir ein paar Tage vorher mitgenommen hatten. Nur die Bewertung ist anders, dieser Großstädter möchte hier offenbar keinerlei Berührung mit Städten jeglicher Form haben und fand die Einöde beruhigend. Die Schweizer hingegen wirkten froh Finnland und dem ewigen Wald entkommen zu sein.
Der erste Platz ist direkt ein Volltreffer, dadurch dass wir bereits Nachmittags ankommen ist noch niemand da und wir haben freie Platzwahl. Auch wenn midsommar gar nicht zur Sommersonnenwende stattfindet sind die Tage extrem lang und die Nächte sehr hell, das wollen wir nutzen und um Mitternacht im Meer schwimmen gehen. Um die Zeit zu überbrücken wollen wir uns etwas bewegen. Leider gibt es keine Wanderwege und so laufen wir einfach etwas an der Straße entlang, und entdecken weitere Camper an der anderen Seite des Strandes. Dann ist es schon Zeit für unser Festmahl. Wir kochen alles im Van und tragen es dann im Korb zum Strand. Dort stehen Picknick Bänke bereit und außer uns ist keine Menschen Seele dort. Henry dachte zunächst ist würde mit dem Vorschlag einen Witz machen, packt dann aber bereitwillig alles ein und wir freuen uns gemeinsam über die tolle Aussicht aufs Meer. Wir legen uns kurz hin, bevor wir schwimmen wollen und schlafen direkt glücklich und voll gefressen ein. Ups.
Am nächsten Morgen wachen wir Recht spät auf und bin ich etwas enttäuscht von dieser Leistung. Trotz der Helligkeit schlafen wir in Urlaub regelmäßig tief und lang. Wir beschließen kein Trübsal zu blasen, sondern erst die weitere Gegend zu erkunden und dannn das Schwimmen einfach nachzuholen. Am Meer angekommen reicht der Dicke Zeh im Wasser um am ganzen Körper Gänsehaut zu kriegen. Ich kann die Schmach noch gar nicht geschwommen zu sein aber absolut nicht auf mir sitzen lassen, deshalb gehe ich Schritt für Schritt einfach rein. Henry schaut mir ungläubig vom Strand aus zu und macht ein paar Fotos. Das Wasser ist so kalt, dass ich mich aktiv daran erinnern muss wie man atmet und nach ein paar Schwimmtzügen komme ich wieder an Land um mich in ein Handtuch zu wickeln. Henry ist ganz begeistert und möchte sich jetzt auch trauen, also gehen wir nochmal gemeinsam rein. Für mich ist es leichter, weil mein Körper schon überall leicht taub ist, aber Henry ist das erste Mal drin und erlebt nun das gleiche wie ich eben. Zurück am Van weihen wir direkt die Außendusche ein - so können wir zwei Punkte von der bucket list streichen :) Das Wasser wird zwar nicht warm, aber im Vergleich zur Ostsee ist es recht angenehm. Wir wärmen uns im Van auf und veranstalten mit den Resten vom vor Abend ein weiteres kleines Festmahl. So lässt es sich leben.